#4.0, die tekom-Jahrestagung 2016

img_9629Information 4.0, Dokumentation 4.0, Industrie 4.0, #4.0. Überall versucht man neue und innovative Wege zu gehen, so auch in der Branche der Technischen Kommunikation und Technischen Dokumentation. Unser Rückblick auf die tekom-Jahrestagung 2016.

Markus Nickl

P1080459-SWtekom Herbsttagung 2016. Für mich ein besonderes Datum. Denn wenn ich richtig rechne, dann ist es genau 20 Jahre her, dass ich auf meiner ersten „tekom“ war – damals in Berlin mit einem eigenen Vortrag über historische Gebrauchsanleitungen. Seitdem hat sich eine Menge getan. Besonders die Dimensionen, die die begleitende Messe angenommen hat, hätte ich mir damals nicht vorstellen können. Und die Internationalisierung der Veranstaltung ist ebenfalls beeindruckend. An nur einem Messetag habe ich (unter anderem und nur so als Beispiel) mit einem ungarischen Übersetzer, einer chinesischen Expertin für Simplified English, einem niederländischen Industriedesigner und einem US-amerikanischen Marketingexperten gesprochen. Das hätte ich mir damals vor zwanzig Jahren nie träumen lassen. Toll welchen Weg die tekom in dieser Zeit genommen hat. Ach ja, aus guter Tradition war ich auch diesmal wieder mit einem Vortrag dabei: „SEO – Technische Dokumentation für die Suchmaschine“.  Wen’s interessiert, der kann mehr dazu im Parson-Blog lesen.

Edgar Hellfritsch

rp_P1090805_SW-e1447767838366.jpgDieses Jahr bin ich kaum dazu gekommen, meiner Rolle als Tagungsbeirat gerecht zu werden und möglichst viele Vorträge zu besuchen. Die Vorträge, die ich mitbekommen habe, waren v. a. die, an denen ich selbst beteiligt war: Den „Showcase Mobile Dokumentation“ habe ich mit moderiert. Alle sechs Vorträge waren interessant und von durchgängig hohem Niveau. Die vielen Gespräche, die ich an unserem Stand mit Besuchern gerade zu diesem Thema geführt habe, zeigen mir, dass die mobile Bereitstellung von Inhalten langsam die Bedeutung gewinnt, die ich ihr zuschreibe. Mein anderes Thema dieses Jahr war Information 4.0 und mit ihm der Standard iiRDS, an dem ich mitarbeiten darf. Hier haben mich vor allem die Prototypen der Systemhersteller beeindruckt, die bereits sehr schön das Nutzpotenzial des in Arbeit befindlichen Bereitstellungsstandards gezeigt haben.

Johannes Dreikorn

p1090631-b-hoch-swDrei Tage tekom-Tagung – das sind drei Tage intensivsten Austauschs. Das war eigentlich schon immer so, aber dieses Jahr habe ich das besonders stark empfunden. Ganz sicher deswegen, weil ich die vollen drei Tage an unserem Stand präsent war. Der Blick auf meine Notizen macht mir noch einmal deutlich, wie viel spannende Gespräche auf unserem „grünen Teppich“ stattgefunden haben mit Kunden, Interessenten und Job-Bewerbern. Dabei durfte ich auch mein Lieblingskind, das ContentRuleset, mehrmals vorführen.
Intensiver Austausch auch in den beiden Workshops, die ich gehalten habe. Mit der Textsorte Checklisten ein Thema ganz aus der Praxis, eine herausfordernde Aufgabenstellung – und das mit 30 motivierten Teilnehmern durcharbeiten. Ich liebe diese angeregte Arbeitsatmosphäre einfach. Und dann all die Begegnungen am Rande – ein Gespräch beim Mittagessen mit jemand bis dato ganz Unbekannten, ein Plausch unter langjährigen Weggefährten. Eins ist klar: tekom-Jahrestagung auch nächstes Jahr wieder mit mir – und wieder volle drei Tage.

Christian Hammer

P1090233-SWStuttgart Anfang November? Na klar – tekom-Tagung! In diesem Jahr kann ich Tagung für mich getrost durch Messe ersetzen. Ich habe es zum ersten Mal in nicht einen einzigen Vortrag geschafft. Nicht, weil ich die große Nähe zu unserem Hallen-Nachbarn der Kaffee-Insel nicht aufgeben wollte, sondern weil wir eigentlich immer Interessenten und Interessante am Stand hatten.
Hier nochmal ein großes Lob an unseren Ober-Location-Scout Benny Rauschenberger. Auch dieses Jahr waren unsere 20 Quadratmeter doctima wieder sehr gut in Halle 1 aufgehoben. Abseits des Gedränges und der Hektik der größeren Halle 2 hatten wir die richtige Atmosphäre für persönliche und konstruktive Gespräche, die sich teilweise schon fast zu kleinen Workshops entwickelten.
Am schönsten finde ich es immer zu sehen, dass unsere Kunden einen Besuch bei uns am Stand nicht als lästigen Pflichttermin wahrnehmen, sondern sich darauf freuen. So waren viele immer mal wieder bei uns, um ein kleines Pläuschchen  zu halten oder auch um sich mit anderen Besuchern auszutauschen. Unsere Kunden fühlen sich also wohl bei uns. Gut so!

Daniel Rieß

danielDie tekom-Jahrestagung ist im Hause doctima seit jeher ein wichtiges Thema, um das ich die letzten Jahre kaum herumkam, auch wenn ich nicht vor Ort war. Das sollte sich 2016 ändern, denn nun war ich ebenfalls stolzer Besitzer eines Tickets und hatte die Möglichkeit Mittwoch und Donnerstag auf der Messe mitzuerleben.
Nach dem Einlass fand ich den doctima-Stand nach wenigen Minuten, der unter anderem durch den 3D-Drucker auffiel, der zugleich Preis unserer Verlosung und Fabrik von personalisierten Legosteinen war, die die Standbesucher auf Anfrage drucken lassen konnten.
Doch ich musste gleich wieder los, denn der erste Vortrag wartete auf mich. Was auf den ersten Blick nach stressigem Hin und Her klingt, nahm ich vielmehr als kurzweilige Abwechslung zwischen innovativem fachlichem Input in den Vorträgen und tollen Gesprächen sowie interessanten Kontakten an unserem Stand wahr. So machte es mir nicht zuletzt großen Spaß, Menschen, mit denen ich sonst via Mail und Telefon zusammenarbeite, in Lebensgröße kennenzulernen.
Nein, es ging gerade nicht um 3D-Modelle, die durch eine AR-Brille unfassbar real dargestellt werden – das konnte ich aber dennoch am Ende von „Augmented Reality solution for delivering complex instructions“ (Andrew Head, Semcon) am Donnerstag ausprobieren. Weitere Highlights waren für mich die Umsetzung der AR-App bei SAF-Holland (Thomas Piroth, Tim Rausch) und die smarte Wartung einer Klimaanlage nach Industrie 4.0 (Jürgen Sapara, Thomas Gering). Kurz gesagt: Der Besuch der tekom-Jahrestagung 2016 hat sich voll und ganz gelohnt.

Benjamin Rauschenberger

P1080932-B-SWAls Vater des Messeauftritts von der Konzeption über die Organisation bis hin zum Einschwören der Kollegen war ich natürlich besonders unter Strom. Anreise mit Aufbau des Messestandes und dann drei Tage bangen, dass auch wirklich alles so klappt wie geplant und dass auch nichts zu Hause vergessen wurde. Abschalten kann man da nicht wirklich. Aber der ganze Aufwand hat sich wieder einmal gelohnt. Wir hatten tolle Gespräche. Wir haben ein super Feedback von allen Seiten bekommen. Sei es zu unseren Vorträgen, zu unserem Messestand oder zu unserem Auftreten auf der Tagung. Und wir hatten wahnsinnig viel Spaß dabei. Das hat sicherlich zur guten Stimmung beigetragen. Danke an alle doctima-Kollegen und an alle Besucher unseres Standes, das war toll!
Was die Themen betrifft, nehme ich vor allem zwei Strömungen mit. Einerseits Content Delivery: Die Unternehmen wollen ihren Doku-Content über verschiedene Kanäle ausliefern, gerade heutzutage, da viele digitale Möglichkeiten dazu bestehen. Großteils auch als Mobile Dokumentation. Kein Wunder, dass wir viele Gespräche dazu hatten, da wir ja Projekte in dem Themengebiet haben und über unsere Erfahrungen berichten können. Andererseits Content-Wiederverwendung, was nicht so weit weg ist von erstem Thema: Content aus der Doku, vor allem guter Content, soll weiter und wieder genutzt werden. Und da spielt es keine Rolle ob intern oder extern, ob für Service, Support, Marketing, Vertrieb, Interessenten oder Kunden. Wichtig ist, eine Strategie dahinter zu haben, dann bietet der Doku-Content einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert. Das waren für mich die beiden, als Marketeer und Vertriebler naheliegenden und daher zu erwartenden, Hauptthemen der Jahrestagung.

Michael Mann

Auf meine erste tekom-Tagung bin ich mit vorsichtiger Neugier gefahren: Einerseits haben die Berichte der Kollegen schon Hoffnung auf eine spannende Veranstaltung gemacht – andererseits will man ja nicht mit zu großen Erwartungen anreisen, die dann nicht erfüllt werden können. Umso besser, dass die Erwartungen dann tatsächlich erfüllt worden sind. Sehr gut gefallen hat mir, dass in den Vorträge „echte“ Produkte und tatsächlich umgesetzte Prozesse mit ihren Ergebnissen vorgestellt wurden und nicht ein „könnte man mal“ oder ein „wäre schön, wenn“. Wenn man in einem Vortrag (zugegebenermaßen als „für Anfänger“ eingestuft) auch mal nichts Neues lernt, kann man sich ja immer noch mit der Schlussfolgerung trösten, dass man in dem Thema auch keine ganz grundlegenden Entwicklungen verpasst hat.
Der Messebesuch führt ganz deutlich vor Augen, dass man in einer Branche arbeitet, die immer noch ein bisschen vielfältiger ist, als man das eigentlich schon wusste. Fazit: Für mich ein rundum gelungener Besuch – nächstes Jahr komme ich gerne wieder!

Was ist Ihr Feedback zur tekom-Jahrestagung 2016? Welche Vorträge oder Workshops fanden Sie gut? Welche Themen haben auf der Tagung gefehlt oder waren eher schwach vertreten? Kommentieren Sie und lassen Sie uns darüber reden.

tekom 2016 – doctima mitten dabei

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tekom-Jahrestagung in der Messe Stuttgart (c) doctima

Der Herbst steht an, und wie jedes Jahr mit ihm die tekom-Jahrestagung. Zum dritten Mal nun in Stuttgart. Wir von doctima freuen uns wieder einmal sehr, vor Ort zu sein. Von Dienstag, 08.11.2016 bis Donnerstag, 10.11.2016 ist es wieder soweit.

Die Tagung besteht aus dem Tagungsprogramm mit Vorträgen, Workshops und Tutorials sowie der angeschlosenen Messe. Aussteller der Messe sind Dienstleister sowie Tool- und Produkthersteller aus den Bereichen Technische Kommunikation und Content Management. Eine Welcome Party und Abendveranstaltungen (z. B. eine Städte-Tour oder ein Besuch in der MOTORWORLD) runden das Rahmenprogramm ab.

Thema dieses Jahr: Intelligente Information

Die tekom wirbt in ihrem Programmheft für die Jahrestagung mit dem Titelthema Intelligente Information. Dahin führt der Weg in Zeiten von Digitalisierung, Automatisierung, Information 4.0 und Industrie 4.0. Zusätzlich bewegt die meisten Unternehmen auch die Frage nach der Anwenderfreundlichkeit: Also wie müssen Informationen intelligent aufbereitet sein, damit der Anwender diese nutzerfreundlich erhält? Sowohl technisch als auch inhaltlich? Diese Themen liegen uns als Kommunikationsexperten naturgemäß nahe und wir warten daher mit vielen innovativen Themen auf. Technisch machbar ist heutzutage vieles, aber ist es auch prozesstechnisch sinnvoll oder wirtschaftlich verträglich? Wir leisten Hilfestellung, daher ist das Leitthema der Tagung aus unserer Sicht absolut angebracht.

Viele spannende Vorträge habe ich im Tagungsprogramm schon ausfindig gemacht, vor allem in den Bereichen Mobile Dokumentation, Technisches Marketing oder auch User Experience. Leider habe ich jetzt schon die Befürchtung, dass ich nicht viele der Vorträge besuchen werden kann. Zumindest nicht, wenn unser Stand auf der Messe so gut besucht ist wie letztes Jahr. Auch wir werden wieder Vorträge halten:

  • SEO – Dokumentation für die Suchmaschine? (Prof. Dr. Markus Nickl; Di., 08.11.2016, 13:45-14:30; Raum C6.2 OG)
  • Checklisten – für jeden Anlass (Johannes Dreikorn; Di., 08.11.2016, 16:15-18:00; Raum SR 1 OG & Mi., 09.11.2016, 11:15-13:00; Raum C4.1 OG)
  • Showcase Mobile Dokumentation (Moderation Edgar Hellfritsch, Dr. Stefan Dierssen; Beitrag Demo-App: Romy Stauch; Mi., 09.11.2016, 13:45-15:30; Raum Planum 2)
  • Proof of Concept: Abbildung intelligenter Produkte in einem CMS (Edgar Hellfritsch, Dr. Stefan Dierssen; Do., 10.11.2016, 09:45-10:30; Raum Plenum 2)

doctima mit Messestand und Verlosungs-Aktion

Neben den Vorträgen sind wir wie eben schon erwähnt auch als Aussteller mit einem Messestand auf der anschließenden Messe der Jahrestagung vertreten. Sie finden uns direkt am Eingang in die Halle C1. Das ist deswegen leicht zu finden, weil Sie vom tekom-Informationsstand zwischen den beiden Messehallen nur ein paar Schritte in die Halle C1 gehen müssen, und schon sind Sie an unserem Messestand mit der Nummer C02. Themen, die wir auf der Tagung präsentieren:

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doctima-Stand auf der tekom-Jahrestagung (c) doctima

Zusätzlich haben wir wieder eine Verlosungs-Aktion. Wir verlosen einen 3D-Drucker, den Sie an unserem Messestand auch live in Betrieb erleben können. Also kommen Sie vorbei und werfen Sie Ihre Visitenkarte in die Losbox, um an der Verlosung teilzunehmen. Am letzten Messetag verlosen wir den 3D-Drucker vor Ort. Der Gewinner kann somit seinen Gewinn direkt mitnehmen (wir schicken ihn aber auch gerne zu).

Termin vereinbaren oder Freikarte für die Messe gewünscht?

Wenn Sie auf der tekom-Jahrestagung einen Termin mit uns im Vorfeld vereinbaren wollen, dann melden Sie sich hier dafür an. Sie können uns einen Wunschtermin angeben und dann auf der Tagung an unserem Messestand treffen. So haben Sie Sicherheit, dass wir uns auf jeden Fall intensiv Zeit für Sie nehmen können.

Außerdem können Sie über uns einen Aktions-Code anfordern, mit dem Sie kostenlos die tekom-Messe besuchen können. Einfach hier klicken und in nur einem Schritt fordern Sie Ihren Aktions-Code an, mit dem Sie Zugang zur tekom-Messe erhalten.

Hoffentlich bis in zwei Wochen

Ich hoffe, wir sehen uns auf der tekom-Jahrestagung. Wir freuen uns über jeden Besucher und über jedes Gespräch. Im Nachgang der Tagung werden wir natürlich wieder einen Blogbeitrag über unsere Eindrücke, Erfahrungen, usw. verfassen. Ich bin gespannt, ob sich die Vorfreude bestätigt und die Tagung ein Highlight werden wird.

Wenn sie noch Fragen, Anmerkungen oder Sonstiges zur tekom-Jahrestagung haben, dann einen Kommentar hinterlassen oder bei mir melden: benjamin.rauschenberger@doctima.de oder 0911/97567027.

Gibt es Themen, die Sie auf der Jahrestagung besonders interessieren? Dann lassen Sie doch bitte einen Kommentar da. Wir gehen gerne darauf ein und freuen uns auf Ihren Beitrag.

Mobile Dokumentation mit „Go Mobile“

Go mobile - ein schlanker Einstieg in die mobile Dokumentation

Go mobile – ein schlanker Einstieg in die mobile Dokumentation

Bei doctima beschäftigen wir uns seit langem mit mobiler Dokumentation – in Projekten wie auch theoretisch. Als Dietrich Juhl, Technischer Redakteur und Buchautor, uns fragte, ob wir sein neues Buch zur Mobilen Dokumentation sponsoren würden, haben wir deshalb ohne lange nachzudenken freudig zugesagt. Mittlerweile ist „Go mobile!“ erschienen und heute werfen wir einen Blick hinein.

Herausforderung: Mobile Dokumentation

Der erste Zugang zur elektronischen Technischen Dokumentation (eTD) kann schwer, unübersichtlich oder sogar furchteinflößend sein. Immer wurden Anleitungen einfach als das verfasst, was sie nun mal sind: Texte. Und jetzt spricht plötzlich jeder von HTML, CHM, Near-by-Suchen und dieser komischen Siri.

Vom ersten Einstieg zum ersten Umstieg

Da kommt Dietrich Juhls „Go mobile“ gerade Recht. Es kann wie ein kleines Nachschlagewerk genutzt werden: Die Grundlagen der eTD werden verständlich und meist auf nur einer Seite als leicht verdauliche Häppchen angeboten. Aufgelockert werden die Beiträge zusätzlich durch zahlreiche Abbildungen, Comics und Internetcodes, die zu praktischen Beispielen führen.

Aber „Go mobile“ nur auf die Umstellung von textbasierter auf elektronische Dokumentation zu reduzieren, wäre ein Frevel. Vielmehr liefert Juhl eine Einführung in die Technische Redaktion per se, indem er grundlegende Systematiken erklärt, ihre Anwendungsbereiche vorstellt und schließlich ihre Umsetzung für elektronische Ausgabegeräte diskutiert.

Und er fängt ganz von vorne an: Welche Ordnungssysteme stehen für Topics zur Verfügung? Wo liegt der Unterschied zwischen handlungs- und lernorientierten Texten? Was sind Hypertextelemente? Was ist unter Responsive Design zu verstehen und welche verschiedenen Arten von Filtern, Speicherformaten und Ausgabegeräten sind denkbar? Fragen dieser Art werden zwar sehr knapp aber immer unter Berücksichtigung bzw. in der Gegenüberstellung von textbasierter und mobiler Dokumentation beantwortet.

Die letzten Kapitel können als ein Konzept und damit auch als eine Checkliste für die Aufbereitung und Umstellung einer bestehenden Dokumentation für elektronische Ausgabegeräte genutzt werden. Hätten Sie daran gedacht, dass die Bilder jetzt auch auf einem mini Smartphone zu erkennen sein müssen? Haben Sie eine Suchwortoptimierung durchgeführt? Schon mal überlegt, ob wirklich die gesamte Doku elektronisch zugänglich gemacht werden muss?

Nur für Anfänger?

Der sehr knappe und oft stichpunktartige Einstieg in die eTD richtet sich selbstverständlich hauptsächlich an Anfänger und Laien, die vielleicht mit den Gedanken spielen, auf eTD umzusteigen oder sich allgemein über den damit verbundenen möglichen Mehrwert informieren möchten.

Aber auch Menschen mit ein wenig mobiler Erfahrung können von diesem Buch profitieren: Sie haben wohl selten die wichtigsten Aspekte für die Arbeit eines Technischen Redakteurs so kompakt und strukturiert zusammengestellt gesehen. Das Buch kann dazu inspirieren, mal etwas Neues auszuprobieren oder davor bewahren, vor lauter Detailverliebtheit wichtige Grundlagen zu vergessen.

Zudem liegt Juhls Augenmerk immer auf dem, was die Sonne eines jeden Technischen Redakteurs sein sollte: Der Leser! Wie nutzt der Leser die Anleitung? Mobil? Was weiß er? Was braucht er? Wie kann ich den Zugriff für ihn optimieren? Wo kann für ihn die elektronische Dokumentation einen Mehrwert bringen? Auch alten Hasen der Technischen Redaktion kann es gut tun, sich solche Fragen immer mal wieder zu stellen.

Theorie – keine Praxis

Juhl stellt Mehrwert und ggf. auch Nachteile elektronischer gegenüber textbasierten Anleitungen immer ganz richtig dar, geht aber nicht auf den Aufwand ein, der mit den unterschiedlichen Formaten einhergeht. V.a. ein Anfänger könne die Welt der eTD durchs Juhls Brille daher ein wenig zu kunterbunt sehen. „Go mobile“ sollte auf keinen Fall zu hohe Erwartungen an die gegebenen technischen Möglichkeiten und v.a. den Etat wecken: Volltextsuchen in PDFs oder Aufklapptexte in CHMs sind weitaus leichter zu bekommen, als eine App oder gar eine von Siris Schwestern.

Und noch eine Bitte:

Dietrich Juhl rät den Lesern, sein Buch nicht von vorne nach hinten, sondern quer zu lesen. Bitte! Tun Sie ihm nicht den Gefallen, zumal dies ohne Stichwortverzeichnis ohnehin nicht so leicht wird.

Schnappen Sie sich das Buch und lesen Sie es ganz altmodisch und linear von vorne bis hinten Wort für Wort durch!

Literatur: Juhl, Dietrich [2016]: „Go Mobile„, BoD Norderstedt, ISBN 978-3-7392-1027-8

Hinweis: Das hier besprochene Buch wurde uns vom Verlag kostenfrei als elektronisches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Verlag hat keinerlei Einfluss auf den Inhalt dieser Besprechung genommen.

Mobil zur tekom Frühjahrstagung

Wie wird die Igelgrafik mobil?

Wie wird die Igelgrafik mobil?

„Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!“ „Wir“ ist in diesem Fall Edgar Hellfritsch, der doctima auf der tekom Frühjahrstagung mit einem Vortrag präsentieren wird. Unter dem Titel „Mobile First“ zeigt er wie man Single Source Prozesse für kleine Displays optimiert. Der bestehende Content im CMS soll sich nicht nur mobil darstellen, sondern mit kleinen Anpassungen im Generierungsprozess für die Benutzer echten Mehrwert bringen. Für die Leser und Leserinnen unseres Blogs gibt es hier schon mal eine Sneak Preview.

Moderne Redaktionslösungen bieten die Möglichkeit, mit wenig Aufwand unterschiedliche Zielformate zu generieren. Die Darstellung, das Layout der konkreten Inhalte unterscheidet sich jedoch nur geringfügig voneinander. Ein Bild ist ein Bild, eine Tabelle bleibt eine Tabelle.

Mit dem Siegeszug der Mobilgeräte bieten sich für die Technische Dokumentation neue Möglichkeiten in der Gestaltung von Informationsprodukten. Konnektivität, Kontextualität und Interaktivität eröffnen ein weites Feld von Zusatznutzen für den Anwender. Befeuert wird diese Entwicklung mit dem Beginn der Industrie 4.0, deren Konsequenzen derzeit noch niemand wirklich absehen kann.

Gute, mobil benutzbare Informationsprodukte aus einem CMS zu generieren, ist noch keine Selbstverständlichkeit. Um ein überzeugendes Ergebnis abzuliefern müssen Informationsarchitektur, Redaktionsarbeit, Single-Source-Generierung, sowie das Informationsprodukt selbst aufeinander abgestimmt werden.

Ansatzpunkte für eine individualisierte, mobile Ausgabe sehen wir insbesondere bei:

  • Marginalspalten und einfachen Tabellen
  • umfangreichen Tabellen
  • Querverweisen
  • implizit vorhandenen, im Content aber unverknüpften Querverweisen
  • komplexen Grafiken
  • Grafiken mit Positionsnummern
  • umfangreichen, tiefen und langen Navigationsbäumen

All diese Punkte sind mehr als die standardmäßige, mobile Ausleitung eines Redaktionssystems bewältigen kann. Ohne eine vernünftige Lösung dieser Fragen ist der Inhalt für die Leser allerdings kaum nutzbar. Zum Glück gibt es dafür aber gute und einfache Lösungen…

Vortrags-Daten:

IN16 Fachvortrag
Edgar Hellfritsch, doctima GmbH, Fürth:
„Mobile First – Single Source Prozesse optimieren für kleine Displays“

tekom-Frühjahrstagung 2016
Fr 15.4.2016 um 11:30. Raum Nizza

Information 4.0: Gut aufgestellt und kräftig herausgefordert

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Die Herausforderung wartet…
(c) Martin Büdenbender / pixelio.de

„Information 4.0“ war ja das Leitthema der tekom-Frühjahrstagung in Darmstadt, von der ich vor Kurzem hier schon einmal berichtet habe. Was steckt aber hinter diesem Begriff? Und was bedeutet er für die Dokumentations-Branche, in der wir von doctima ja auch zuhause sind?
Auf der Rückfahrt von Darmstadt habe ich mit meinem Kollegen Edgar Hellfritsch angeregt und auch kontrovers darüber diskutiert. Hier unser Fazit.

Kurze Begriffsklärung
Information 4.0 – was bedeutet das? Kurz gesagt: Unter diesem Schlagwort subsummieren sich all die Anforderungen und Anpassungen im Bereich der Produktdokumentation, die sich aus dem Konzept (Vorsicht: schon wieder Schlagwort) „Industrie 4.0“ ergeben. Also jener erwarteten vierten industriellen Revolution, die sich aus der „Informatisierung der Fertigungstechnik“ergibt.
Wie kann man sich die „Information 4.0“ konkret vorstellen? Dazu ein einfaches Beispiel: Das Bordhandbuch eines Autos wird heute komplett von einem Technischen Redakteur zusammengestellt; er sorgt vor Auslieferung dafür, dass das Handbuch nur die modellspezifischen Informationen enthält. Diese Aufgabe der modellspezifischen Zusammenstellung übernimmt unter Bedingungen der „Industrie/Information 4.0“ das Auto selbst. Dafür werden jedem Bauteil (oder jeder Baugruppe) alle benötigten Anwenderinformationen direkt mitgegeben; es gibt also gar kein fixes Bordhandbuch mehr. Will man im Auto zum Beispiel etwas zur Klimaanlage wissen, holt sich das Informationssystem des Autos zum Zeitpunkt der Anfrage alles Notwendige direkt von der entsprechenden Baugruppe. Und wird die Baugruppe ausgetauscht, steht automatisch auch die korrekte neue Dokumentation zur Verfügung.

Was bedeutet das für die Technische Redaktion?

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Vernetzte Produktion.
(c) KUKA Systems GmbH – CC-BY-SA-3.0

Das klingt für den ein oder anderen vielleicht noch sehr nach Zukunftsmusik. Aber der Wandel zur „Industrie 4.0“, der die „Information 4.0“ nach sich zieht, ist bereits im Gange. Das hat nicht zuletzt die Keynote von Prof. August-Wilhelm Scheer auf der tekom-Frühjahrstagung gezeigt. Es ist also der richtige Zeitpunkt, das Thema (frühzeitig) in jener Zunft anzugehen, die im Produktionsprozess gerne vergessen wird: der Technischen Redaktion.

Von der tekom-Tagung sind wir mit dem Eindruck zurückgekehrt, dass aber besonders die Technische Redaktion an einigen wichtigen Punkten schon gut aufgestellt ist. Zumindest, wenn sie auf Höhe der Zeit betrieben wird:

  • Der Tatbestand eine fast kompletten Modularisierung, die den Produktionsprozessen noch bevorsteht (Stichwort „Losgröße 1“), ist für uns in der Technischen Redaktion nichts Neues. Damit beschäftigen wir uns im Grunde schon seit gut 15 Jahren. Hier ordnen sich Erfassungsstrategien und -technologien wie Regelbasiertes Schreiben und Content-Management-Systeme nahtlos ein.
  • Die Produktionsprozesse 4.0 leben von der Selbstbeschreibung der verarbeiteten Produkte und Komponenten. Selbstbeschreibung bedeutet für die Technische Kommunikation den systematischen Einsatz von Metadaten bzw. semantischen Ontologien. In professionellen Redaktionsprozessen sind diese Technologien heute geübte Praxis.
  • Unter dem Schlagwort „Content Delivery“ etablieren sich in der Technischen Redaktion in jüngster Zeit Lösungen für die intelligente Verteilung von technischen Informationen. Auch dieses Wissen kann direkt produktiv werden.

So weit ein paar – zugegeben sehr konzentrierte – Stichpunkte zur Habenseite. Natürlich sind diese Themen alles andere als trivial. Wer als Unternehmen hier Nachholbedarf hat, sollte sich jetzt auf den Weg machen. Nicht nur, um „irgendwann später“ einmal für die Industrie 4.0 gewappnet zu sein. Vielmehr geht es darum, die organisatorischen und wirtschaftlichen Potenziale zu nutzen, die in modernen und sauber konzipierten Redaktionsprozessen liegen.

Drei große Herausforderungen

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(c) Markus Vogelbacher / pixelio.de

Daran muss aus unserer Sicht die Technische Redaktion noch arbeiten, soll das mit der Information 4.0 wirklich klappen:

  • In Vorträgen auf der tekom-Tagung ist es eher lapidar angesprochen worden: Für das Modell Information 4.0 muss „halt noch“ ein einheitliches und natürlich verbindliches Informationsmodell verabschiedet werden. Also ein Standard wie DITA oder AutomationML. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die verteilt erstellten Informationen grundsätzlich kompatibel sind. Was allen Beteiligten aber klar sein muss: Einfach wird dieser Prozess der Abstimmung und Vereinheitlichung ganz sicher nicht.
  • Information 4.0 verstärkt den Trend zur produktzentrierten und bis zur Sinnlosigkeit standardisierten Dokumentation. Wir bei doctima betrachten diese Entwicklung schon länger mit Sorge. Wo bleibt in dieser Denke der Anwender mit seinen Informationsbedürfnissen, die sich ganz sicher nicht an der Produktstruktur ausrichten und vielmehr individuell und experimentell geprägt sind?
  • Stichwort „Sicherheit“: Wo Produktions- und Informationsprozesse webbasiert laufen sollen, darf es in Sachen Sicherheit keine Lücken geben. Auch hier gibt es ganz viel zu tun.

Wir wünschen uns, dass die Technische Kommunikation den Weg zur Industrie 4.0 selbstbewusst und aktiv mitgestaltet. Unsere Branche hat zum einen schon viel Erfahrung gesammelt – und zum anderen müssen wir als TR-Verantwortliche selbst dafür sorgen, dass unsere Belange auch wirklich berücksichtigt werden.

Was stehen Sie zur „Information 4.0“?
So weit eine Zusammenfassung unserer Beobachtungen und Gedanken. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Ist es für Sie nur ein Buzzword? Oder haben Sie schon Erfahrungen mit so gestalteten Informationsprozessen? In diesem Sinne „Kommentar frei“ für eine angeregte Diskussion.

Schreiben fürs Hören

Stefan Wachtel: Schreiben fürs Hören

Stefan Wachtel: Schreiben fürs Hören

Technische Neuerungen wie Smartphones und Tablets bewirken, dass der Trend sich immer stärker in Richtung mobiler Multimedia-Dokumentation bewegt. Animationen, Audios und vor allem Videos bieten neue Möglichkeiten, technische Informationen verständlich und einprägsam darzustellen. In vielen Fällen lässt sich durch ein Video schneller, präziser und vor allem praxisnäher eine komplizierte Funktion erklären als mit einer langatmigen Abfolge von Handlungsanweisungen in gedruckter Form. Oftmals ist es aber notwendig, eine Handlung nicht nur zu zeigen, sondern das Gezeigte mit gesprochenen Texten näher zu erläutern.

Fürs Hören schreiben ist für viele Technische Redakteure jedoch Neuland. Da liegt es nahe, sich von der Welt des Fernseh- und Radiojournalismus inspirieren zu lassen. Stefan Wachtel hat mit seinem Buch Weiterlesen

Mobil und sicher

Symbolbild: Datenschutz (c) Gerd Altmann / pixelio.deHier ist er also nun, der versprochene zweite Teil zum Thema „Mobil im Unternehmen“. Einsatzgebiete gibt es genug für mobile Inhalte in Unternehmen. Entsprechend vielfältig sind auch die Verteilwege für mobile Informationen. Stellt man die Inhalte per Webserver online bereit, was das Aktuell-Halten erleichtert, aber nicht in allen Fällen anwendbar ist (Funkloch, Datenmenge, Antwortzeit)? Oder sendet man ein PDF oder eBook per Mail auf das Gerät und speichert es dort ab, um die Information lokal verfügbar zu haben? Weiterlesen

Mobil für drinnen

(c) Rödi / pixelio.deInformationen mobil bereitzustellen bringt bekanntermaßen viele Vorteile. Ohne Weiteres lässt sich mit modernen Geräten eine ganze Bibliothek in der Hosentasche herumtragen – und in der Regel steht einem über Zellfunk oder WLAN das ganze Internet zur Verfügung. Mithilfe der gerätetypischen Schnittstellen wie GPS oder Kamera kann man die mitgebrachte Information mit der aktuellen Umgebung in Bezug setzen – auch daraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten.

Bisher wird aber oft nur über die Chancen im Endkunden-Geschäft und über mobile Anwendungen als Geschäftsmodell diskutiert. Doch wie sieht es eigentlich in der internen Kommunikation aus? Sind mobile Anwendungen für den unternehmensinternen Einsatz ein Gewinn? und: Wo entfaltet mobiler Content seine Wirkung? Hier einige Einsatzszenarien: Weiterlesen

Nachhaltig dokumentiert?

Nachhaltige DokumentationHeute will ich mal ein paar Worte zu einem Punkt loswerden, der mir einerseits am Herzen liegt, den ich andererseits als einen blinden
Fleck in der Technischen Dokumentation wahrnehme: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung als Aufgabe in der Technischen Dokumentation. Lange wurde das ja als ein Thema für irgendwelche „grüne Spinner“ abgetan. Aber in den letzten Jahren haben auch Unternehmen Weiterlesen