7½ Tipps gegen Schreibblockaden

(c) Peter Smola / pixelio.deKennen Sie auch diese Situation: Ein wichtiger Text wartet auf seine Abgabe, der Termin drängt, man sitzt vor dem Bildschirm und nichts geht mehr …? Schreibblockaden und Schreibstörungen sind die Geißel aller Texter. Doch es gibt einige Tipps, die weiterhelfen.

1. Störungen beseitigen

Werden Sie zu oft gestört? Kleine Unterbrechungen sind gerade beim Schreiben oft ein großes Problem. Denn eine kurze Unterbrechung wirkt lange nach. Die geniale Formulierung, die man gerade noch im Kopf hatte, ist wie weggewischt, die wichtigen Fakten, die man für seine Gliederung braucht, wollen uns einfach nicht mehr einfallen.

Hier können Methoden wie die Pomodoro-Technik helfen. Generell gilt: Beseitigen Sie alle Störungen in Ihrem Arbeitsumfeld. Schalten Sie automatische Mailbenachrichtigungen ab, vereinbaren Sie mit Ihren Kollegen eine Intensivzeit, in der niemand gestört wird, leiten Sie Ihr Telefon um – kurz, tun Sie alles, was Sie verantworten können, damit Sie nicht mehr in Ihrem Schreibfluss unterbrochen werden.

2. Umgebung verbessern

Vielleicht liegt die Schreibblockade an Ihrer Arbeitsumgebung? Ihr Schreibplatz sollte nicht nur praktisch sein, sondern auch inspirierend. Nicht immer lässt sich das auch durchsetzen; in vielen Büros ist die Arbeitsplatzgestaltung streng geregelt. Doch auch dann gibt es Auswege: Ziehen Sie sich für schwierige Schreibaufgaben z. B. in einen leerstehenden Besprechungsraum zurück oder in die Kantine (außerhalb der üblichen Essenzeiten).

3. Belohnungen schaffen

Wer hart arbeitet, der darf sich auch was gönnen. Und Schreiben ist harte Arbeit, nicht immer, aber doch öfter als uns lieb ist. Setzen Sie sich deshalb ein Ziel und belohnen Sie sich, sobald Sie es erreicht haben. Ein eleganter Dreh ist es, wenn man sich Ablenkungen als Belohnung setzt, also „Sobald ich 500 Wörter geschrieben habe, gönne ich mir das YouTube-Video aus dem Tweet von Sebastian“. Sie verwandeln dadurch eine potenzielle Störung in eine Motivationshilfe fürs Schreiben.

4. Aufgaben aufteilen

Gefährlich sind mittellange Schreibaufgaben: der 20-Seiten Beitrag für den Tagungsband, der Foliensatz für den einstündigen Vortrag, das Protokoll für die ganztägige Gesellschafter-Sitzung. Das Problem: Zunächst ist noch lange Zeit bis zum Abgabetermin und wenn man sich an die Arbeit macht, ist das realistisch eigentlich nicht mehr zu schaffen. Teilen Sie deshalb auch solche Schreibaufgaben in bewältigbare Einheiten auf und halten Sie jeden Tag fest, wie viel Sie geschafft haben. Dadurch erleben Sie keine böse Überraschung kurz vor Abgabeschluss.

5. Gemeinsam schreiben

Irgendwie haben wir alle das Bild vom einsamen Schreiber im Kopf, der sich – nur bewaffnet mit der eigenen Genialität – aufmacht, um der Welt seine Gedanken zu offenbaren. Läuft es dann mit einem Text nicht so gut, ist uns das oft ein wenig peinlich. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern.

Gerade wenn Sie sich mit einer Schreibaufgabe schwer tun, ist das der richtige Zeitpunkt, um andere mit einzubinden. Erklären Sie einem Kollegen, was Sie mit Ihrem Text vorhaben, bitten Sie jemanden, seine Meinung zu Ihrer Stoffsammlung zu äußern oder holen Sie Meinungen zu Ihrem bisherigen Arbeitsstand ein.

6. Text umdefinieren

Wenn nichts weitergeht, liegt es manchmal auch am Format, in dem man einen Text produziert, an der Textsorte oder am typischen Stil. Da hilft es, sich einfach mal auf eine andere Darstellungsart einzulassen. Warum den Überblicksartikel nicht einfach mal als FAQ verfassen? Warum nicht eine Twitter-Timeline statt des Protokolls des Onlinemeetings.

Bei hartnäckigen Blockaden ist es sogar nützlich, einen Lockerungstext in einer komplett unterschiedlichen Textsorte zu schreiben, z. B. das Konzept für einen Fachartikel als Gedicht. Das ordnet einerseits die Gedanken und öffnet kreative Ressourcen für den eigentlichen Text.

7. Schreiben unterbrechen

Manchmal hilft alles nichts. Dann ist es auch sinnlos, weiter auf den Bildschirm zu starren und zu hoffen, dass sich der Text schon irgendwie erstellt. Akzeptieren Sie in solchen Fällen einfach, dass Sie im Moment nicht weiterkommen. Lenken Sie sich mit anderen beruflichen Aufgaben ab, machen Sie Sport oder einen Spaziergang. Oft reicht schon eine kurze Unterbrechung der Routine, um einen plötzlichen Aha-Effekt zu erleben. Deshalb gilt auch: Unterbrechen, aber bereit sein für spontane Einfälle (also Stift und Notizblock nicht vergessen).

Und zum Abschluss noch den halben Tipp. Halb nicht deshalb, weil er weniger wichtig wäre, sondern weil er nicht unmittelbar hilft, wenn Sie sich in einer Schreibblockade befinden.

7½. Ursachen erforschen

Wenn Sie nicht nur gelegentliche Blockaden plagen, sondern dauerhaft mit Schreibwiderständen kämpfen, dann liegt das Problem oft an der Einstellung zum Schreiben. Sind Sie der Meinung, dass Schreiben eine kreative Tätigkeit ist, für die man begabt sein muss? Glauben Sie, dass Ihre Texte sowieso nie das Niveau erreichen, das Sie für notwendig halten? Fürchten Sie, dass Ihr Text nicht bestehen wird, wenn Sie ihn der „großen weiten Welt“ präsentieren?

Finden Sie heraus, was Ihren Zugang zum Schreiben blockiert. Kreative Schreibseminare können den Zugang zum Texten erleichtern. Für das berufliche Schreiben bieten wir bei doctima Schreibcoachings an, mit denen wir schon vielen Kunden weiterhelfen konnten. Nur, verbauen Sie sich durch unbewusste Denkblockaden nicht den Zugang zum beruflichen Schreiben.

P. S.: Manche Themen liegen offenbar in der Luft. Kaum dass ich diesen Post veröffentlicht habe, stolpere ich über die Blogparade“Schreibblockade – Tipps, Strategien und Erfahrungen“ von PR-Doktor Kerstin Hoffmann, der wir uns natürlich gerne anschließen.

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