Weltweit erfolgreich mit Single Source Publishing

Hilscher Produktseite

Hilscher Produktseite

Unser Kunde Hilscher als Hersteller von Komponenten für Industrienetzwerke agiert weltweit. Um seine wichtigsten Märkte optimal zu versorgen, pflegt Hilscher seine Website in sieben Sprachen. Sie zeigt unter anderem ein vollständiges, aktuelles Produktportfolio mit 1500 Produkten. Der Effekt dieser umfassenden Kommunikationsleistung ist messbar: bereits im ersten Jahr nach dem zurückliegenden Relaunch verdoppelten sich die Besucherzahlen des Internetauftritts. Dennoch bleibt der Gesamtaufwand für die Verwaltung der Inhalte überschaubar, die Website wird von zwei Mitarbeitern nebenbei betreut. Wie das gelingt, möchte ich in diesem Beitrag schildern.

Produktinformationen mit Single-Source-Ansatz

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Produkten machen bei Hilscher das Gros des Website-Contents aus. Diese Inhalte werden nicht direkt im Internet-CMS TYPO3 gepflegt, sondern über einen Connector aus dem Redaktionssystem SCHEMA ST4 dort eingespielt. Es gibt eine Reihe von Gründen, die Produktbeschreibungen in dem für Single-Source-Publishing ausgelegten Redaktionssystem zu pflegen:

1. Mehrfachverwendung

Der naheliegendste Grund: Aus denselben Produktinformationen werden u. a. auch gedruckte Datenblätter erstellt. Um Konsistenz zu gewährleisten und Doppelarbeit zu vermeiden, ist da eine gemeinsame Datenquelle unabdingbar. Mit den HTML- und PDF-Ausgabmechanismen von ST4 lassen sich beide Formate auf Knopfdruck generieren.

2. Modularisierung

Eine Produktbeschreibung ist ein hochgradig strukturiertes Dokument. Sie besteht aus einem festgelegten Satz von Textbestandteilen wie Features, technischen Daten oder Bestellinformationen (Beispiel). Einige dieser Bausteine können dabei für ganze Produktgruppen identisch sein, wofür sich der Wiederverwendungsmechanismus des Redaktionssystems anbietet. Web-CMS sind nicht unbedingt für die Verwaltung dieses Komplexitätsgrads ausgelegt. TYPO3 erlaubt es immerhin, eine Seite aus mehreren Content-Elementen aufzubauen, aber Bearbeitung und Übersetzung verlieren schnell an Übersichtlichkeit.

3. Metadaten

In ST4 is es ein Leichtes, jedes Produkt mit Eigenschaften bzw. Metadaten zu versehen, die sich automatisiert aus dem Produktdatenmanagement übernehmen lassen. Im Internetauftritt entsteht mit diesen Informationen nützliche Zusatzfunktionalität. Bei Hilscher haben wir einen Technologiefilter (Beispiel) und einen kriteriengesteuerten Produkt-Finder implementiert. Beide Mechanismen erleichtern es dem Anwender, die für seine Zwecke richtigen Produkte zu identifizieren.

4. Übersetzungsmanagement

Die Produktbeschreibungen werden mithilfe von TRADOS in einer Agentur übersetzt. Die COTI-Übersetzungsschnittstelle von ST4 erlaubt eine zügige, kosteneffiziente Abwicklung der Übersetzungen und stellt mit seinem Übersetzungsreport ein mächtiges Werkzeug for die Qualitätssicherung zur Verfügung.

5. Qualitätssicherung

Der Abgleich nach TYPO3 aus dem ST4 erfolgt automatisiert über die von doctima entwickelte Standard-Schnittstelle ContentConnect, die Fehlerbehandlung, Datenmodellabgleich und Reporting mitbringt.

Redaktionsarbeit in TYPO3

Überblicksinformationen und Unternehmensbeschreibung sind in der Regel Freitext und lassen sich deshalb leichter als die Produktinformationen im Web-CMS verwalten. Auch sind bei diesen Texten die Nutzeffekte kleiner, die sich z.B. aus Modularisierung und Wiederverwendung ergeben. Deshalb werden diese Informationen direkt in TYPO3 gepflegt.

Um auch in TYPO3 ein systematisches Übersetzungsmanagement zu implementieren, haben wir die vorhandene Extension Localization Manager von Loctimize in Abstimmung mit der Übersetzungsagentur unseres Kunden angepasst.

Aus dem Produktivbetrieb

Das oben beschriebene Setting befindet sich mittlerweile seit einiger Zeit erfolgreich im Produktivbetrieb und die Projekterwartungen konnten vollständig realisiert werden. Neben den erhofften Nutzeffekten haben sich für unseren Kunden aber immer wieder auch unerwartete Benefits ergeben. Ein Beispiel: Wir hatten den  automatisierter Import von Inhalten und verknüpften Metadaten eigentlich für die Produktfinder-Funktion gedacht. Nebenbei liefert er aber systematisch Keywords und verbessert damit u.a. die Statistik-Auswertung von Marketing-Aktionen. Fazit: Wenn sich Dokumentation und Marketing enger zu verzahnen, steht dem weltweiten Erfolg nichts mehr im Weg.

Suchmaschinenoptimierung für die Technische Dokumentation: 6 Schritte

Hilft Ihre Gebrauchsanleitung der Suchmaschine?

Hilft Ihre Anleitung der Suchmaschine?

Heute habe ich im Parson-Blog einen Post darüber veröffentlicht, wie die Technische Dokumentation ihr SEO(Suchmaschinen)-Potenzial entfalten kann. Aus Platzgründen habe ich dabei die Frage aussparen müssen, welche Schritte notwendig sind, um Produktkommunikation für Suchmaschinen nutzbar zu machen.

1. Contentqualität heben

Richten Sie Ihre Dokumentation konsequent auf die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen aus. Entschlacken Sie Inhalte und geben Sie den Nutzern Ihrer Dokumentation einen Eindruck für welchen Zeitpunkt im Produktlebenszyklus der aktuelle Content gedacht ist. Entwickeln Sie eine Strategie, wie die Nutzer jeweils den richtigen Content zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Medium finden können. Dadurch sorgen Sie dafür, dass auch die Suchmaschine Ihren Content als relevant erkennt.

2. Modular texten

Modulares Texten ist seit längerem der Königsweg, um die Textvolumen in der Technischen Dokumentation effizient und qualitativ hochwertig produzieren zu können. Technisch wird die modulare Texterstellung oft durch XML-basierte Redaktionssysteme oder professionelle CMS-Lösungen unterstützt. Durch geschickte modulare Texterstellung versorgen Sie Ihren Webauftritt mit der Contentmenge, die tatsächlich suchmaschinenwirksam wird.

3. Metadaten vergeben

Text zu erstellen, ist nur die halbe Miete. Durch Metadaten reichern Sie Ihren Content mit Semantik an. Metadaten ermöglichen eine intelligentere Suche und sorgen dafür, dass Contentmodule automatisch in die richtigen Zusammenhänge integriert werden (z. B. eine Produktbeschreibung in den Webshop). Dadurch reichern Sie bestehenden Web-Content mit einer höheren Qualität an und erhöhen die Relevanz für Nutzer und Suchmaschinen.

4. Terminologie nutzen

Vermutlich haben Sie schon einen funktionierenden Terminologieprozess in Ihrem Unternehmen. Für das Web ist hier eine Umkehrung des Prozesses gefragt. Denn natürlich soll Ihr Content unter allen Begriffsvarianten gefunden werden und nicht nur entsprechend Ihrer terminologischen Festlegungen. Analysieren Sie deshalb Ihre „deprecated terms“ und reichern Sie Ihren Content für die Webdarstellung an geeigneten Stellen (z. B. in description, title, Alt-Tags) mit diesen Begriffen an. Dadurch sorgen Sie dafür, dass Google Sie unter möglichst vielen Begriffsvarianten als relevant erkennt.

5. Übersetzungen managen

Übersetzungsmanagement ist in Technischen Redaktionen heute oft ein Kernprozess. In vielen Fällen laufen Übersetzungen aber parallel zum Marketing ab. Hinzu kommt, dass Marketingabteilungen auch heute noch oft ohne gezielte Übersetzungssteuerung und Translation Memory Systeme arbeiten. Eine Analyse der gemeinsamen Content-Schnittmengen sorgt hier dafür, dass Content in möglichst vielen Sprachen zu Verfügung steht und Suchmaschinen das eigene Unternehmen auf allen Zielmärkten weit oben rankt.

6. Content automatisieren

Suchmaschinenoptimierung mit Dokumentations-Content kann keine Handarbeit sein. Das verbieten allein schon die typischen Contentbestände in der Technischen Dokumentation. Viele Unternehmen stellen heute Produktdokumentation als PDF zum Download bereit. Eine suboptimale Lösung, denn PDFs entfalten eine vergleichsweise geringe Suchmaschinenwirkung. Besser ist es, Dokumentationscontent nativ in den Webauftritt zu integrieren und die Redaktionswerkzeuge der beteiligten Abteilungen miteinander zu vernetzen. Dadurch erzielen Sie einen starken Automatisierungsgrad und – für Suchmaschinen ein wichtiges Kriterium – eine hohe Aktualität Ihres Contents.

Es lohnt sich also, das Suchmaschinenpotenzial der Technischen Redaktion zu erschließen. Reden Sie mit uns. Wir helfen Ihnen gerne auf dem Weg zum erfolgreichen Dokumentations-Content.

Zeit für den Nachwuchs

Das Basler Münster mit Pfalz und Rheinbrücke von Taxiarchos228Eigenes Werk, FAL, Link

Ergänzung (19.05.2017): Wir wurden von einigen Teilnehmern gebeten, mehr Zeit für die Einreichung zu ermöglichen. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Frist bis einschließlich 31.05.2017 zu verlängern.

Jedes zweite Jahr ist es wieder Zeit für unseren Nachwuchspreis für berufliche Kommunikation. doctima verleiht mittlerweile zum zweiten Mal gemeinsam mit der Gesellschaft für angewandte Linguistik den Nachwuchspreis für berufliche Kommunikation. In diesem Jahr geht es zur nach Basel. Auf der GAL-Sektionentagung erhalten die Preisträgerin bzw. der Preisträger im großen Rahmen die angemessene Würdigung ihrer Arbeit.

Was musst du tun, um teilzunehmen? Ganz einfach: Bis zum 15.05. ein Abstract deiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit einreichen, Lebenslauf dazu, an geschaeftsstelle@gal-ev.de schicken – fertig! Eine Jury aus fünf Wissenschaftlern prüft die Einreichungen und entscheidet dann, wer gewonnen hat. Die komplette Ausschreibung gibt es hier.

Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas: Der Preis ist mit 500 € dotiert und der Gewinner bzw. die Gewinnerin erhält die Gelegenheit, die Siegerarbeit einem breiten Fachpublikum im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der GAL Sektionentagung in Basel vorzustellen. Wer möchte, darf seine Arbeit auch hier im Blog präsentieren. Die Siegerarbeit aus 2015 beschäftigt sich mit der Kommunikation bei Feuerwehreinsätzen; Jan Gerwinski hat sie in einem Post für uns zusammengefasst.

Also ran an die Tastatur und nichts wie losgelegt mit der Einreichung zum doctima-Preis für berufliche Kommunikation.

Coach zu werden ist nicht schwer…

Titelblatt "Coach werden"„Coach zu sein dagegen sehr!“ So könnte man das bekannte Gedicht von Wilhelm Busch abwandeln. Denn Coach darf sich jeder nennen. Doch um als Coach seriös und erfolgreich zu arbeiten, braucht es mehr als eine selbstgedruckte Visitenkarte. Andererseits ist auch für viele Redakteure Coaching ein interessantes Tätigkeitsfeld. Denn bei genauerem Hinsehen tun sich einige Parallelen auf. In beiden Berufen geht es darum, durch Kommunikation Veränderungen zu bewirken.  Mit diesem Gedanken ist mir das schmale Buch von Brigitte Wolter in die Hände gefallen und ich habe mich gefragt: „Wird es seinem Anspruch gerecht?“

Das Buch behandelt sein Thema knapp aber logisch. Zunächst beschäftigt sich die Autorin mit der Frage, was eigentlich Coaching ist. Bereits hier hatte ich das erste Aha-Erlebnis. Entgegen dem mittlerweile inflationären Gebrauch des Begriffs, ist Coaching nicht einfach nur ein Synonym für (etwas hippere) Beratung. Coaching definiert sich dadurch, dass der Coach keine Lösungen vorgibt, sondern dem zu Beratenden dabei hilft eigene Lösungen zu entwickeln. Dankenswerter Weise geht die Autorin auch auf die Frage ein, worin die Befriedigung einer Tätigkeit als Coach liegt und welche Anforderungen an einen Coach zu stellen sind.

In der zweiten Hälfte des Buches beantwortet Brigitte Wolter Fragen, die eher organisatorischer Art sind: Wie gehe ich das Projekt „Coach werden“ erfolgsversprechend an? Wo finde ich eine qualifizierte Coaching-Ausbildung? Welche unternehmerischen Fähigkeiten brauche ich als Coach? Und: Wie kann ich mich als Coach mit anderen vernetzen?

Mit einem Umfang von netto 100 Seiten ist das Buch für meinen Geschmack fast schon zu gerafft. Gelegentlich hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht und ab und zu konnte ich mich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass hier bewusst mit Informationen knausrig umgegangen wird, um so eine Folge-Schulung oder -Beratung anzuschließen. Und wer sich Techniken und Methoden für die Arbeit als Coach erhofft, der ist mit diesem Buch ohnehin an der falschen Stelle.

Deshalb mein Fazit: Alles Wesentliche ist enthalten. Die Leser bekommen einen guten Eindruck davon, was es bedeutet den Beruf Coach zu ergreifen. Als Erstinformation ist das Buch also den Lesern zu empfehlen, die schon einiges über Coaching wissen und nun entscheiden wollen, ob sie sich in diesen Bereich beruflich hineinentwickeln wollen.

Literatur: Wolter, Brigitte [2016]: Ich will Coach werden. Von der Idee zum Traumberuf. budrich inspirited, 2017, 116 Seiten. 978-3-8474-2032-3

Hinweis: Das hier besprochene Buch wurde uns vom Verlag kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Verlag hat keinerlei Einfluss auf den Inhalt dieser Besprechung genommen.

Wie technische Redakteure den Wandel in der technischen Kommunikation aktiv mitgestalten können

Wenn der Zeitdruck steigt, bleibt die Qualität leicht auf der Strecke.

Wenn der Zeitdruck steigt, bleibt die Qualität leicht auf der Strecke.

In unserer Reihe zu Trends in der Technischen Redaktion haben wir heute Ina Franke zu Gast. Sie ist Senior Marketing Manager bei der Acrolinx GmbH. Acrolinx hilft Unternehmen überzeugenden Content zu erstellen: markenkonform, wirkungsvoll und skalierbar. Ausgestattet mit einer fortschrittlichen Sprachtechnologie, „liest“ Acrolinx Content und leitet Autoren an, ihn zu verbessern. Mehr Informationen dazu finden sich auf acrolinx.de.

Der Wert der technischen Kommunikation wird auf Unternehmensebene häufig unterschätzt. Manager betrachten die technische Kommunikation oft als notwendige Kostenstelle und übersehen dabei ihre enorme Bedeutung für die Gewinnung und Bindung von Kunden. Gleichzeitig tun technische Redakteure noch immer wenig, um diese Vorstellung zu korrigieren. Besonders, wenn sie ihren Aufgabenbereich darauf reduzieren, Verbrauchern Fragen zu Produkten und Fehlerbehebungen zu beantworten.

Mit der weiterhin steigenden Bedeutung von Content beobachten wir 6 wichtige Veränderungen im Bereich der technischen Kommunikation, die die Rolle von technischen Redakteuren neu definieren:

  1. Die Erstellung von technischem Content wird vorverlagert. Immer häufiger sind es Ingenieure und Mitarbeiter in der Produktentwicklung und im technischen Support, die Inhalte erstellen. Dadurch wird es schwieriger, für Konsistenz zu sorgen – sowohl innerhalb der technischen Redaktion als auch unternehmensweit. Verschärft wird das Problem dadurch, dass Content oft ohne eine abteilungsübergreifende Abstimmung veröffentlicht wird. Dies kann zu inkorrekten Informationen und unzufriedenen Kunden führen.
  2. Knappe Budgets oder eine fehlende Wertschätzung der technischen Kommunikation können zur Folge haben, dass das Erstellen von technischem Content ausgelagert wird. Auch dies führt dazu, dass Inhalte von zentralen technischen Ressourcen wie Produktentwicklungsteams oder der gesamten Content-Strategie abgekoppelt werden.
  3. Content wird zunehmend von Nicht-Muttersprachlern erstellt. Zu den Folgen dieser Entwicklung zählen fehleranfälliger und inkonsistenter Content, schwer verständliche und kostenaufwändige Übersetzungen und ein mangelnder redaktioneller Überblick. Das Fehlen effektiver Qualitätskontrollen erschwert es außerdem, Fehler zu beheben – oft bleiben diese unkorrigiert.
  4. Vor allem englischer Content wird zunehmend von Nicht-Muttersprachlern gelesen. Vor diesem Hintergrund müssen technische Informationen leicht verständlich sein und interkulturellen Anforderungen genügen. Eine computerunterstützte Übersetzung kann für die Lokalisierung von technischem Content hilfreich sein, erfordert aber eine zusätzliche Qualitätskontrolle.
  5. Engere Zeitpläne machen schnellere Turnarounds erforderlich. Dabei ist es wichtig, dass technische Redakteure frühzeitig integriert werden. Das ist leider nicht immer der Fall. Der Fokus auf Kosten und Schnelligkeit führt häufig sogar dazu, dass technische Inhalte erst auf Nachfrage von Kunden geschrieben werden. So hinkt technischer Content den Entwicklungen oft hinterher.
  6. Technische Redakteure teilen ihr Wissen in sozialen Medien, die von immer mehr Kunden als Ergänzung oder sogar als Ersatz für die eigentliche Dokumentation wahrgenommen werden. Statt Content vor der Auslieferung eines Produkts zu erstellen, reagieren technische Redakteure in Echtzeit auf Fragen von Kunden. Hierbei ist es wichtig, eine gute Balance zu finden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Unternehmen Social Media als zusätzliche Rechtfertigung dafür sehen, technischen Content weiter zu kürzen.

Als technischer Redakteur sollten Sie die genannten Entwicklungen zum Anlass nehmen, sich geschickt neu zu positionieren. Dazu sollten Sie zunächst Ihre Selbstwahrnehmung überprüfen und sich den Wert ihrer Arbeit bewusstmachen.

Die technische Kommunikation kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Umsätze Ihres Unternehmens zu steigern. Überlegen Sie, wie Sie strategische Prioritäten Ihres Unternehmens unterstützen und dies nachvollziehbar demonstrieren können. Zeigen Sie, dass die Nachfrage nach Ihrem Content wächst. Dabei können Sie sich auch auf die Marketing-Strategie Ihres Unternehmens und die Wünsche von Kunden beziehen.

Ihre Arbeit spielt eine wichtige Rolle, das Leistungsversprechen Ihres Unternehmens umzusetzen. Um das Potential Ihrer Rolle voll auszuschöpfen, müssen Sie den Wert Ihrer Arbeit jedoch überzeugend auf den Punkt bringen.

Ein Raum für Informationen

Uwe Reißenweber (c) DOCUFY

Im ersten Teil unserer Reihe zu Trends in der Technischen Dokumentation begrüßen wir Uwe Reißenweber. Er ist Geschäftsführer der DOCUFY GmbH und gilt als Experte für die Implementierung, Einführung und Weiterentwicklung von Technischen Redaktionssystemen. 2016 begründete er die Strategie der Multi-Level-Dokumentation und ebnet so den Weg für die Zukunft der Technischen Dokumentation in einer digitalen Welt.

Aktuelle Trends wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Mobile Computing, Social Selling Big Data und Co. beeinflussen die Produkte von morgen und prägen letztlich die zukünftige Entwicklung unserer gesamten Gesellschaft.

Die Technische Dokumentation bleibt davon natürlich nicht verschont. Im Gegenteil, Informationen entwickeln sich immer mehr zum Schmierstoff unserer digitalen Welt und wer könnte diese besser liefern als die Technische Dokumentation? Für sie besteht also die einmalige Chance, das traditionelle Mauerblümchendasein zu verlassen und zu einem der Big Player im Unternehmensgefüge aufzusteigen.

Die Dokumentation von morgen

Damit dies möglich wird, muss sich die Technische Dokumentation ganz neu erfinden: Der Informationsnutzer von morgen wird erwarten, dass ihm die richtige Information im Kontext seiner aktuellen Nutzung durch intelligente Informationssysteme quasi automatisch wie auf dem Silbertablett serviert wird. Selbstverständlich müssen die Informationen dabei mehrdimensional miteinander verknüpft sein. So möchte man in einem Produktkonfigurator von der Nutzerbeschreibung einer bestimmten Produktoption mal schnell in die zugehörige Bedienungsinformation wechseln, den Entsorgungshinweis einsehen oder sinnvolles Zubehör sichten, bevor es dann an die tatsächliche Kaufentscheidung geht. Im Servicefall soll am besten zeitgleich mit dem Serviceauftrag, die notwendige Dokumentation der anstehenden Serviceprozeduren mitgeliefert werden, idealerweise in der richtigen Reihenfolge. Und natürlich wären Tipps und Tricks der Kollegen sehr praktisch, wenn diese sich bereits zu einer bestimmten Tätigkeit oder Fragestellung geäußert haben. Notfalls wäre man sicher auch selbst bereit, eigene Tipps und Kommentare hinzuzufügen – zum Beispiel, wenn es eine besonders gute Lösung für ein Problem gibt.

Im privaten Alltag sind all diese genannten Dinge mit facebook, Google, Amazon und Co. schon gelebte Realität. Nur im professionellen Arbeitsumfeld ist das vorherrschende Informationssystem heute leider noch oft die PDF-Datei.

Das Dokument hat ausgedient

Um aber den zukünftigen Dokumentationsanforderungen gerecht zu werden, ist eine Abkehr von unserem liebgewonnenen Dokument unausweichlich. Einerseits fordern die Informationsnutzer den direkten Zugriff auf passende und korrekte Einzelinformationen. Andererseits wird der dokumentorientierte Redaktionsprozess zunehmend mühsamer, da die zu dokumentierenden Produkte immer varianten- und umfangreicher werden. So führt die Strategie des Maximaldokuments, das alle Varianten und Optionen einer ganzen Produktreihe umfasst, immer öfter ins unbeherrschbare Chaos. In Zeiten, in denen konkrete Produkte sich immer mehr auflösen und zu einer Funktionswolke mutieren, aus der jeder Nutzer sein persönliches Produkt individuell zusammenstellen kann, ist ein dokumentorientierter Redaktionsprozess gänzlich undenkbar. Warum? Mit dem Verschwinden konkreter Produkte entfällt eben auch die Grundlage für einen dokumentorientierten Redaktionsprozess.

Der Informationsraum

Arbeiten im Informationsraum (Symbolbild) (c) DOCUFY

Aber wie sieht die Lösung der zukünftigen Dokumentationsanforderungen aus? Wer übernimmt die Strukturierung, Bündelung und Zuordnung der Information, wenn es kein Dokument mehr gibt? Aus konzeptioneller Sicht ist die Antwort ganz einfach. Wir brauchen einen Informationsraum. Doch wie muss man sich so einen Informationsraum vorstellen? Welche Aufgaben übernimmt er und welche Funktionen hat er?

Der Informationsraum liefert eindeutige Adressen für alle relevanten Informationen eines Geschäftes. Die Einsatzmöglichkeiten gehen dabei weit über die klassische Technische Dokumentation hinaus. Vielmehr können dort Informationen zum gesamten Produktlebenszyklus, von der Entwicklung über Marketing und Vertrieb, Installation, Betrieb, Wartung und schließlich Entsorgung verankert werden. Dabei ist der Informationsraum nicht als eigenständiges Softwaresystem zu verstehen, sondern vielmehr als Konzept, das die eindeutige Adressierung oder besser Klassifizierung von Einzelinformationen ermöglicht.

Auf Basis dieses Informationsraums kann dann zukünftig der Informationsbedarf geplant, die redaktionelle Erstellung gesteuert und die zielgerichtete Nutzung der Information in den verschiedensten Informationssystemen ermöglicht werden.

Zugegeben, das hört sich ziemlich abenteuerlich an und wird die gewohnte Arbeitsweise der traditionellen Technischen Redaktion auf den Kopf stellen. Und es klingt nach viel Arbeit, so einen Informationsraum initial zu erstellen und dauerhaft zu pflegen. Aber um auch zukünftig erfolgreich sein zu können, ist es für Unternehmen unerlässlich, alle geschäftsrelevanten Informationen zu konsolidieren und für verschiedenste Zwecke verfügbar zu machen. Und dies ist die ureigenste Qualifikation und Aufgabe der Technischen Dokumentation.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Aufbau Ihres Informationsraums. Und keiner hat behauptet, der Weg zum Big Player wäre leicht… 🙂

Für mehr Information:
www.multi-level-dokumentation.de
www.docufy.de

 

Technischer Content – auf dem Weg in die Zukunft

Achtung CatContent: Was die Zukunft wohl bringt?

Vor einigen Jahren noch hatte ich das Gefühl, dass sich in der Technischen Dokumentation Innovationsstillstand breit macht. Dieser Eindruck hat sich Gott sei Dank in den letzten Jahren geändert. Heute erleben wir eine Branche, die sich (wieder) neu erfindet. Einige Stichworte: mobile Dokumentation, internationale Teams und Redaktionsprozesse, Digitalisierung, Industrie 4.0 und neue Techniken wie VR-Interfaces, 3D-Druck.

Aufgefallen ist mir aber auch eine größere Offenheit gegenüber den Veränderungen. Nachdem sich Technische Redakteure über lange Jahre von den Kollegen aus den Marketing-Abteilungen abgegrenzt haben, sehe ich heute wieder eine größere Offenheit und Bereitschaft von den „anderen“ zu lernen, ohne dabei die eigenen Kernthemen und -standpunkte aufzugeben. Das mag mit einer jungen, gut ausgebildeten Schar von Technikredakteuren zu tun haben, die sich oft als Medienspezialisten und nicht als schreibende Ingenieure verstehen. Begrüßenswert ist es allemal.

Wie wird es nun weitergehen mit der Technischen Dokumentation? Wir haben dazu Hersteller von Software-Systemen aus der Dokumentationsbranche gefragt: „Was sind in den nächsten fünf bis zehn Jahren die großen Trends in der Technischen Dokumentation? Wie wird sich das Arbeiten verändern? Wird es Dokumentation im heutigen Sinn überhaupt noch geben?“ Und spannende Antworten bekommen. Die Beiträge zu dieser Reihe „Trends in der Technischen Dokumentation“ werden in loser Folge erscheinen. Den Anfang macht an diesem Donnerstag Uwe Reißenweber von DOCUFY mit einem Post über „Informationsräume“.

Posts zu dieser Themenreihe

Information 4.0 – Schritte auf dem Weg zur Intelligenten Information

Industrielle Steuerung?Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist derzeit eines der meist diskutierten Themen. Auch unserer Branche, der Technischen Dokumentation, stehen tief greifende Veränderungen bevor.
Seit Anfang 2016 bin ich Mitglied der tekom-AG „Information 4.0“ und gestalte dadurch diese Veränderungen mit. In der AG arbeiten wir iiRDS aus, einen Standard zur Bereitstellung von intelligenter Information in digitalisierten, vernetzten Umgebungen. Mit diesem Beitrag fasse ich einige meiner Gedanken zum Thema Industrie 4.0 und intelligente Information zusammen.

Einige Begriffe

  • Industrie 4.0, digitale Fabrik: Sich selbst steuernde, weitestgehend automatisierte Fertigungsprozesse, die der Mensch nur noch „orchestriert“ und bei Bedarf eingreift.
  • Cyberphysikalisches System: Komponente, die aus einem dinglichen Objekt und aus einer digitalen, vernetzten Repräsentation besteht.
  • RAMI 4.0: dreidimensionales Referenzarchitekturmodell der Plattform Industrie 4.0. Strukturiert das Thema nach Lebenszklus von Entwurf bis Entsorgung, Hierarchie von Einzelkomponente bis zur umgebenden Cloud und nach Integrationslevel von Objekt („Asset“) bis Geschäftsmodell („Business“).
  • Verwaltungsschale: Digitale Repräsentation eines cyberphysikalischen Systems. Enthält beschreibende und identifizierende Eigenschaften, Sensordaten und Zugriffsmöglichkeiten zu digitalen Funktionen.

Technische Dokumentation heute

Für die meisten Akteure im Umfeld Industrie 4.0 findet Technische Dokumentation auf dem sog. „Asset Level“ in der digitalen Fabrik statt. Sie gehen gedanklich vom aktuellen Status Quo (oder eigentlich von dem Stand vor zehn Jahren) aus, und der heißt PDF. Dokumente für Installation, Wartung, Betrieb und ggf. Entsorgung werden als Einheiten betrachtet und als abrufbare Eigenschaften in der Verwaltungsschale eingeplant.

Auf diese Granularität zielt wohl auch die in Arbeit befindliche VDI-Richtlinie 2770 zur digitalen Herstellerinformation ab. Für einige Branchen (gerade ältere Industrieanlagen sind in der Regel auf Papier dokumentiert) ist das auch sicher ein Fortschritt. Aber natürlich geht viel mehr.

Intelligente Information

Technische Dokumentation lässt sich viel präziser modularisieren. In vielen Redaktionen wird das bereits heute betrieben, v. a. als Basis des Variantenmanagements: Die Filterung nach Zielgruppen, Sprachen, Gerätevarianten findet heute bereits statt und zwar beim Publizieren von Dokumentvarianten.

In einer Industrie-4.0-Umgebung lässt sich diese Filterung zum Lesezeitpunkt hin verlagern. Damit werden gezielte Abfragen möglich, die dem Anwender die von ihm benötigte Information passend zu seiner aktuellen Aufgabe bereitstellen.

Dazu werden Metadaten benötigt, die die einzelnen Informationsmodule klassifizieren und identifizieren. Zuordnung zu Hersteller, Gerät, Variante, Komponente und Funktionsgruppe sind ebenso entscheidend wie Sprache, Zielgruppe und Informationstyp. Außerdem erfordert die Integration ein Auslieferungsformat, das sich embedded, mobil und am Schreibtisch sauber anzeigen lässt. Standardisierung ist nötig, damit sich die Dokumentation unterschiedlicher Hersteller zu einer Gesamtinformation integrieren lässt.

Bei der tekom arbeiten wir an einem solchen Standard, dem iiRDS. Die Arbeitsgruppe hat ihre Zwischenergebnisse auf der tekom-Jahrestagung vorgestellt. Der Standard soll Mitte nächsten Jahres verfügbar sein.

Wo am Ende die Informationen bereitgestellt werden, ob direkt beim Komponentenhersteller, beim Anlagenbauer, vor Ort beim Betreiber der digitalen Fabrik oder direkt auf der Komponente, ist dabei offen. Ebenso ist offen, ob die Information auf einem eigenen Content Delivery Server, einem integrierten Webservice (der zum Beispiel über den doctima ContentConnect mit Inhalten versorgt wird) oder als Informationsbausteine in einem Asset Management System wie SAP AIN zu liegen kommen. Das abstrakte Konzept der Verwaltungsschale erlaubt hier viele Wege zu gehen.

Die Idee, dass alle (bleiben wir realistisch: möglichst viele) Ersteller von Technischer Information ein gemeinsames Format bereitstellen, um dem Anwender einen integrierten Wissensschatz zu einem aus vielen Komponenten bestehenden System bereitzustellen, erscheint mir auch ohne den direkten Bezug zu Industrie 4.0 ein absolut erstrebenswertes Ziel zu sein – weil es u. a. zu Verbesserungen für das leidige Thema Zulieferdokumentation bringen kann. In der Denkweise des RAMI 4.0 lässt sich die Dokumentation von der untersten Ebene mit PDF-Dokumenten als „Assets“ auf die vierte Ebene, das Information Layer, mit Content-Delivery-Diensten als funktionaler Teil der übergreifenden Verwaltungsschale aufwerten.

Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Entwicklungen und wie sich das iiRDS-Format in der Praxis bewähren wird – und auf Ihre Meinung. Wie sind Ihre Erwartungen bezüglich der Digitalisierung der Arbeitswelt? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren!

#4.0, die tekom-Jahrestagung 2016

img_9629Information 4.0, Dokumentation 4.0, Industrie 4.0, #4.0. Überall versucht man neue und innovative Wege zu gehen, so auch in der Branche der Technischen Kommunikation und Technischen Dokumentation. Unser Rückblick auf die tekom-Jahrestagung 2016.

Markus Nickl

P1080459-SWtekom Herbsttagung 2016. Für mich ein besonderes Datum. Denn wenn ich richtig rechne, dann ist es genau 20 Jahre her, dass ich auf meiner ersten „tekom“ war – damals in Berlin mit einem eigenen Vortrag über historische Gebrauchsanleitungen. Seitdem hat sich eine Menge getan. Besonders die Dimensionen, die die begleitende Messe angenommen hat, hätte ich mir damals nicht vorstellen können. Und die Internationalisierung der Veranstaltung ist ebenfalls beeindruckend. An nur einem Messetag habe ich (unter anderem und nur so als Beispiel) mit einem ungarischen Übersetzer, einer chinesischen Expertin für Simplified English, einem niederländischen Industriedesigner und einem US-amerikanischen Marketingexperten gesprochen. Das hätte ich mir damals vor zwanzig Jahren nie träumen lassen. Toll welchen Weg die tekom in dieser Zeit genommen hat. Ach ja, aus guter Tradition war ich auch diesmal wieder mit einem Vortrag dabei: „SEO – Technische Dokumentation für die Suchmaschine“.  Wen’s interessiert, der kann mehr dazu im Parson-Blog lesen.

Edgar Hellfritsch

rp_P1090805_SW-e1447767838366.jpgDieses Jahr bin ich kaum dazu gekommen, meiner Rolle als Tagungsbeirat gerecht zu werden und möglichst viele Vorträge zu besuchen. Die Vorträge, die ich mitbekommen habe, waren v. a. die, an denen ich selbst beteiligt war: Den „Showcase Mobile Dokumentation“ habe ich mit moderiert. Alle sechs Vorträge waren interessant und von durchgängig hohem Niveau. Die vielen Gespräche, die ich an unserem Stand mit Besuchern gerade zu diesem Thema geführt habe, zeigen mir, dass die mobile Bereitstellung von Inhalten langsam die Bedeutung gewinnt, die ich ihr zuschreibe. Mein anderes Thema dieses Jahr war Information 4.0 und mit ihm der Standard iiRDS, an dem ich mitarbeiten darf. Hier haben mich vor allem die Prototypen der Systemhersteller beeindruckt, die bereits sehr schön das Nutzpotenzial des in Arbeit befindlichen Bereitstellungsstandards gezeigt haben.

Johannes Dreikorn

p1090631-b-hoch-swDrei Tage tekom-Tagung – das sind drei Tage intensivsten Austauschs. Das war eigentlich schon immer so, aber dieses Jahr habe ich das besonders stark empfunden. Ganz sicher deswegen, weil ich die vollen drei Tage an unserem Stand präsent war. Der Blick auf meine Notizen macht mir noch einmal deutlich, wie viel spannende Gespräche auf unserem „grünen Teppich“ stattgefunden haben mit Kunden, Interessenten und Job-Bewerbern. Dabei durfte ich auch mein Lieblingskind, das ContentRuleset, mehrmals vorführen.
Intensiver Austausch auch in den beiden Workshops, die ich gehalten habe. Mit der Textsorte Checklisten ein Thema ganz aus der Praxis, eine herausfordernde Aufgabenstellung – und das mit 30 motivierten Teilnehmern durcharbeiten. Ich liebe diese angeregte Arbeitsatmosphäre einfach. Und dann all die Begegnungen am Rande – ein Gespräch beim Mittagessen mit jemand bis dato ganz Unbekannten, ein Plausch unter langjährigen Weggefährten. Eins ist klar: tekom-Jahrestagung auch nächstes Jahr wieder mit mir – und wieder volle drei Tage.

Christian Hammer

P1090233-SWStuttgart Anfang November? Na klar – tekom-Tagung! In diesem Jahr kann ich Tagung für mich getrost durch Messe ersetzen. Ich habe es zum ersten Mal in nicht einen einzigen Vortrag geschafft. Nicht, weil ich die große Nähe zu unserem Hallen-Nachbarn der Kaffee-Insel nicht aufgeben wollte, sondern weil wir eigentlich immer Interessenten und Interessante am Stand hatten.
Hier nochmal ein großes Lob an unseren Ober-Location-Scout Benny Rauschenberger. Auch dieses Jahr waren unsere 20 Quadratmeter doctima wieder sehr gut in Halle 1 aufgehoben. Abseits des Gedränges und der Hektik der größeren Halle 2 hatten wir die richtige Atmosphäre für persönliche und konstruktive Gespräche, die sich teilweise schon fast zu kleinen Workshops entwickelten.
Am schönsten finde ich es immer zu sehen, dass unsere Kunden einen Besuch bei uns am Stand nicht als lästigen Pflichttermin wahrnehmen, sondern sich darauf freuen. So waren viele immer mal wieder bei uns, um ein kleines Pläuschchen  zu halten oder auch um sich mit anderen Besuchern auszutauschen. Unsere Kunden fühlen sich also wohl bei uns. Gut so!

Daniel Rieß

danielDie tekom-Jahrestagung ist im Hause doctima seit jeher ein wichtiges Thema, um das ich die letzten Jahre kaum herumkam, auch wenn ich nicht vor Ort war. Das sollte sich 2016 ändern, denn nun war ich ebenfalls stolzer Besitzer eines Tickets und hatte die Möglichkeit Mittwoch und Donnerstag auf der Messe mitzuerleben.
Nach dem Einlass fand ich den doctima-Stand nach wenigen Minuten, der unter anderem durch den 3D-Drucker auffiel, der zugleich Preis unserer Verlosung und Fabrik von personalisierten Legosteinen war, die die Standbesucher auf Anfrage drucken lassen konnten.
Doch ich musste gleich wieder los, denn der erste Vortrag wartete auf mich. Was auf den ersten Blick nach stressigem Hin und Her klingt, nahm ich vielmehr als kurzweilige Abwechslung zwischen innovativem fachlichem Input in den Vorträgen und tollen Gesprächen sowie interessanten Kontakten an unserem Stand wahr. So machte es mir nicht zuletzt großen Spaß, Menschen, mit denen ich sonst via Mail und Telefon zusammenarbeite, in Lebensgröße kennenzulernen.
Nein, es ging gerade nicht um 3D-Modelle, die durch eine AR-Brille unfassbar real dargestellt werden – das konnte ich aber dennoch am Ende von „Augmented Reality solution for delivering complex instructions“ (Andrew Head, Semcon) am Donnerstag ausprobieren. Weitere Highlights waren für mich die Umsetzung der AR-App bei SAF-Holland (Thomas Piroth, Tim Rausch) und die smarte Wartung einer Klimaanlage nach Industrie 4.0 (Jürgen Sapara, Thomas Gering). Kurz gesagt: Der Besuch der tekom-Jahrestagung 2016 hat sich voll und ganz gelohnt.

Benjamin Rauschenberger

P1080932-B-SWAls Vater des Messeauftritts von der Konzeption über die Organisation bis hin zum Einschwören der Kollegen war ich natürlich besonders unter Strom. Anreise mit Aufbau des Messestandes und dann drei Tage bangen, dass auch wirklich alles so klappt wie geplant und dass auch nichts zu Hause vergessen wurde. Abschalten kann man da nicht wirklich. Aber der ganze Aufwand hat sich wieder einmal gelohnt. Wir hatten tolle Gespräche. Wir haben ein super Feedback von allen Seiten bekommen. Sei es zu unseren Vorträgen, zu unserem Messestand oder zu unserem Auftreten auf der Tagung. Und wir hatten wahnsinnig viel Spaß dabei. Das hat sicherlich zur guten Stimmung beigetragen. Danke an alle doctima-Kollegen und an alle Besucher unseres Standes, das war toll!
Was die Themen betrifft, nehme ich vor allem zwei Strömungen mit. Einerseits Content Delivery: Die Unternehmen wollen ihren Doku-Content über verschiedene Kanäle ausliefern, gerade heutzutage, da viele digitale Möglichkeiten dazu bestehen. Großteils auch als Mobile Dokumentation. Kein Wunder, dass wir viele Gespräche dazu hatten, da wir ja Projekte in dem Themengebiet haben und über unsere Erfahrungen berichten können. Andererseits Content-Wiederverwendung, was nicht so weit weg ist von erstem Thema: Content aus der Doku, vor allem guter Content, soll weiter und wieder genutzt werden. Und da spielt es keine Rolle ob intern oder extern, ob für Service, Support, Marketing, Vertrieb, Interessenten oder Kunden. Wichtig ist, eine Strategie dahinter zu haben, dann bietet der Doku-Content einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert. Das waren für mich die beiden, als Marketeer und Vertriebler naheliegenden und daher zu erwartenden, Hauptthemen der Jahrestagung.

Michael Mann

Auf meine erste tekom-Tagung bin ich mit vorsichtiger Neugier gefahren: Einerseits haben die Berichte der Kollegen schon Hoffnung auf eine spannende Veranstaltung gemacht – andererseits will man ja nicht mit zu großen Erwartungen anreisen, die dann nicht erfüllt werden können. Umso besser, dass die Erwartungen dann tatsächlich erfüllt worden sind. Sehr gut gefallen hat mir, dass in den Vorträge „echte“ Produkte und tatsächlich umgesetzte Prozesse mit ihren Ergebnissen vorgestellt wurden und nicht ein „könnte man mal“ oder ein „wäre schön, wenn“. Wenn man in einem Vortrag (zugegebenermaßen als „für Anfänger“ eingestuft) auch mal nichts Neues lernt, kann man sich ja immer noch mit der Schlussfolgerung trösten, dass man in dem Thema auch keine ganz grundlegenden Entwicklungen verpasst hat.
Der Messebesuch führt ganz deutlich vor Augen, dass man in einer Branche arbeitet, die immer noch ein bisschen vielfältiger ist, als man das eigentlich schon wusste. Fazit: Für mich ein rundum gelungener Besuch – nächstes Jahr komme ich gerne wieder!

Was ist Ihr Feedback zur tekom-Jahrestagung 2016? Welche Vorträge oder Workshops fanden Sie gut? Welche Themen haben auf der Tagung gefehlt oder waren eher schwach vertreten? Kommentieren Sie und lassen Sie uns darüber reden.

tekom 2016 – doctima mitten dabei

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tekom-Jahrestagung in der Messe Stuttgart (c) doctima

Der Herbst steht an, und wie jedes Jahr mit ihm die tekom-Jahrestagung. Zum dritten Mal nun in Stuttgart. Wir von doctima freuen uns wieder einmal sehr, vor Ort zu sein. Von Dienstag, 08.11.2016 bis Donnerstag, 10.11.2016 ist es wieder soweit.

Die Tagung besteht aus dem Tagungsprogramm mit Vorträgen, Workshops und Tutorials sowie der angeschlosenen Messe. Aussteller der Messe sind Dienstleister sowie Tool- und Produkthersteller aus den Bereichen Technische Kommunikation und Content Management. Eine Welcome Party und Abendveranstaltungen (z. B. eine Städte-Tour oder ein Besuch in der MOTORWORLD) runden das Rahmenprogramm ab.

Thema dieses Jahr: Intelligente Information

Die tekom wirbt in ihrem Programmheft für die Jahrestagung mit dem Titelthema Intelligente Information. Dahin führt der Weg in Zeiten von Digitalisierung, Automatisierung, Information 4.0 und Industrie 4.0. Zusätzlich bewegt die meisten Unternehmen auch die Frage nach der Anwenderfreundlichkeit: Also wie müssen Informationen intelligent aufbereitet sein, damit der Anwender diese nutzerfreundlich erhält? Sowohl technisch als auch inhaltlich? Diese Themen liegen uns als Kommunikationsexperten naturgemäß nahe und wir warten daher mit vielen innovativen Themen auf. Technisch machbar ist heutzutage vieles, aber ist es auch prozesstechnisch sinnvoll oder wirtschaftlich verträglich? Wir leisten Hilfestellung, daher ist das Leitthema der Tagung aus unserer Sicht absolut angebracht.

Viele spannende Vorträge habe ich im Tagungsprogramm schon ausfindig gemacht, vor allem in den Bereichen Mobile Dokumentation, Technisches Marketing oder auch User Experience. Leider habe ich jetzt schon die Befürchtung, dass ich nicht viele der Vorträge besuchen werden kann. Zumindest nicht, wenn unser Stand auf der Messe so gut besucht ist wie letztes Jahr. Auch wir werden wieder Vorträge halten:

  • SEO – Dokumentation für die Suchmaschine? (Prof. Dr. Markus Nickl; Di., 08.11.2016, 13:45-14:30; Raum C6.2 OG)
  • Checklisten – für jeden Anlass (Johannes Dreikorn; Di., 08.11.2016, 16:15-18:00; Raum SR 1 OG & Mi., 09.11.2016, 11:15-13:00; Raum C4.1 OG)
  • Showcase Mobile Dokumentation (Moderation Edgar Hellfritsch, Dr. Stefan Dierssen; Beitrag Demo-App: Romy Stauch; Mi., 09.11.2016, 13:45-15:30; Raum Planum 2)
  • Proof of Concept: Abbildung intelligenter Produkte in einem CMS (Edgar Hellfritsch, Dr. Stefan Dierssen; Do., 10.11.2016, 09:45-10:30; Raum Plenum 2)

doctima mit Messestand und Verlosungs-Aktion

Neben den Vorträgen sind wir wie eben schon erwähnt auch als Aussteller mit einem Messestand auf der anschließenden Messe der Jahrestagung vertreten. Sie finden uns direkt am Eingang in die Halle C1. Das ist deswegen leicht zu finden, weil Sie vom tekom-Informationsstand zwischen den beiden Messehallen nur ein paar Schritte in die Halle C1 gehen müssen, und schon sind Sie an unserem Messestand mit der Nummer C02. Themen, die wir auf der Tagung präsentieren:

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doctima-Stand auf der tekom-Jahrestagung (c) doctima

Zusätzlich haben wir wieder eine Verlosungs-Aktion. Wir verlosen einen 3D-Drucker, den Sie an unserem Messestand auch live in Betrieb erleben können. Also kommen Sie vorbei und werfen Sie Ihre Visitenkarte in die Losbox, um an der Verlosung teilzunehmen. Am letzten Messetag verlosen wir den 3D-Drucker vor Ort. Der Gewinner kann somit seinen Gewinn direkt mitnehmen (wir schicken ihn aber auch gerne zu).

Termin vereinbaren oder Freikarte für die Messe gewünscht?

Wenn Sie auf der tekom-Jahrestagung einen Termin mit uns im Vorfeld vereinbaren wollen, dann melden Sie sich hier dafür an. Sie können uns einen Wunschtermin angeben und dann auf der Tagung an unserem Messestand treffen. So haben Sie Sicherheit, dass wir uns auf jeden Fall intensiv Zeit für Sie nehmen können.

Außerdem können Sie über uns einen Aktions-Code anfordern, mit dem Sie kostenlos die tekom-Messe besuchen können. Einfach hier klicken und in nur einem Schritt fordern Sie Ihren Aktions-Code an, mit dem Sie Zugang zur tekom-Messe erhalten.

Hoffentlich bis in zwei Wochen

Ich hoffe, wir sehen uns auf der tekom-Jahrestagung. Wir freuen uns über jeden Besucher und über jedes Gespräch. Im Nachgang der Tagung werden wir natürlich wieder einen Blogbeitrag über unsere Eindrücke, Erfahrungen, usw. verfassen. Ich bin gespannt, ob sich die Vorfreude bestätigt und die Tagung ein Highlight werden wird.

Wenn sie noch Fragen, Anmerkungen oder Sonstiges zur tekom-Jahrestagung haben, dann einen Kommentar hinterlassen oder bei mir melden: benjamin.rauschenberger@doctima.de oder 0911/97567027.

Gibt es Themen, die Sie auf der Jahrestagung besonders interessieren? Dann lassen Sie doch bitte einen Kommentar da. Wir gehen gerne darauf ein und freuen uns auf Ihren Beitrag.