Lasten- und Pflichtenhefte – der Erfolg entscheidet sich am Dokumentkonzept

Vorgefertigte Lastenhefte wollen viele. Aber wären die sinnvoll?

Vorgefertigte Lastenhefte wollen viele. Aber wären die sinnvoll?

Seit gut zehn Jahren bin ich in Unternehmen unterwegs, um mit Entwicklungsabteilungen einen für die Ingenieure oft lästigen Dokumenttyp auf Vordermann zu bringen: Lasten- und Pflichtenhefte. Egal wohin ich komme, hegen meine Kunden eine ganz bestimmte Hoffnung. Eine Hoffnung, die sich in zwei Fragen ausdrückt:

Frage 1: Gibt es Normen, die man unbedingt beachten muss, um ein wirklich sauberes (und damit vollständiges und möglichst rechtssicheres) Lastenheft oder Pflichtenheft zu erstellen?

Und Frage 2: Gibt es nicht allgemeingültige Dokumentvorlagen mit allen benötigten Inhalten – am besten downloadbar aus dem Web? Und dann ist alles gut?

Unerfüllbare Hoffnungen

Diese Hoffnung muss ich regelmäßig enttäuschen. Leider – könnte man erst einmal meinen.

Natürlich gibt es Normen, die Lasten- und Pflichtenhefte thematisieren, zum Beispiel die DIN 69901. Aber diese Normen helfen bei den Fragen, die die Unternehmen umtreiben, nicht wirklich weiter. Normen kann man vor allem Definitionen entnehmen, was ein Lasten- oder Pflichtenheft ist, was als Gliederung eventuell sinnvoll ist und wie man diese Dokumente in Entwicklungsprozessen am besten einsetzt. Gewonnen ist damit nicht viel.

Dasselbe gilt für downloadbare Vorlagen: Sie können einem einen ersten Eindruck geben, was vielleicht wichtig ist. Aber eine Dokumentvorlage und vor allem die darin enthalten Inhaltspunkte entspringen immer einem bestimmten Kontext und treffen nie passgenau zu. Oder sie sind so allgemein gehalten, dass sie im Grunde nichts aussagen.

Die gute Nachricht – Freiraum für passgenaue Dokumentkonzepte

Mit „Kontext“ ist das relevante Stichwort schon gefallen. Jedes Unternehmen arbeitet (egal ob Auftragnehmer oder Auftraggeber, egal ob Lastenheft oder Pflichtenheft) unter anderen Rahmenbedingungen. Produkte unterscheiden sich technologisch grundlegend, die Vertragspartner sind unterschiedliche, interne Dokumente benötigen andere Inhalte als Dokumente, die über Unternehmensgrenzen ausgetauscht werden. Abhängig davon, wer die Designverantwortung trägt, entwickeln Lasten- und Pflichtenhefte erst ihre eigentliche Gestalt.

Eine Lösung von der Stange – das zeigt mir die Praxis immer wieder ganz deutlich – kann es eigentlich gar nicht geben.

Genau hier aber liegt die große Chance für die Unternehmen. Und das ist die Botschaft, die die Miene meiner Kunden ganz schnell wieder aufhellt. Weil der Kontext hochgradig individuell ist, besteht große Freiheit in der Gestaltung von Lastenheften und Pflichtenheften. Ganz sicher keine Beliebigkeit, aber ein Freiraum, in dem man eine unternehmensspezifisches Dokumentenkonzept entwickeln kann. Ein Konzept, das dann wirklich funktionierende Dokumente ermöglicht.

Was so ein spezifisches Dokumentenkonzept ganz konkret ausmacht, möchte ich hier noch an drei Beispielen zeigen:

Beispiel 1: Es muss nicht immer viel sein

Dieses Konzept ist vor gut zwei Jahren in München entstanden. Ein Unternehmen der Schwerindustrie liefert als Auftragnehmer eine Presseinrichtung für eine große Stahlverarbeitungsanlage. Das spezifizierte Produkt ist für meine Vorstellungen riesengroß, das Pflichtenheft dazu ist aber maximal schlank geworden. Es ist wenige Seiten lang und macht zusammen mit dem Maschinenplan trotzdem eine vollumfängliche Leistungszusage an den Auftraggeber.

Der Kunde hat sehr aufgeatmet: Dass ein Projekt mit Pflichtenheft die Dokumentationsaufwände der Ingenieure, die ja sowieso schon unter hohem Zeitdruck arbeiten, vervielfachen würde – diese Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet.

Beispiel 2: Ein Dokument, das skaliert

Genau hinsehen! Auf dem Weg zu einer passgenauen Dokumentkonzeption

Genau hinsehen! Auf dem Weg zu einer passgenauen Dokumentkonzeption

Ein Unternehmen für Fenster- und Fassadentechnologie definiert seinen Entwicklungsprozess für Innovationsprojekte neu. Damit die Entwicklung koordiniert abläuft, soll der Vertrieb als unternehmensinterner Auftraggeber ein Lastenheft schreiben. Das Problem an der bisherigen Praxis: Das Lastenheft des Vertriebs ist der Entwicklung zu unspezifisch, der Vertrieb möchte aber nichts vorgeben und spezifizieren, worüber er noch keine Aussagen machen kann. Eine klassische Patt-Situation.

Als Lösung haben wir ein Lastenheft konzipiert, das mitwachsen kann. In seiner ersten Fassung (das „Lastenheft light“) formuliert der Vertrieb die Produktidee und die zentralen Leistungsmerkmale des neu zu entwickelnden Produkts. Dieser Stand dient der internen Abstimmung. Erst wenn klar ist, ob sich dieses Produktkonzept technologisch und wirtschaftlich umsetzen lässt (und in diesem Bewertungs- und Aushandlungsprozess sitzt die Entwicklung mit am Tisch), wird ein „richtiges“ und umfassendes Lastenheft erstellt, das für die Entwicklungsabteilung die Vorgaben in relevanter Breite und Tiefe niederlegt.

Dass dieses Konzept aufgeht, ist konzeptionell vor allem der Gliederung der neuen Lastenheftvorlage zu verdanken. Sie kann angelehnt an den Fortschritt im Entwicklungsprozess von vorne nach hinten wachsen. Es ist als Lastenheft-Standard eine ganz individuelle Lösung entstanden, die sich durch ein hohes Maß an Flexibilität und Skalierbarkeit auszeichnet.

Beispiel 3: Antworten auf 1500 Anforderungen

Ein letztes Beispiel: Ein Automobilzulieferer bekommt von seinen Auftraggebern in schöner Regelmäßigkeit Lastenhefte vorgelegt, die 300 Seiten und länger sind. Um noch einmal eine Zahl zu nennen: Wir reden von 1200 bis 1500 Anforderungen.

Wie kann nun ein Pflichtenheft bzw. die Leistungszusage in so einem Szenario aussehen? Und zwar ohne dass als Pflichtenheft ein noch längeres Monsterdokument entsteht, das unsinnige Aufwände erzeugt? Denn immerhin sagt die reine Lehre – und auch die Auftraggeber aus dem Automobilsektor fordern es: Ein Pflichtenheft muss Antwort geben auf alle Anforderungen des Auftraggebers.

In diesem Fall entwickeln wir eine Lösung aus zwei Dokumenten:  Die Detailantworten stehen in einer Excel-Liste, die eine maximal kurze Antwort auf wirklich jede Anforderung gibt. Dazu kommt aber – und das war hier das Aha-Erlebnis – ein Rahmendokument, in dem der Auftragnehmer noch einmal losgelöst von dem Detaildokument seine Lösung und seine Leistungsfähigkeit konzentriert darstellt. Das zudem Punkte hervorhebt und anbringt, die ihm aus seiner Rolle heraus wichtig sind – und nicht nur solche, die der Auftraggeber aktiv nachfragt. Und das zu guter Letzt sogar – auch das ein Novum – den Auftraggeber in die Pflicht nimmt.

Seit diesem Jahr gehen alle „Antworten“ dieses Kunden auf diese Weise zurück an seine Auftraggeber.

Buchbar als Praxispaket Lastenhefte/Praxispaket Pflichtenhefte

Die konzeptionelle Anlage eines Lasten- oder Pflichtenheftes halte ich im Rückblick auf bestimmt 60 Beratungs-Einsätze als den wesentlichen Schlüssel zum Erfolg. Und das Schöne ist, dass man die Konzepte so auslegen kann, dass daraus ein wirklicher Standard entsteht – also Vorlagen und Definitionen, die für ganze Klassen von Projekten tragen und nicht nur für einen Einzelfall.

Sollten Ihnen diese Sorte Spezifikationsdokumente auch im Magen liegen: Schauen Sie sich doch einfach einmal unser ‚Praxispaket Lastenhefte/Praxispaket Pflichtenhefte‚ an. Ein bewährtes Verfahren, in dem wir schon ganz viele Unternehmen begleitet haben.

tekom 2016 – doctima mitten dabei

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tekom-Jahrestagung in der Messe Stuttgart (c) doctima

Der Herbst steht an, und wie jedes Jahr mit ihm die tekom-Jahrestagung. Zum dritten Mal nun in Stuttgart. Wir von doctima freuen uns wieder einmal sehr, vor Ort zu sein. Von Dienstag, 08.11.2016 bis Donnerstag, 10.11.2016 ist es wieder soweit.

Die Tagung besteht aus dem Tagungsprogramm mit Vorträgen, Workshops und Tutorials sowie der angeschlosenen Messe. Aussteller der Messe sind Dienstleister sowie Tool- und Produkthersteller aus den Bereichen Technische Kommunikation und Content Management. Eine Welcome Party und Abendveranstaltungen (z. B. eine Städte-Tour oder ein Besuch in der MOTORWORLD) runden das Rahmenprogramm ab.

Thema dieses Jahr: Intelligente Information

Die tekom wirbt in ihrem Programmheft für die Jahrestagung mit dem Titelthema Intelligente Information. Dahin führt der Weg in Zeiten von Digitalisierung, Automatisierung, Information 4.0 und Industrie 4.0. Zusätzlich bewegt die meisten Unternehmen auch die Frage nach der Anwenderfreundlichkeit: Also wie müssen Informationen intelligent aufbereitet sein, damit der Anwender diese nutzerfreundlich erhält? Sowohl technisch als auch inhaltlich? Diese Themen liegen uns als Kommunikationsexperten naturgemäß nahe und wir warten daher mit vielen innovativen Themen auf. Technisch machbar ist heutzutage vieles, aber ist es auch prozesstechnisch sinnvoll oder wirtschaftlich verträglich? Wir leisten Hilfestellung, daher ist das Leitthema der Tagung aus unserer Sicht absolut angebracht.

Viele spannende Vorträge habe ich im Tagungsprogramm schon ausfindig gemacht, vor allem in den Bereichen Mobile Dokumentation, Technisches Marketing oder auch User Experience. Leider habe ich jetzt schon die Befürchtung, dass ich nicht viele der Vorträge besuchen werden kann. Zumindest nicht, wenn unser Stand auf der Messe so gut besucht ist wie letztes Jahr. Auch wir werden wieder Vorträge halten:

  • SEO – Dokumentation für die Suchmaschine? (Prof. Dr. Markus Nickl; Di., 08.11.2016, 13:45-14:30; Raum C6.2 OG)
  • Checklisten – für jeden Anlass (Johannes Dreikorn; Di., 08.11.2016, 16:15-18:00; Raum SR 1 OG & Mi., 09.11.2016, 11:15-13:00; Raum C4.1 OG)
  • Showcase Mobile Dokumentation (Moderation Edgar Hellfritsch, Dr. Stefan Dierssen; Beitrag Demo-App: Romy Stauch; Mi., 09.11.2016, 13:45-15:30; Raum Planum 2)
  • Proof of Concept: Abbildung intelligenter Produkte in einem CMS (Edgar Hellfritsch, Dr. Stefan Dierssen; Do., 10.11.2016, 09:45-10:30; Raum Plenum 2)

doctima mit Messestand und Verlosungs-Aktion

Neben den Vorträgen sind wir wie eben schon erwähnt auch als Aussteller mit einem Messestand auf der anschließenden Messe der Jahrestagung vertreten. Sie finden uns direkt am Eingang in die Halle C1. Das ist deswegen leicht zu finden, weil Sie vom tekom-Informationsstand zwischen den beiden Messehallen nur ein paar Schritte in die Halle C1 gehen müssen, und schon sind Sie an unserem Messestand mit der Nummer C02. Themen, die wir auf der Tagung präsentieren:

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doctima-Stand auf der tekom-Jahrestagung (c) doctima

Zusätzlich haben wir wieder eine Verlosungs-Aktion. Wir verlosen einen 3D-Drucker, den Sie an unserem Messestand auch live in Betrieb erleben können. Also kommen Sie vorbei und werfen Sie Ihre Visitenkarte in die Losbox, um an der Verlosung teilzunehmen. Am letzten Messetag verlosen wir den 3D-Drucker vor Ort. Der Gewinner kann somit seinen Gewinn direkt mitnehmen (wir schicken ihn aber auch gerne zu).

Termin vereinbaren oder Freikarte für die Messe gewünscht?

Wenn Sie auf der tekom-Jahrestagung einen Termin mit uns im Vorfeld vereinbaren wollen, dann melden Sie sich hier dafür an. Sie können uns einen Wunschtermin angeben und dann auf der Tagung an unserem Messestand treffen. So haben Sie Sicherheit, dass wir uns auf jeden Fall intensiv Zeit für Sie nehmen können.

Außerdem können Sie über uns einen Aktions-Code anfordern, mit dem Sie kostenlos die tekom-Messe besuchen können. Einfach hier klicken und in nur einem Schritt fordern Sie Ihren Aktions-Code an, mit dem Sie Zugang zur tekom-Messe erhalten.

Hoffentlich bis in zwei Wochen

Ich hoffe, wir sehen uns auf der tekom-Jahrestagung. Wir freuen uns über jeden Besucher und über jedes Gespräch. Im Nachgang der Tagung werden wir natürlich wieder einen Blogbeitrag über unsere Eindrücke, Erfahrungen, usw. verfassen. Ich bin gespannt, ob sich die Vorfreude bestätigt und die Tagung ein Highlight werden wird.

Wenn sie noch Fragen, Anmerkungen oder Sonstiges zur tekom-Jahrestagung haben, dann einen Kommentar hinterlassen oder bei mir melden: benjamin.rauschenberger@doctima.de oder 0911/97567027.

Gibt es Themen, die Sie auf der Jahrestagung besonders interessieren? Dann lassen Sie doch bitte einen Kommentar da. Wir gehen gerne darauf ein und freuen uns auf Ihren Beitrag.

Verständlichkeit, Doku und der ganze Rest

2016-Markus-NicklVor einiger Zeit hatte ich die Ehre (und das Glück), von Kornelius Böcher, einem altgedienten Kollegen aus der Technischen Dokumentation, ausführlich interviewt zu werden. So ein Interview ist ja immer eine tolle Gelegenheit, innezuhalten und einen Blick abseits des Tagesgeschäfts zu tun. Und die Fragen, die mir Kornelius Böcher gestellt hat, haben mich wirklich inspiriert, wieder einmal nachzudenken über unseren Berufsstand und wo die Reise hingehen soll.

Das Interview ist im Praxishandbuch „Technische Dokumentationen“ bei WEKA Media erschienen und nun hat Kornelius Böcher es für alle öffentlich auf seiner Website gepostet. Ich wünsche viel Spaß bei einem Besuch von boedoc.

Zehn Dinge, die ein Technischer Redakteur können sollte

Zehn_Dinge bearbeitetSie sind technischer Redakteur oder interessieren sich zumindest für technische Redaktion? Vermutlich schon, denn sonst wären Sie nicht hier. Gut für Sie. Technische Dokumentation gewinnt nämlich an Bedeutung. Hochwertige Dokumentation ist ein Qualitätsmerkmal, mit dem sich Unternehmen profilieren können. Technische Redakteure sind also gefragt. Grund genug, einmal genauer hinzusehen, was so ein technischer Redakteur eigentlich können sollte. Wir haben dazu verschiedene Blickwinkel (mit verschiedenen Erwartungen) auf den technischen Redakteur untersucht. Denn wir wollten wissen: Was denken Berufsanfänger? Wie sieht das offizielle Berufsbild aus? Und wonach suchen Unternehmen tatsächlich?

Was denken Jungredakteure, dass sie können sollten?

Nehmen wir einmal die Perspektive von Berufseinsteigern ein. Gerade angehende technische Redakteure sind noch unbeschriebene Blätter und nicht durch ihre Berufserfahrungen beeinflusst. Stellvertretend für diese Gruppe haben Theo Helmberger und ich uns Gedanken gemacht, welche Kompetenzen wir für wichtig halten. Danach haben wir unsere Gedanken zu dieser Übersicht eingedampft:

Priorität Fähigkeit
1 Selbständiges Arbeiten
2 Sicheres Deutsch
3 Teamfähigkeit
4 Grundlegendes technisches Verständnis
5 Komplexere Sachverhalte einfach darstellen
6 Ausbildung / Studium / Zertifikat
7 Freude am Schreiben
8 Kenntnisse über Standards
9 Didaktische Fähigkeiten
10 Grundkenntnisse der Redaktionssysteme

Aus unserer Sicht müsste selbständiges Arbeiten, sicheres Deutsch und Teamfähigkeit bei technischen Redakteuren hoch im Kurs stehen. Allerdings haben wir als Berufsanfänger bisher nur kleinere, unabhängig arbeitende Redaktionen kennengelernt.

Außerdem sind angehende wie erfahrene technische Redakteure dafür da, dem Auftraggeber Schreibarbeit abzunehmen. Dazu ist ein gewisses Maß an Selbständigkeit nötig. Denn die Probleme sind nur verlagert, wenn sich der Auftraggeber statt mit der Dokumentation mit externen technischen Redakteuren herumschlagen muss.

Was denkt der Fachverband, dass Technikredakteure können sollten?

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Fachverband der technischen Redakteure: tekom.

Werfen wir einen Blick nach oben. Die tekom als der Fachverband der technischen Redakteure hat ein ausführliches Berufsbild dazu entwickelt, was einen technischen Redakteur ausmacht. Wir haben das hier einmal zusammengefasst:

Fähigkeit
Kennt juristische und normative Anforderungen
kennt Prozesse und Methoden der Informationsentwicklung
kann professionell zielgruppenorientiert schreiben
kann optisch ansprechend gestalten und layouten
kann Illustrationen und bildhafte Darstellungen erstellen
hat sprachliche Kompetenz und Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere Englisch
hat Software-, EDV-Kompetenzen
hat interpersonelle Kommunikationskompetenz
hat einen präzisen, sorgfältigen Arbeitsstil
hat Zeitmanagement-Skills

 

Beim Vergleich der Vorstellungen des Fachverbands mit den Vorstellungen der Einsteiger fällt etwas auf. Erlernbare Fähigkeiten, die für die tekom wichtig sind, werden auch von Einsteigern als wichtig erachtet. Davon haben die Berufsanfänger vielleicht schon gehört oder in Praktika Nutzen gehabt. Mit einigen Kompetenzen, die die tekom von fertigen Redakteuren erwartet, haben Berufsanfänger aber noch nichts zu tun. Wohl deshalb werden von der tekom genannte Fähigkeiten wie Zeit- und Prozessmanagement von Einsteigern noch nicht als wichtig erachtet.

Und was erwartet der Arbeitsmarkt tatsächlich von einem Technikredakteur?

Arbeitsplatz

Für Berufsanfänger wichtig: Erwartungen am Arbeitsplatz.

Ein Merkmal von Berufsanfängern ist, dass sie irgendwann mit ihrem Beruf anfangen wollen. Daraus folgt ein Interesse für das, was potenzielle Arbeitgeber von technischen Redakteuren erwarten. Das hat uns auch interessiert und wir haben uns im Stellenmarkt nach den Anforderungen der Arbeitgeber umgesehen. Die Anforderungen haben wir gruppiert und statistisch ausgewertet. Die Essenz aus über 50 Stellenanzeigen ist ein eindeutiges Bild:

Priorität Fähigkeit
1 Technisches Verständnis
2 Sicheres Englisch
3 Erfahrung in der zu dokumentierenden Branche
4 Studium
5 Teamfähigkeit
6 Kommunikationsfähigkeit
7 Selbständigkeit
8 Ausbildung
9 Sicheres Deutsch
10 Erfahrung mit CMS

Technisches Verständnis und Branchenerfahrung sind gefragter als Team- und Kommunikationsfähigkeit. Anscheinend legen Unternehmen mehr Wert auf fachliche als auf soziale Kompetenzen. Kurioserweise wird sicheres Englisch als wichtiger als sicheres Deutsch eingeschätzt. Während die tekom allgemein von Sprachkompetenz spricht, haben Berufsanfänger vor allem das sichere Deutsch im Blick. In Deutschland sind mehrere große internationale Unternehmen tätig. Auch mit Sitz in Deutschland schreiben diese häufig ihre Dokumentation zunächst auf Englisch. Für diese Unternehmen bringt der ideale technische Redakteur deshalb Englischkenntnisse mit. Für Unternehmen, Einsteiger und tekom gleichermaßen wichtig ist, dass die Handwerkszeuge ordentlich beherrscht werden.

Kleinste gemeinsame Nenner

Vergleichen wir die Vorstellungen von Einsteigern, tekom und dem Arbeitsmarkt über das, was einen technischen Redakteur ausmacht. Es gibt drei erkennbare Kompetenzen, die von allen für so wichtig gehalten wurden, dass sie Erwähnung fanden.

Selbständiger Arbeitsstil

Zum perfekten technischen Redakteur gehört ein selbständiger Arbeitsstil. Die tekom wird noch etwas präziser. Zum selbständigen Arbeiten muss man sich die Zeit einteilen können und sorgfältig arbeiten.

Sprachliche Kompetenz

Deutsch sollte der technische Redakteur beherrschen. Englisch wird nur von Einsteigern nicht genannt. Das liegt vielleicht daran, dass Einsteiger nur selten mit englischsprachiger Dokumentation in Berührung kommen. Manchmal treiben es Unternehmen noch weiter und wünschen sich Sprachen wie Französisch, Italienisch oder Spanisch.

Beherrschte Handwerkszeuge

Unternehmen wie Anfänger denken, dass technische Redakteure zumindest erste Erfahrungen mit Content-Management- oder Redaktionssystemen haben sollten. Die tekom gibt sich damit nicht zufrieden. Nach ihren Vorstellungen sollten technische Redakteure auch kompetent im Umgang mit anderer Software sein.

Diese drei Kompetenzen sollte jeder technische Redakteur mitbringen. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Kompetenzen, die den idealen technischen Redakteur ausmachen. Welche das sind, das hängt vom Blickwinkel ab. Je nachdem, aus welcher Ecke man auf den technischen Redakteur schaut, ändert sich sein Profil. Und welche Fähigkeiten sind aus ihrem Blickwinkel besonders wichtig? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

SCHEMA Conference 2016 – so war es

Tja, nun liegt sie hinter uns, die SCHEMA Conference 2016.

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SCHEMA Conference im Convention Center West in der Messe Nürnberg (c) doctima

Zwei Tage unter Strom und mit Hektik sind vergangen. Zwei Tage, die sehr viel Spaß gemacht haben.

Wen haben wir getroffen?

Unter den ganzen SCHEMA-Interessenten und -Kunden waren auch eine ganze Reihe doctima-Kunden und -Kontakte. Das war natürlich toll, bekannte Gesichter zu sehen und sich zu unterhalten. Zusätzlich haben meine Kollegen Johannes Dreikorn und Edgar Hellfritsch und ich  auch viele neue Leute kennen gelernt. Bunt gestreut aus allen Branchen gab es viel Gesprächsbedarf und eine große Nachfrage nach Redaktionsberatung und -dientleistungen sowie Unterstützung zu ST4. Was mich direkt zu den Themen der Conference bringt.

Was waren die Gesprächsthemen?

Einerseits gab es viele Fragen nach Beratung zu Redaktionsprozessen und zum Content Management System, andererseits zu Coachings für Anwender. Was nach wie vor ein großes Thema ist (und das hatte ich im Blogbeitrag im Vorlauf zur Conference Auf zur SCHEMA Conference schon angekündigt): die Migration von Datenbeständen in das Content Management System. Auch wenn einige Stimmen der Meinung sind, das wichtigste ist das Redaktionssystem, der Rest kommt von alleine, ist unserer Erfahrung nach die Migration immer noch eine der größten Herausforderungen. Das CMS soll ja genutzt werden. Also muss ich meinen bestehenden Content auch schlank und strukturiert ins Redaktionssystem migrieren.

Insofern hatte Edgar Hellfritsch mit seinem Vortrag zu diesem Thema den Finger am Puls der Zeit. Nach seinem Vortrag kamen mehrere Zuhörer zu uns an den Messestand um das Gehörte zu vertiefen und weiter darüber zu diskutieren. Was uns natürlich gefreut hat und zeigt, wie aktuell das Thema ist.

Wir hatten zusätzlich noch unsere beiden Produkte ContentConnect und ContentRuleset zum Vorstellen dabei. Und auch diese erwiesen sich als absolut aktuell. Ich hatte viele Gespräche mit Conference-Besuchern über unsere Standardschnittstelle ContentConnect. Denn die Wiederverwendung von Produktinformationen aus der Redaktion und dem Redaktionssystem infolge technischer Weiterpublikation interessiert viele Unternehmen. Und auch das ContentRuleset, unser Controlled-Language-Checker auf Basis von Schematron, fand großen Anklang unter der anwesenden Redakteuren und Dokuleitern. Es wurde als sehr gute Arbeitserleichterung im Redaktionsalltag wahrgenommen. Ich werde die nächsten Tage schon die ersten Angebote an Interessenten der SCHEMA Conference dazu verschicken.

Industrie 4.0 kam auch zur Sprache. Hierbei herrscht noch eine große Unsicherheit, was denn genau dabei auf uns zukommt und wie sehr das den Doku-Bereich prägt. Das spürte man auch auf der Conference. Wir sehen die Technische Dokumentation als einen wichtigen Baustein hin zur Industrie 4.0. Deswegen veranstalten wir am 28.06. eine offene und kostenlose Informationsveranstaltung zu Industrie 4.0 (Informationen dazu gibt es unter Was leistet Technische Dokumentation für Industrie 4.0? oder bei mir: 0911/97567027 bzw. benjamin.rauschenberger@doctima.de).

Und die Vorträge?

Nun, auf Grund der vielen Gespräche am Messestand hatte ich persönlich gar keine Zeit, Vorträgen beizuwohnen. Ich bin mir aber sicher, dass genug gute dabei waren. Würde mich freuen, wenn der ein oder andere in den Kommentaren unten ergänzt, welcher Vortrag oder auch welche Vorträge denn besonders interessant und hilfreich waren und warum.

Die Organisation der SCHEMA Conference

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Das Sommelierset hat Henrik Kaspersen von MAN Diesel & Turbo gewonnen (c) doctima

Die war hervorragend. Es lief alles bestens, alles war super ausgeschildert, die Räumlichkeiten waren toll und übersichtlich, ich fand mich sehr gut zurecht. Falls man doch Hilfe brauchte, gab es genug SCHEMA-Mitarbeiter, die einem weiterhalfen. Und auch Getränke und Snacks waren in unmittelbarer Reichweite und lecker. Schade nur, dass ich durch die Vielzahl an Gesprächen keine Zeit hatte, am Mittagessen teilzunehmen.

Das Abend-Event am ersten Conference-Tag im Bratwurst Röslein war eine gelungene Veranstaltung. Hat mir sehr gut gefallen, im historischen Rahmen zu netzwerken und noch einen Austausch über Fachthemen hinaus zu führen. Einziger kleiner Punkt, an dem noch Luft nach oben ist, ist die Tatsache, dass durch die Bindung an Sitzplätze die Interaktion in diesem Rahmen eingeschränkt war. Ansonsten ein schöner Ausklang des ersten Tages.

Was bleibt?

Wir nehmen eine Vielzahl an Anregungen, Fragen, Ideen und neue Kontakte mit in die nächsten Wochen und Monate. Es gibt viel nachzubearbeiten und wir haben schon auf der Conference einige Web-Präsentationen und Termine vereinbart. Wir freuen uns sehr, mit den beteiligten Personen demnächst wieder zu sprechen und (hoffentlich) zusammenzuarbeiten. Und sicherlich sieht man sich dann auch wieder nächstes Jahr auf der SCHEMA Conference. Für all diejenigen, die nicht da waren: Es lohnt sich zu kommen.

Auf zur SCHEMA Conference 2016

Wir verlosen ein Sommelierset auf der SCHEMA Conference (c) doctima

In eineinhalb Wochen ist es soweit: Die diesjährige SCHEMA Conference findet statt. Am 14. und 15. Juni im Convention Center West in der Messe Nürnberg. Und ich als Neuling bei dieser Veranstaltung bin natürlich ganz besonders gespannt, was mich erwartet. Aus Erzählungen weiß ich, dass es eine tolle und kommunikative Veranstaltung mit innovativen Vorträgen, informativem Erfahrungsaustausch und allgemein sehr guter Stimmung untereinander ist.

Vertreten auf der Conference sind all die, die sich im Netzwerk von SCHEMA tummeln: Interessenten, Kunden und Partner. Da fehlen wir von doctima als Goldpartner natürlich nicht.

Mit Aussteller-Stand, Produkten und Vortrag vertreten

Vor Ort sind wir zu dritt. Edgar Hellfritsch und Johannes Dreikorn im Wechsel, ich als Ansprechpartner die komplette Veranstaltungsdauer über. Am Messestand 8 gibt es alle Informationen zu unserem Portfolio rund um Content Management und ST4.

Letztes Jahr hat Johannes Dreikorn unsere Entwicklung für das Schematron-Modul als Beta-Version auf der Conference vorgestellt. Mittlerweile ist unser Produkt marktreif und bei den ersten Kunden im Einsatz. Worauf wir megastolz sind! Name des Ganzen ist doctima ContentRuleset. Infos dazu gibt es schon online: doctima ContentRuleset, Content-Qualität – am besten automatisch und 600 Regeln für die Content-Qualität. Des Weiteren sehr gerne direkt vor Ort auf der Conference. Ich habe eine Produktvorführung mit dabei und freue mich, wenn diese auch zum Einsatz kommt.

Und auch unser zweites Produkt ist gerade in Fertigstellung. doctima ContentConnect ist eine von uns entwickelte Standardschnittstelle von ST4 in jedmögliches Zweitsystem. Sprechen Sie mich darauf gerne an (entweder auf der Conference oder direkt unter 0911/97567027 bzw. benjamin.rauschenberger@doctima.de) oder lesen Sie selbst, was wir dazu schon im Blog haben: Content Connected und Connecting Content.

Zusätzlich hält mein Kollege Edgar Hellfritsch noch einen Vortrag zum Thema Migration ins Content Management System. Nach wie vor eines der bedeutendsten Themen in IT-Projekten, wie ich es in meinem Vertriebsalltag wahrnehme. Denn egal ob die Daten aus einem veralteten Content Management System oder aus anderen Plattformen/Systemen in ein neues CMS sollen, je nach Datenbestand kann das ganz schön aufwändig sein. Da braucht man gute Nerven. Und gehen dann auch keine Daten verloren? Edgar Hellfritsch gibt Ratschläge, wie man das am besten angeht und was man alles bedenken sollte. Ich bin mir sicher, dass es dazu einigen Diskussionsstoff geben wird.

Verlosung an jedem Messestand

Auch dieses Jahr wird wieder von jedem SCHEMA-Partner, der als Aussteller an der Conference teilnimmt, ein Preis verlost. An unserem doctima-Messestand haben Sie die Möglichkeit, ein Sommelier-Set zu gewinnen. Um an der Verlosung teilzunehmen, einfach an unserem Messestand vorbeikommen. Dort werden wir eine Losbox haben und Teilnahmekärtchen.

Abendveranstaltung am ersten Messetag

Nicht zuletzt freue ich mich sehr auf die Abendveranstaltung am ersten Messetag. Stattfinden wird diese in der Nürnberger Altstadt, im Bratwurst Röslein. Silke Schmitt und ihr SCHEMA-Marketing-Team stellen immer wahnsinnig tolle Events auf die Beine. Das weiß ich aus Erfahrung, weil ich daran schon teilnehmen durfte auf den tekom-Jahrestagungen. Sicherlich wird das wieder ein Highlight werden, in entspannter Atmosphäre am Abend noch viele Gespräche mit Interessenten und Partnern zu führen.

Tja, nun lasse ich bzw. lassen wir die SCHEMA Conference auf mich/uns zukommen. Die Spannung steigt mit jedem Tag. Ein Bericht als Nachlese wird hier im doctima Blog folgen.

5 Gründe, warum du Technischer Redakteur werden musst

Technische Redaktion – ein Sammelbecken für Quereinsteiger. Zunehmend gibt es aber auch Leute, die den geraden Weg gehen; bei mir zum Beispiel mit einem Masterstudium an der Hochschule Merseburg. Deshalb dachte ich mir, ich wende mich heute mal an alle, die sich fragen, ob Technische Redaktion für sie das Richtige ist, und versuche mich an der Berufsberatung.

1. Du bist diejenige, die immer sagt „Hast du mal in die Anleitung geschaut?“

Wenn jemand in deinem Umfeld seine neueste technische Errungenschaft nicht versteht. Denn du weißt: Die Anleitung wurde schließlich nicht umsonst geschrieben. Und meist löst sie das Problem besser als irgendwelche Internettipps.

Und wo wir schon dabei sind: Du bist auch diejenige, die jede Anleitung aufhebt, sich die guten heraussucht und die schlechten heimlich korrigiert – oder wenigstens darüber ablästert.

Und darüber hinaus heißt es nach deiner Meinung …

2. … „Studieren geht über Probieren“

Klar, ein wenig Risiko macht auch mal Spaß. Die Bohrmaschine kann man bestimmt auch mal benutzen, um das neue Tapetenweiß anzurühren… Aber Sicherheitshinweise zum Beispiel werden ja nicht zum Spaß angebracht, wie man im Studium lernt. Sie sind eine Wissenschaft für sich und gar nicht so einfach zu erstellen. Und auch vieles andere erledigt sich nicht „mit einer flotten Schreibe“, sondern ist solides Handwerk.

3. Du suchst gern die Nadel in der Suppe

Äh. Das Haar im Wald. Beziehungsweise das Salz im Heuhaufen. Ach das gibt’s doch nicht!

Was ich damit sagen will: Du liebst Sprache. Und du kannst richtig ungemütlich werden, wenn ebendiese misshandelt wird. Das kommt dir zugute, wenn du Texte zu Immobilienfonds oder Werkzeugmaschinen lektorierst. Wo es unverständlich wird, greifst du ein und klärst mit den Entwicklern die Stellen, die überarbeitet werden sollten.

Und jetzt zu den weniger offensichtlichen Dingen…

4. Du magst Listen….

a) Alphabetische Listen
1. Nummerierte Listen
• Listen mit Punkten und
√ ganz besonders die mit Häkchen!

Und zu Recht. Listen sind die Helden des Alltags, auch in der Technischen Redaktion. Genauso wie man zu Hause aufräumt, wenn man sonst im Chaos versinkt. Listen strukturieren Projekte, Aufgaben, Kriterien usw. Und sie können ganz subtil sogar für eine funktionierende Qualitätssicherung sorgen.

5. Du brauchst Abwechslung

Im Büro, auf dem Schreibtisch, auf deinem Monitor.

Und die bekommst du, das garantiere ich dir. So viel Abwechslung wurde dir das letzte Mal mit sechs Jahren im Bällebad bei IKEA geboten. An einem Tag erklärst du Steuersoftware, am nächsten die Funktionsweise einer Pumpe oder eines Panzers. Und du findest diese ganzen unbekannten Fachbegriffe, Funktionen und Zusammenhänge jedes Mal aufs Neue spannend. Außerdem kann dich irgendwann keiner mehr auf dem Gebiet Allgemeinwissen schlagen. Jauch kann einpacken.

Du willst noch mehr Gründe?

Mir fallen noch viele Punkte ein, die hier folgen könnten. Zum Beispiel, dass du gerne über den engen Tellerrand der eigenen Abteilung hinausblickst. Denn Technische Dokumentation ist eine echte Querschnittsaufgabe, bei der man mit allen möglichen Bereichen im Unternehmen in Kontakt kommt.

Letzten Endes kann man nur in der praktischen Arbeit sehen, was einem am meisten Spaß macht. Für mich ist es die Kombination von Sprache, Technik, Anwenderorientierung und vor allem, Projektziele gemeinsam mit einem Team zu erreichen. Ich jedenfalls fühle mich als Technische Redakteurin pudelwohl.

Hilfe, die Praktikanten sind da!

Korbinian Geiger (23, Bild links) und Korbinian+TheoTheo Helmberger (28, Bild rechts) unterstützen zurzeit als Praktikanten seit dem ersten Oktober respektive zweiten November die technische Redaktion im unserem Haus. Wir haben sie gebeten, kurz über ihr Praktikum zu berichten.

Wie seid ihr zu uns gekommen?

Korbinian: Ich studiere technische Redaktion und Kommunikation im fünften Semester an der Fachhochschule München. Das fünfte Semester ist wie bei vielen Studiengängen an der Fachhochschule ein Praxissemester. Die große Aufgabe des letzten Semesters vor den Sommerferien (in denen erfahrungsgemäß für das Studium wenig bis nichts passiert) war also, einen Praktikumsplatz zu finden. Mein erster Weg führte mich zu den Stellenanzeigen – in der Hoffnung, dort fündig zu werden. Die Hoffnung erfüllte sich und unter den Unternehmen kam mir ein Name bekannt vor: doctima. Den habe ich doch schon mal gehört. So war es auch – in meinem Studium bin ich während der Recherchen zu einer Präsentation auf diesen Blogbeitrag über die Bedeutung von Zielgruppen gestoßen. Deshalb habe ich mich entschieden, mein Praktikum bei doctima zu machen.

Theo: Im Gegensatz dazu bin ich Quereinsteiger im Bereich Technische Redaktion. Nach meinem Magisterabschluss in Japanologie letztes Jahr war ich auf der Suche nach einem für mich passenden Beruf. Trotz vieler Ideen und Empfehlungen (wie dem Klassiker „Irgendwas mit Japan“) entschied ich letztendlich, dass es mit „Dinge erklären“ zu tun haben sollte. Ich liebe es Dinge/Konzepte/Sachverhalte zu erklären. Von einem früheren Treffen mit Katrin Thurnhofer erinnerte ich an ihre Firma, die mit – genau passend – „irgendetwas mit Sachen erklären“ zu tun hat. Also habe ich zum Hörer gegriffen und mir erst einmal erklären lassen, was es denn mit dieser Technischen Dokumentation auf sich hat. Zu Zeit meiner Anfrage war Korbinian gerade in einem auswärtigen Kundenprojekt beschäftigt und die Redaktion gleichzeitig mit Arbeit überlastet, aber eben de-facto ohne Praktikant. Daher hat es sich für beide Seiten angeboten, dass ich an meine telefonische Kurzeinführung ein Praktikum anschließe.

Was macht ihr bei uns? Welche Aufgaben habt ihr?

Theo:  Durch mein fehlendes Wissen über Technische Redaktion und den Zeitdruck zu Beginn meines Praktikums bedingt, bestanden meine Aufgaben in den ersten Wochen hauptsächlich aus Korrekturlesen. Trotz meiner Vorkenntnisse als Geisteswissenschaftler habe ich dabei jedoch noch einiges über das Thema Lektorat gelernt. Erst nach der Lastspitze war dann Zeit für eine Einarbeitung in ST4, Content-Management und ähnliche Gegenstände der Technischen Redaktion. Die Contentpflege eines überarbeiteten maschinenübergreifenden Bedienungskapitels – ein Großprojekt das selbst nach 2 Jahren noch nicht abgeschlossen ist – ist zum Beispiel größtenteils meine Aufgabe. Zusätzlich habe ich zudem bei der Vorbereitung für die Tekom-Jahrestagung und der Weihnachtsaktionen mitgeholfen.

Korbinian: Bei mir Verschiedenes. Anfangs waren die Arbeiten die üblichen Verdächtigen wie Formulare kopieren, Bibliotheksverwaltung, Recherchearbeiten und unkritischen Kleinkram. Theo hat bereits die Arbeit beim Kunden erwähnt, der mit den Inhalten seiner sehr umfangreichen Internetseite umgezogen ist. Nach meiner Rückkehr sind es aber hauptsächlich Arbeiten aus dem Bereich der technischen Dokumentation. Dazu gehören die Nachformatierung von maschinell produzierten Dokumenten, Lektorate und Transfer von Fremddokumentation.

Wie lange musstet ihr euch einarbeiten?

Theo: Nach etwa einer Woche war ich größtenteils akklimatisiert. Was die Aufgaben angeht, so konnte ich vom ersten Tag an mithelfen. Die Kollegen hier sind sehr gut darin die Aufgaben so aufzuteilen und benötigtes Wissen mitzuliefern, dass für jedes Level an Vorkenntnissen etwas dabei ist. Allerdings gab es auch nach 4 Monaten noch neue Sachen zu lernen, wenn eine neue Aufgabe anstand. Dadurch dass man als Praktikant zwischen Projekten wechselt, ist immer irgendetwas anders.

Korbinian: Es vergingen drei bis vier Tage, bis ich einzelne einfache Aufgaben ohne Nachfragen bearbeiten konnte. Als Frischling musste ich mich zuerst in der Netzwerkumgebung und in den internen Wissenspoolen zurechtfinden. Aber bevor ich davon irgendetwas sehen konnte, hat sich Johannes Dreikorn die Zeit genommen und mit mir zusammen die Arbeitsumgebung eingerichtet. Einige Fragen haben sich dann nach einem Blick in den internen Wissenspool geklärt, für manche Dinge muss ich aber immer noch nachfragen, zum Beispiel dann, wenn es um projektspezifische Corporate Designs oder ähnliches geht. Inzwischen läuft die Beseitigung von Unklarheiten aber nebenher, sodass ich mich auf die Arbeit konzentrieren und dabei noch Spaß haben kann.

Macht euch die Arbeit hier eigentlich auch Spaß?

Korbinian: Hier kann sich jeder seine Zeit frei einteilen. Wir arbeiten in Gleitzeit. Natürlich gibt es eine ungefähre Terminplanung, aber jeder entscheidet selbst, wann was bearbeitet wird und wann Pause ist. Es gibt immer was zu tun, man sitzt nie seine Zeit ab. Meistens steht irgendeine Recherchearbeit an, die nicht zeitkritisch ist und im Hintergrund läuft. Abgesehen von der Arbeit ist niemand, den ich bisher kennengelernt habe (und das sind nach vier Monaten doch einige), unfreundlich. Das „Du“ ist hier das Normalste der Welt. Als technische Redaktion ist die doctima auch ein Hort für Leute, die etwa auf der gleichen Wellenlänge sind und so kommt es, dass sich die Gespräche nicht immer um Verben, Texte und Dokumentation drehen, sondern auch mal um die neuesten Filme, Spiele oder Serien. Nicht zu vergessen der ‚Leberkas-Express‘. Falls jemand mittags zum Bäcker oder Metzger fährt, dann wird vorher rumgefragt, ob noch jemand etwas haben will.

Theo: Das stimmt, die Gleitzeit trägt maßgeblich dazu bei. Ansonsten würde ich neben der interessanten und erfüllenden Arbeit auch die Büroräume und das allgemeine Arbeitsklima anmerken. In einem hellen, offenen Büro wie diesem ist es nicht schwer sich wohl zufühlen und die gut ausgestattete Küche trägt ihr Übriges dazu bei. Frotzeleien zwischen IT und Redaktion (Ja, liebe IT, ich esse nunmal langsam!) oder nachmittägliche Blödeleien sorgen zusätzlich für eine lockere Atmosphäre.

Wie ist für euch unsere räumliche Erreichbarkeit?

Korbinian: Die doctima liegt etwas außerhalb der Stadt in einem neu angelegten Industriegebiet. Es kommt also auch frische Luft rein, wenn das Fenster geöffnet wird. Mit dem Bus bräuchte ich etwa eine halbe Stunde von der Innenstadt bis zur doctima. Meistens fahre ich aber mit dem Fahrrad. Der Weg zur doctima führt über Fahrradwege oder ruhige Straßen und ist mit fünf Kilometern nicht übermäßig lang. Sehr wichtig: Obwohl die doctima etwas außerhalb liegt, gibt es für den Hunger zwischendurch in vier Fahrradminuten einen Rewe mit Bäcker und Döner und in fünf Fußminuten die gute Kantine des Fraunhofer-Instituts.

Theo: Für mich verhält es sich ähnlich, da ich auch mit dem Fahrrad komme. Daher finde ich es auch sehr gut dass man Fahrräder im Haus abstellen kann. Der Rewe liegt zudem direkt auf meinem Heimweg und ist somit sehr praktisch wenn man erst um halb acht Uhr abends aus dem Büro kommt (was ich Langschläfer gerne tue).

Was könnt ihr aus eurer Zeit bei uns mitnehmen?

Theo: Mein hauptsächlicher Wissensgewinn erstreckt sich auf die Grundlagen der Technischen Redaktion (Was ist Sinn und Zweck/Ziel der TR und wie wird dieses erreicht) und die Erkenntnis, dass ich in diesem Beruf arbeiten möchte. Darauf aufbauend habe ich die verschiedenen Möglichkeiten in den Beruf einzusteigen gelernt (Studium, berufsbegleitende externe Weiterbildung, Weiterbildung in Vollzeit, berufsbegleitendes Studium, Ausbildung, Tekom-Volontariat). Zudem hat mir meine Zeit hier gezeigt, wie wertvoll nicht TR-bezogenes Wissen sein kann: Der „andere Blickwinkel“ ist nicht zu unterschätzen. Darüber hinaus weiß ich jetzt mehr über die Struktur von Anleitungen und Arbeitsabläufen, Grundlagen in InDesign und Photoshop sowie XML und ST4.

Korbinian: Mir als Student im Praxissemester war natürlich wichtig, das Gelernte auch praktisch anzuwenden. Was ich im Studium über Word, InDesign, Terminologie und allgemein über Content-Management-Systeme gelernt habe, das hat sich in der Praxis als nützlich herausgestellt. Was ich im Studium nicht gelernt habe, das ist der tägliche Arbeitsablauf eines Redakteurs. Zur Redaktion gehört eben nicht nur Schreiben, sondern auch Zeitmanagement, Verwaltung und der Informationsaustausch mit anderen Redakteuren und mit Kunden. Mitgenommen als allgemeine Weisheit habe ich, dass Verbesserungsvorschläge auch von Praktikanten durchaus erwünscht sind und man keine Scheu haben sollte, sich einzubringen.

Wir möchten am Schluss noch für die tolle Zeit in eurer Firma danken! Hoffentlich ist unser Abschied keiner für immer.

Weihnachten: Out of the Box

weihnacht_2015Mittlerweile ist es ja eine schöne Tradition geworden, dass wir zu Weihnachten in unserem Blog ein „Gutzi“ hinterlegen, sozusagen eine kleine digitale Leckerei, die wir selbst gestaltet haben. Dieses Mal haben wir uns eine Bastelanleitung für eine kleine Geschenkbox überlegt: zum selber nutzen oder als nette Verpackung für kleine Aufmerksamkeiten, mit denen Sie Ihre Lieben überraschen möchten.

Wir wünschen all unseren Lesern und Leserinnen, all unseren Kunden und Geschäftspartnern eine besinnliche Vorweihnachtszeit.

 

3D, in Farbe und bunt – die tekom Jahrestagung 2015

Normalerweise schreiben wir ja hier nach der Jahrestagung über die Vorträge, die wir so besucht haben, und welche Themen uns besonders beeindruckt haben. Nur: Seit langem waren wir zur Herbsttagung auch einmal wieder als Aussteller dabei. Und: Wir hatten so viele spannende Gespräche an unserem Stand, dass wir sogar Schwierigkeiten hatten, zu unseren eigenen Vorträgen zu kommen. Weitere Vorträge zu besuchen, war einfach nicht drin.
Deshalb wollen wir dieses Mal ein wenig zusammenfassen, was wir aus den Besuchen bei uns am Stand mitgenommen haben und welchen Eindruck wir vom gesamten Rahmen hatten.

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[Edgar Hellfritsch] Tatsächlich waren die einzigen Vorträge, denen ich während der Tagung zuhören konnte, die anderen Beiträge zum ShowCase Mobile Doku, das ich mit meinem Projektbericht zum Handbuch Arbeitssicherheit und Umweltschutz der DKA GmbH eröffnen durfte.

Da hatte schon einiges Hand und Fuß, und wir sind gut vorne mit dabei. Das gibt ein gutes Gefühl.

Auch der Partnervortrag mit Herrn Hentsch von der Hilscher GmbH hat großen Spaß gemacht (TechDok als Marketing-Turbo). Auch weil ein großes Interesse an den messbaren Erfolgen spürbar war, die wir vorgestellt haben. Nochmal einen herzlichen Gruß an alle, mit denen ich so viele großartige Gespräche führen durfte, und spätestens bis zur nächsten tekom-Tagung!

 

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[Christian Hammer] Nette Leute, schönes Hotel, meist gutes Essen. Soweit könnte die erste Beschreibung meiner Eindrücke von der tekom-Jahrestagung auch auf einer Urlaubskarte stehen. Dieses Jahr gab es aber was Besonderes, doctima war seit Langem mal wieder als Aussteller auf der angeschlossenen Messe präsent.

Sobald man (laut tekom-Namensschild) vom Teilnehmer zum Aussteller mutiert, verschiebt sich auch die eigene Wahrnehmung der Tagung. Aus den vielen durch Kaffeetrinken mit Bekannten unterbrochenen Vorträgen wird das eher stationäre Bewachen des doctima-Standes. Das klingt erstmal langweiliger. Ist es aber nicht. Der Kaffee war, dank der exzellenten Stand-Wahl unseres Benny Rauschenberger, auch diesmal immer verfügbar und es gab niemanden, der uns nicht gefunden hätte. So konnten viele die Gelegenheit zu einem Pläuschchen bei Schoki und Apfelsaft nutzen. Man muss also sagen, der Stand hat richtig Spaß gemacht. Einziger Wermutstropfen: Wir haben unseren liebgewonnen 3D-Drucker am Ende der Tagung wirklich verlost. Glückwunsch nochmal an den Gewinner Thomas Stutz von der Firma EMAG in Salach.

 

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[Benny Rauschenberger] An unserem doctima-Messestand auf der tekom-Jahrestagung hatten wir eine Vielzahl von wirklich interessanten Gesprächen. Themen, die die Messe-Besucher umtrieben, waren vor allem Content Delivery, mobile Dokumentation und Qualitätssicherung. Die Herausforderungen, wie Content weiterverarbeitet und in verschiedene Medien ausgespielt wird, egal ob mobil oder browser-gestützt, und wie der Content dann vereinheitlicht wird, spielen anscheinend nach wie vor eine große Rolle. Hierzu haben wir unzählige tolle Gespräche geführt und wurden auch sehr positiv wahrgenommen. Das hat sehr viel Spaß gemacht und macht Lust auf mehr. Nächstes Jahr werden wir bestimmt wieder mit Vorträgen und einem Messestand vor Ort sein.
Super war auch der Service und Support der tekom und der Messe Stuttgart, sowohl im Vorfeld als auch auf der Tagung selbst. Danke hierfür!

 

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[Markus Nickl] tekom Jahrestagung – ein Highlight im Doku-Kalender, das bei mir schon zu Beginn des Jahres dick angemarkert ist. Aber klappt das auch, wenn man dort ausstellt? Ich muss zugeben, ich war skeptisch. Unnötig skeptisch, wie ich jetzt gemerkt habe. Tatsächlich musste ich bei den Besuchen in den Vorträgen zurückstecken. Aber: Die Gespräche am Stand und auf den After-Show-Parties (danke an tekom, Schema und unsere kroatischen Stand-Nachbarn Ciklopea) waren wirklich extrem spannend. Was ich mitgenommen habe? Social Media scheint endlich auch bei Technischen Redakteuren als Betätigungsfeld anzukommen, insbesondere auch im Kontext Social Intranet (Dazu habe ich auch beim Fokustag Intranet einen Vortrag gehalten). Mobile Doku nimmt langsam Fahrt auf. Und Content Delivery führt die Dokumentation wieder näher an andere Kommunikationsabteilungen in den Unternehmen. Drei Themen also, bei denen wir gut aufgestellt sind. Ich freue mich auf die Projekte, die sich hier abzeichnen.

 

Und wie geht es anderen, die bei der #tekom2015 dabei waren? Was hat Sie beeindruckt, welche Themen waren heiß, wo die schlimmsten Flops? Schreiben Sie es uns in die Kommentare.