Feedback, bitte! – Warum Technische Redaktion keine Einbahnstraße sein sollte

Martin Häberle arbeitet als Technischer Redakteur für ein mittelständisches Software-Unternehmen und ist Lehrbeauftragter an der Hochschule Gießen im Studiengang „Technische Redaktion und Multimediale Dokumentation“ für Wiki-basierte Dokumentation. Zu diesem Thema ist er auch als Berater, Trainer und Autor u.a. für die K15t Software GmbH tätig.

(c) K15t Software

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Lange Zeit war Technische Redaktion eine Einbahnstraße. Wir schickten Informationen in die eine Richtung, und aus der anderen kam nichts zurück. Doch in Zeiten des Web 2.0 ist das zu wenig. Technische Redakteure müssen heute kommunizieren und interagieren können – auch mit ihren Lesern. Feedback hilft ihnen dabei, Technische Inhalte nutzergerecht zu erstellen und kontinuierlich zu verbessern. Anstelle der Einbahnstraße ist Technik-Kommunikation heute ein iterativer Prozess, funktioniert also eher wie ein Kreisverkehr.  Für diese neuen Redaktionsprozesse benötigen wir neue Werkzeuge – weg von Redaktionssystemen oder DTP-Werkzeugen, hin zu kollaborativen Plattformen.

Lesen Sie in diesem Artikel, warum Feedback so wichtig ist, um hilfreiche Inhalte zu erstellen und wie Web-basierte Kollaborationswerkzeuge sowohl internes Feedback als auch Kundenrückmeldungen für Technische Dokumentation ermöglichen.

Gutes Feedback ist mehr als Lob

Feedback hat hier im Südwesten Deutschlands wenig Tradition. Denn in meinem Heimatland Baden-Württemberg heißt es „Net g’schimpft isch genug g’lobt“ und das bedeutet in der Praxis, dass man sehr wenig Feedback bekommt – sei es nun Lob oder Kritik. Dabei ist Rückmeldung wichtig, um besser zu werden! Gerade als Technischer Redakteure sind wir auf Feedback angewiesen. Nur so können wir hilfreiche Inhalte erstellen, die unsere Leser erwarten und den Nutzern Informationen bereitstellen, die sie wirklich benötigen.

Üblicherweise erhalten Technische Redakteure aber nur selten (nützliches) Feedback zu ihren Inhalten. Vielleicht kommen während der ohnehin viel zu kurzen Review-Phase ein paar handschriftliche Korrekturen von den Fachexperten hereingeflattert, und manchmal werden uns die Kollegen sogar mit ein paar erhellenden Erkenntnissen beglücken. Doch fast nie erhalten wir in der Technikkommunikation eine Rückmeldung von denjenigen, mit denen wir wirklich kommunizieren möchten: von den Leserinnen und Lesern.

Doch warum kommuniziert die Leserschaft nicht mit uns? Ein Grund für ausbleibendes Feedback ist, dass eine Beteiligung der Leserschaft in traditionellen Redaktionsprozessen entweder nicht vorgesehen ist oder nicht einfach und zuverlässig möglich ist. Erst die Web-2.0-Bewegung brachte entsprechende Web-basierte kollaborative Werkzeuge (z.B. Wikis) hervor – digitale Plattformen, auf denen Inhalte nicht nur konsumiert, sondern auch selbst erstellt werden können.

Moderne Web-basierte Plattformen gehen neue Wege, um Inhalte kollaborativ zu erstellen, zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Dokumentation bereitzustellen ist damit nicht mehr länger ein Monolog gegenüber den Lesern, sondern wird zum Dialog. Der Technikredakteur wird endlich zum Technik-Kommunikator!

Der Content-Lebenszyklus „2.0“

In typischen Dokumentationserstellungs-Prozessen planen Technische Redakteure zunächst ihre Informationsprodukte, erstellen eine Struktur und recherchieren, bevor sie mit dem Erstellen der einzelnen Inhaltsbausteine loslegen. Die Entwürfe werden so lange angepasst und Überarbeitungen werden abgestimmt und zusammengeführt, bis jemand eine Freigabe erteilt und die Inhalte ins gewünschte Zielformat ausgegeben werden. Und schließlich gelangt die Dokumentation zu ihren Lesern.

(c) K15t Software

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Wenn wir einen kollaborativen Ansatz verfolgen, können wir noch eine fünfte Phase zu diesem Prozess hinzufügen: das aktive Einbeziehen unserer Leser („Engage“). Indem wir es ihnen ermöglichen etwas Inhaltliches beizutragen, schließt sich die Feedback-Schleife und wir beginnen miteinander zu kommunizieren. Auf Basis der Anregungen, Fragen und Wünschen ihrer Leser können Technische Redakteure ihre Dokumentation so kontinuierlich verbessern, wie dies beispielsweise in der agilen Software-Entwicklung praktiziert wird.

Im Wiki lässt sich jede Änderung nachverfolgen – der gesamte Prozess von der Erstellung bis zum Review wird transparent für alle Beteiligten. Und wenn wir Feedback sowohl beim internen Review als auch während der Nutzung der bereitgestellten Inhalte erhalten, dann wirkt sich das positiv auf die Qualität der Inhalte aus (entgegen einiger unhaltbarer Wiki-Mythen).

Feedback zu Inhalten im Entwurfsstadium

Während des internen Lektorats prüfen die eingeladenen Fachexperten unsere Inhalte. Sie kommentieren hier und dort, schließen ein paar Wissenslücken und klären inhaltliche Fehler und Missverständnisse mit den Technischen Redakteuren. Außerdem gibt es möglicherweise einen Schlussredakteur, der den Entwurf auch auf Sprache, Stil und Struktur prüft und dadurch eine gewisse Konsistenz und formale Richtigkeit sicherstellt. Schließlich wird der Entwurf freigegeben und publiziert.

In einer kollaborativen Plattform sind alle, die am Redaktionsprozess beteiligt sind, sprichwörtlich auf der gleichen (Wiki-)Seite. Soziale Funktionen wie Kommentare, ein „Gefällt mir“-Button oder die Möglichkeit, Inhalte einfach zu teilen, helfen den Nutzern, miteinander effizient zu kommunizieren und mit den Inhalten zu interagieren – sogar wenn die Beteiligten über verschiedene Standorte oder sogar Zeitzonen hinweg verteilt arbeiten.

Abhängig von der gewünschten Arbeitsweise ist die letzte Inhaltsversion entweder sofort online für die Nutzer verfügbar, oder es wird ein Freigabeschritt zwischengeschaltet.

Mit der Kollaborationsplattform Atlassian Confluence lassen sich beispielsweise Inhaltsfragmente aller Arten und Größen kommentieren, Überarbeitungen anregen und schließlich als gelöst markieren – und das mit wenigen Klicks und ohne das Browserfenster zu wechseln. Nutzer können Inhalte bei Bedarf hinzufügen, bearbeiten oder löschen. Dabei bleibt jede Änderung transparent und kann bei Bedarf auf eine vorherige Fassung der Seitenhistorie zurückgesetzt werden.

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Über Erweiterungen, sogenannte Add-ons, können in diesem Unternehmens-Wiki Entwurfsversionen und freigegebene Versionen für Inhalte definiert werden. So ermöglicht beispielsweise die Erweiterung Comala Workflows, den Seiten einen Status zuzuweisen. Oder mit Hilfe des Add-ons Scroll Versions lassen sich freigegebene Inhalte bei Bedarf sogar in einen separaten Wiki-Bereich publizieren, der auf Wunsch öffentlich zugänglich ist. Darüber hinaus verwaltet dieses Add-on auf Wunsch auch mehrere Versionen und Varianten der Dokumentationsinhalte in einem zentralen Autorenbereich.

Diese Vorgehensweise ist an die Versionsverwaltung von Quellcode in der Software-Entwicklung angelehnt, wo in Entwicklungszweigen und Releases gedacht wird. Zunehmend verfolgen aber auch Technische Redakteure anderer Branchen diesen Ansatz, um Dokumentation agil erstellen und bereitstellen zu können.

Wege, wie wir von unseren Lesern lernen können

Die zweite (und spannendere) Art des Feedbacks kommt von den Leserinnen und Lesern, also all denen, welche die bereitgestellte Dokumentation auch tatsächlich nutzen um etwas zu lernen und um ein bestimmtes Problem zu lösen. Um deren Rückmeldungen effizient einzuholen, führt praktisch kein Weg an einer Web-basierten Plattform vorbei. Als Technische Redakteure können wir hier Bewertungs- und Kommentarfunktionen sowie Web-Analysewerkzeuge zu unseren Gunsten einsetzen.

Bewertungsfunktion für hilfreiche Inhalte
Am Naheliegendsten ist wohl die Verwendung einer Bewertungsmöglichkeit für die Nutzer der Dokumentationsinhalte. Technische Redakteure können über die Summe der Bewertungen eine Aussage über die Nützlichkeit der dargebotenen Inhalte erhalten – etwa auf einer Skala von 1–5 Sternen. In Confluence gibt es hierzu das Rate Macro, welches diese Funktion bietet.

Kommentare und Diskussionen
Manche Leser würden ausführlicheres Feedback in Form von Kommentaren hinterlassen – wenn wir es ihnen erlauben. Fehlt etwas, ist eine Information veraltet oder irreführend? Unsere Nutzer möchten vielleicht weiterführende Fragen stellen oder haben sogar selbst Antworten und Problemlösungen gefunden, die sie mit anderen Nutzern teilen wollen. Dies bereichert in vielen Fällen die von uns Technischen Redakteuren bereitgestellten Dokumentationsinhalte erheblich.

Die PHP-Dokumentation gewinnt beispielsweise erheblichen Nutzwert durch sogenannte „User-contributed notes“, also von Nutzern beigesteuerte Anmerkungen.

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Andererseits können Nutzerbeiträge in großer Zahl auch eine echte Herausforderung für Technische Redakteure darstellen. Beim Software-Hersteller Atlassian, der seine Produktdokumentation im öffentlichen Confluence-Wiki bereitstellt, zeigte sich kürzlich, dass sich nur rund 20 % der Kommentare auf den Hilfeseiten direkt auf die Inhalte bezogen – der größte Anteil beinhaltete Support-Anfragen, Funktionswünsche etc. Dies führte dazu, dass das kollaborationsbegeisterte australische Unternehmen sich dazu entschied, dort die Kommentarfunktion vorerst zu deaktivieren.

Der zugehörige Blogpost, in dem Atlassian diese Entscheidung ankündigte, zeigt uns aber auch, wie gut Nutzerkommentare funktionieren und welchen Mehrwert sie bieten können. Mehr als 60 Personen kommentierten den Beitrag und diskutierten ihre Bedenken und Ideen mit den Atlassian-Verantwortlichen, die nicht nur in den Kommentarspalten den Dialog suchten.
In manchen Fällen mögen Kommentare also zu viel des Guten sein, aber sie sind definitiv etwas Gutes!

Detaillierte Webseiten-Zugriffsanalysen
Der dritte Weg, um an Feedback zu kommen führt über die Erhebung von Nutzerdaten. Mittels Web-Analysewerkzeugen wie Google Analytics können wir Technischen Redakteure beispielsweise schnell herausfinden, wie viele Nutzer unsere Web-basierte Dokumentation nach bestimmten Stichwörtern durchsuchen und wie lange Besucher auf den einzelnen Seiten verweilen. Web-Analysewerkzeuge sind wohl der leiseste Weg, um mehr über das Verhalten unserer „Kunden“ zu lernen.

Fazit

Erfolgreiche Technische Kommunikation ist mehr als Technische Redaktion. Dabei kommt es in hohem Maß auf das Nutzerfeedback an, damit wir passgenaue Inhalte für unsere Leserschaft erstellen können und um deren Informationsbedarf gemäß ihrer Erwartungen zu decken. Der beste Weg dorthin führt über kollaborative Methoden, die wir sowohl im internen Review-Prozess als auch zum Einholen von Kundenfeedback anwenden.

Viele Organisationen haben ein Enterprise-Wikis als optimale Plattform identifiziert, die beide Aspekte in einem Web-basierten Kollaborationswerkzeug vereint. Wenn wir Nutzer beim Erstellen und Optimieren von Inhalten beteiligen, so erhalten wir viel mehr ist als die Summe der einzelnen Bestandteile. Das gilt nicht nur fürs Web 2.0 allgemein, sondern auch für Technische Dokumentation.

Und wenn wir Technischen Redakteure aufmerksam in unseren Feedback-Kanal hineinhören, dann können wir möglicherweise sogar das eine oder andere Lob darin finden … 😉

Dieser Beitrag ist der erste Teils einer Artikelreihe im englischsprachigen Blog von K15t Software. Im nächsten Teil werden dort Lösungen vorgestellt, wie sich kollaborative Hilfeplattformen im Web bereitstellen lassen, damit wir als Technische Redakteure unsere Dokumentation auf die nächste Stufe bringen können.

Gut gerüstet für Social Media Marketing

Stephanie Holmes: Social Media Marketing 2015

Stephanie Holmes: Social Media Marketing 2015

Social Media spielt auch für kleinere Unternehmen und Selbstständige eine wichtige Rolle. Oft fehlen hier jedoch Zeit, Know-how und das finanzielle Budget, um soziale Medien zielgerecht zu nutzen. „Social Media Marketing 2015“ von Stephanie Holmes will hier eine Hilfe bieten. Ihre Erfahrungen hat die Autorin in IT-Projekten und durch die Arbeit mit Unternehmen in ihrer Social Media Beratungsagentur gesammelt. Mit dem Buch zeigt sie, wie sich Social Media auch ohne eigene Abteilung für die externe Kommunikation einsetzen lässt.

Marketing im Vorübergehen
Auf knapp 200 Seiten mit insgesamt 17 Kapiteln geht sie auf die wichtigsten Aspekte Ihrer Zielgruppe ein: Selbstständige sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Dort muss Social Media Marketing meist „nebenbei“ geschehen. Damit das Social Media  Engagement nicht bei einer kurzfristigen Aktion bleibt, deren Effekt schnell versandet, legt die Autorin zunächst einen theoretischen Grundstein. Mit dessen Hilfe kann man anschließend schnell selbst in der Social Media-Welt Fuß fassen und das „Marketing nebenbei“ professionell gestalten.

Grundgerüst für den schnellen Einstieg
In vier Blöcken lernt der Leser Grundlegendes zu Theorie und Praxis des Social Media Marketing:

  • Social Media im Unternehmen
  • Vorstellung von Social Media-Plattformen
  • Planung einer Social Media Strategie
  • Umgang mit Krisen und Kritik

Jedes Kapitel ist so aufgebaut, dass das neu erworbene Wissen mit Fragen und Übungen gefestigt wird. In den einzelnen Kapiteln erklärt die Autorin zunächst in straffer Form, worum es geht. Zahlreiche Abbildungen erleichtern das Verständnis. Im Grundlagenteil wird Social Media im Unternehmen eingeordnet: Wo in der Unternehmenskommunikation ist es anzusiedeln, wer ist dafür verantwortlich? Anschließend erfährt man, welche Social Media Plattformen (XING, Twitter, Groupon etc.) im Netz zu finden sind und was sie dem Unternehmen bringen. Die Autorin konzentriert sich hier auf die Funktionalitäten der Plattformen und nicht auf die technischen Details. Ein kritischer Abschnitt sowie ein Fallbeispiel runden jedes Kapitel zu den Plattformen ab. Der letzte Teil des Buches zeigt schließlich, wie man eine Strategie entwickelt und Social Media für sein eigenes Unternehmen einsetzt.

Gute Grundlage – aber ausreichend für die Praxis?
Die Autorin hat sich eine ambitionierte Aufgabe gestellt – Selbstständige und KMU sollen mit dem Buch von Social Media profitieren können. Umfang und Preis des Buches sprechen für eine kurzweilige und praxisnahe Darstellung. Der Inhalt wird anschaulich erläutert und durch diverse Hilfsmittel wie Fragenblöcke, Comics etc. ist er leicht verständlich.

Doch der Umfang hat seine Tücken: Zum Beispiel sind einige Plattform-Beschreibungen zu begrenzt: statt der Unternehmenssicht steht manchmal die persönliche Praxis im Vordergrund. Für XING beispielsweise wäre die Pflege einer Unternehmensseite interessant; nicht unbedingt nur, wie man sich als Privatperson anmeldet. Die einzelnen Kapitel könnten mehr harte Fakten und vor allem Handlungsanweisungen beinhalten. Wünschenswert sind auch Hinweise, wo und wie man das Wissen selbstständig weiter vertiefen könnte.
Hilfreich sind dagegen die zahlreichen Übungen und Anregungen, über Social Media in seinem Unternehmen nachzudenken. Stets geht es in den Übungen darum, das gerade Gelesene auf sein eigenes Unternehmen anzuwenden. So ist der erste Schritt zur Umsetzung bereits beim Lesen des Buchs getan. Fallbeispiele zeigen außerdem sehr anschaulich, wie andere Unternehmen die verschiedenen Plattformen einsetzen und was man aus Fehlern von anderen lernen kann.

Fazit
Insgesamt: ein schnell und angenehm lesbares Buch, das seiner Zielgruppe den Einstieg in das Thema leicht macht. Besonders der Abschnitt zur Planung einer Strategie wird in der Einführungsphase sicher immer wieder nützlich werden. Auch die vielen Übungen mit direktem Praxisbezug machen das Buch zu einer lohnenden Lektüre. Wer allerdings tiefer in das Thema einsteigen möchte, kommt schnell an die Grenzen des Buchs. Ein Manko, das man aber bei dem budgetschonenden Preis von 19,90 € durchaus in Kauf nehmen kann.

Hinweis: Das hier besprochene Buch wurde uns von der Autorin kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Verlag und die Autorin haben keinerlei Einfluss auf den Inhalt dieser Besprechung genommen.

Literatur:  Stephanie Holmes [2015]: Social Media Marketing 2015. webmasters press, Nürnberg. ISBN 978-1511552639

Alte Zöpfe – neue Chancen

Kein alter Zopf  (c) Helmut J. Salzer  / pixelio.de

Kein alter Zopf
(c) Helmut J. Salzer / pixelio.de

Letzte Woche haben wir einen erschütternden Einblick in die Tiefen der TYPO3-Altlasten gegeben. Zugegeben: Letzten Endes kann TYPO3 nichts für die mangelnde Update-Bereitschaft seiner Benutzer; bei Drupal-, WordPress- und Joomla-Installationen sieht das auch nicht anders aus.
Deshalb wollen wir uns in diesem Post ansehen, welche Chancen das Update auf TYPO3 6.2 bietet. Und natürlich die versprochene Auflösung bringen, warum 4.5 manchmal mehr ist als 6.

Mehr Bequemlichkeit und Sicherheit

Auf die Sicherheitsaspekte beim Umstieg auf TYPO3 6.2 sind wir schon im letzten Beitrag eingegangen. Hinzu kommen zahlreiche Neuerungen auf technischer Seite (z. B. die Einführung des File Abstraction Layer oder die Umstellung auf MySQLi). Und man gewinnt eine Menge an Bequemlichkeit in der Handhabung: definierbare Displaybreiten in der Seitenvorschau (für responsive Seiten), automatische Content-Veröffentlichung im Scheduler, einfachere Formularerstellung im Form Wizard. Schon die neuen Features lohnen also den Umstieg. Daneben gibt es aber noch andere Chancen, die ein Upgrade auf TYPO3 6.2 bietet.

Responsive, Adaptive – Hauptsache -ive

Auch wenn es jetzt nicht so heiß gegessen wird, wie manche das gekocht haben: Google bewertet in Zukunft Webseiten auch danach, ob sie auf mobilen Geräten sinnvoll nutzbar sind, also z. B. adaptive oder responsive reagieren.
Für die weniger Webtechnik-Affinen unter Ihnen:  Beide Techniken verwendet man zur Anpassung einer Website an das gerade verwendete Anzeigegerät. Adaptive heißt dabei, dass die Anpassungen bereits vor dem Ausliefern der Seite an den Browser, also auf dem Server, passieren. Das ist wesentlich flexibler, aber auch aufwendiger.

Deshalb verwendet man häufig das einfachere responsive Design. Hierbei entscheidet sich erst im Browser, wie eine Seite dargestellt wird. Der Nachteil dabei: Der komplette Inhalt muss ausgeliefert werden, egal ob er in der entsprechenden Darstellung auch  gebraucht wird.Google ist es übrigens prinzipiell egal, für welche Variante Sie sich entscheiden. Mit adaptiven Verfahren laufen Sie aber wesentlich weniger Gefahr in andere Google-Fettnäpfchen wie lange Download-Zeiten oder unnötige Übertragungen zu treten.

Egal, für welche Technik Sie sich entscheiden: Eine mobile Darstellung ist fast immer Pflicht. Und das TYPO3-Update ist der ideale Zeitpunkt dafür. Erledigen Sie alles in einem Aufwasch. Denn oft ist Nutzen und Potenzial nicht ganz so groß, wie Sie die Web-Agentur gerne glauben machen will. Ob Sie Ihre Bierflaschenreinigungsanlage oder den neuen Herzschrittmacher gut verkaufen, steht und fällt wahrscheinlich nicht mit Ihrer mobilen Seite…

Endlich sozial

Social-Media ist wichtig, das weiß heute jeder. Aber was hat Social Media mit TYPO3 zu tun? Mehr, als man denkt: Moderne Extensions wie SocialSharePrivacy  sorgen für perfekte Integration der Social-Media-Angebote und gleichzeitig für die Einhaltung der aktuellen Datenschutzrichtlinien.
Social Media in die Website zu integrieren bringt allerdings nichts, wenn sich nichts tut auf den sozialen Plattformen. Letzten Endes haben Sie nur drei Optionen: Entweder Sie nehmen sich (a) Zeit oder geben (b) anderen Geld oder lassen es (c) ganz. Interessanterweise hat gerade bei einem schon fast intimen Vorgang wie der Kommunikation mit Besuchern per Social Media eine externe Agentur meist sowohl die besseren Themen als auch höhere Durchhaltevermögen. (Teilweise) Auslagern ist deshalb nicht die schlechteste Idee.

Die Lösung zu 6 ist kleiner als 4.5

Sollten Sie nicht wissen, wovon ich rede, empfehle ich den Beitrag „TYPO3-Altlasten“ aus der vergangenen Woche. Kurz zusammengefasst: Unsere kühne Behauptung war, dass 4.5 manchmal mehr ist als 6.0. Dazu sollte man Folgendes wissen.
Im Moment gibt es zweieinhalb Versionen von TYPO3, die mit Updates versorgt werden. 6.2 ist das aktuelle LTS-Release. LTS steht hierbei für „Long Term Support“ und bezeichnet Versionen, die besonders lang aktualisiert werden und sich dadurch besonders für den Einsatz im professionellen Umfeld anbieten. Die aktuelle Version 7 ist keine LTS-Version und wird deshalb nicht so lang unterstützt.
Die gerade ausgelaufene LTS-Version 4.5 hat im März ihre letzte Unterversion mit der Nummer 40 bekommen. Für 4.5 gibt es – als absolutes Novum im TYPO3-Umfeld und von der TYPO3-Gemeinde nicht gerade gern gesehen – nur noch bezahlte Updates. Für 5000 Euro pro Instanz bekommt man hier eine Gnadenfrist bis März 2016. Da Version 6.0 keine LTS-Version war, wurde sie nur kurz (ca. sechs Monate) mit Updates versorgt. Und daraus folgt: 4.5 LTS ist besser – da länger unterstützt – als Version 6.0.

 

Anleitung für starke Marken

Mit Anleitung zur Marke

(c) R. B. / pixelio.de

Über Anleitungen als Marketinginstrument haben wir uns im doctima-Blog schon öfter Gedanken gemacht. Denn Berührungsängste zwischen Technischer Dokumentation und Marketing schaden letzten Endes beiden Kommunikations-Abteilungen.

Heute ist nun von mir ein umfangreicherer Beitrag auf marconomy zu diesem Thema erschienen. Anhand von 6 Tipps zeige ich, wie Produktanleitungen Marketingfunktionen übernehmen können. Schauen Sie doch mal rein: Mit diesen 6 Tipps wird Ihre Produktanleitung zum Hit.

 

Leseliste: Social Media Controlling

Social Media Controlling - mehr als Strichlisten  (c)  Denise  / pixelio.de

Social Media Controlling – mehr als Strichlisten
(c) Denise / pixelio.de

Manche empfinden das Controlling von Social-Media-Aktivitäten als lästige Pflicht. Richtig gemacht ist es aber ein Turbo für den Erfolg im Web 2.0. In der heutigen Leseliste zeigen wir die besten Tipps fürs Social Media Controlling und Monitoring. Weiterlesen

TYPO3-Tipps: Cache leeren

Der Cache und was drin steckt.

"Leeren Sie Ihren Speicher" (c) Joujou  / pixelio.de

„Leeren Sie Ihren Speicher“
(c) Joujou / pixelio.de

Ein Cache ist im Allgemeinen ein Zwischenspeicher, in dem Ergebnisse aufwendiger Berechnungen oder lange Ladevorgänge für die spätere Wiederverwendung gespeichert werden. Das ist  z. B. dann der Fall, wenn der Aufruf einer Internetseite für den Server sehr viel Arbeit bedeutet (z. B. wegen großer Datenbankabfragen), das Ergebnis sich aber nicht allzu häufig ändert. Das System erzeugt dann die Seite nur einmal und liefert dasselbe Ergebnis danach an alle aus, die diese Seite anfordern.

TYPO3 geht dabei nach dem Motto vor „Wenn etwas geändert wird (z. B. durch die Hand eines Redakteurs), hat sich danach wohl etwas geändert!“. Klingt plausibel. TYPO3 verwirft grundsätzlich also Cache-Einträge, wenn es merkt, dass Seiten verändert wurden.
Das Problem an diesem Vorgehen ist, Weiterlesen

7 mal Themen finden leicht gemacht

(c) uschi dreiucker  / pixelio.de

Finden statt suchen
(c) uschi dreiucker / pixelio.de

„Was soll ich nur schreiben?“ Normalerweise plagt uns Technische Redakteure dieses Problem ja eher nicht. Wenn wir ein Produkt dokumentieren, ist das Thema ja schon automatisch vorgegeben. Immer öfter sind Technische Redakteure aber auch verantwortlich für PR-nahe Aufgaben wie Fachartikel, Blogbeiträge oder Produktvorträge. Und da kann die Themensuche durchaus zum Problem werden. Hier also ein paar Tipps, die das Leben leichter machen.

1. Bereit sein

Themenideen warten nicht darauf, dass man gerade Zeit für sie hat. Sie kommen überraschend und meist genau dann, wenn man am wenigsten mit ihnen rechnet: unter der Dusche, nachts um drei, beim Bergsteigen… Da ist es gut, wenn man vorbereitet ist und Ideen zumindest skizzenhaft aufzeichnen kann. Wichtig ist nicht, dass man alles festhält. Es reichen die Weiterlesen

Auf zu neuen Themen…

Themen finden mit Barbara Hallmann

Themen finden mit Barbara Hallmann

Verglichen mit unseren Kollegen aus dem Journalismus haben wir als Technische Redakteure und Redakteurinnen es auf den ersten Blick recht einfach: Denn das Thema immer schon gegeben. Denn im Regelfall wissen wir genau, welches Produkt als nächstes zu dokumentieren ist.

Und doch gibt es immer wieder Fälle, bei denen wir eigenständig Themen entwickeln müssen: z. B. für Vorträge, Fachartikel, Blogbeiträge oder Pressemeldungen. In solchen Fällen kann die ungewohnte Themenfindung dann recht beschwerlich werden.

Was liegt also näher als von den Journalisten zu lernen, für die das ja Alltagsgeschäft ist? Bei meinen Recherchen bin ich auf das Buch von Barbara Hallmann „Themen finden „gestoßen.  Weiterlesen

Social Media und Konferenzen

Konferenz

(c) Uwe Steinbrich / pixelio.de

Für die meisten von uns gehören Tagungen und Konferenzen zum Alltagsgeschäft. In der letzten Zeit beobachte ich immer öfter, dass sich um die Veranstaltungen herum eine ganze Reihe von Aktivtäten in den Social Media entwickeln. Ich will hier mal ein paar der Dinge zusammenfassen, die ich zu Web 2.0 und Konferenzen gelernt habe.

Vorbereitung

Wenn man eine Konferenz als Teilnehmer auch in Social Media gut zur Geltung bringen will, dann lohnt sich ein wenig Vorbereitung. Als erster Schritt ist es wichtig, Weiterlesen