Rezension zu Marx/Weidacher: Internetlinguistik

Internet für die Linguistik oder Linguistik für das Internet?

Internet für die Linguistik oder Linguistik für das Internet?

Ein Lehr- und Arbeitsbuch also. Zeit war es dafür eigentlich schon längst, denn über das Internet wird in der Linguistik schon seit über 20 Jahren publiziert (mein erster Aufsatz dazu entstand 1995 im mittlerweile lange vergriffenen “Kursbuch Internet”). Aber wird das Buch dem Anspruch gerecht?

Was bietet das Buch?

“Internetlinguistik” von Marx und Weidacher ist eine – das soll hier schon einmal verraten werden – durchaus gelungene Einführung für Linguistik-Forschende, die sich mit diversen Aspekten des Internets beschäftigen möchten.

Mutig ist es, das Buch mit Methodik zu beginnen. Aus Sicht des Wissenschaftlers gehört das klar zu den Grundlagen. Aber gleichzeitig ist das Kapitel auch ein harter Brocken, der den Einsteiger erst einmal mit einer steilen Lernkurve überrascht. Immerhin, wenn man damit durch ist, hat man das Schwerste erst einmal hinter sich.

Danach beleuchtet das Lehrbuch sämtliche sprachlichen Aspekte des Internets. Für Nicht-Linguisten mag die Unterscheidung zwischen “Medientheorie”, “Sprache im Internet”, “Pragma-Internetlinguistik” und “Textlinguistik und das Internet” auf den ersten Blick schwer nachvollziehbar sein. Sie bietet aber tatsächlich einen besseren Rahmen als z. B. bei den verschiedenen Plattformen anzusetzen.

Das Layout des Buch ist übersichtlich aufgebaut und erleichtert den Einstieg an unterschiedlichen Stellen. Kästen und Abbildungen bieten einen anschaulichen Zugang zu den Inhalten. Und immer wieder wird das Buch von Arbeits- und Diskussionsaufgaben aufgelockert, die wirklich zum Mitarbeiten anregen.

Was leistet das Buch nicht?

Allzu oft streift das Buch nur Themen; moderiert sie an, ohne in die Tiefe zu gehen. Bei etwa 200 Seiten Umfang kann man das auch nicht erwarten. Tatsächlich ist das sogar ein gutes Zeichen: Die Informationen sind spannend dargestellt und laden zur weiteren Beschäftigung ein. Und die Verfasser machen es den Lesern einfach, indem sie immer wieder Lesetipps zur vertiefenden Lektüre geben.

Enttäuscht werden von “Internetlinguistik” all diejenigen sein, die sich Stiltipps oder Schreibregeln erwarten. In einer linguistischen Einführung kann und sollte man solches Rezeptwissen allerdings auch nicht erwarten. Tatsächlich glaube ich, dass vereinfachende Stilregeln ohne ein fundiertes Grundlagenwissen sogar schädlich sein können.

Lohnt sich das Buch auch für Praktiker?

Viele der Phänomene, die in “Internetlinguistik” beschrieben werden, sind uns als Praktikern vertraut, manchmal vermutlich sogar mehr als den Autoren. Aber. Durch die konsequente Spiegelung mi der wissenschaftlichen Theorie, erhält man einige wertvolle Anregungen. Man lernt einen Bezugsrahmen kennen, der plötzlich Ähnlichkeiten und Unterschiede deutlich werden lässt, die sonst im Chaos der ständig neuen Entwicklungen verschwinden. Man erhält dadurch ganz nebenbei hervorragendes Argumentationsmaterial um plumper Medienkritik (“Im Internet lesen die Leute nichts mehr”, “Internetnutzer haben keinen Bezug zur realen Welt” etc.) den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Am meisten Nutzen habe ich aber ehrlich gesagt aus dem Methodenkapitel gezogen. Denn auch wenn wir uns das manchmal nicht so bewusst machen: Auch wir bauen Korpora auf, verwenden Tweets in Schulungsunterlagen, erstellen Screenshots von Facebook-Profilen oder Speichern ein Chatprotokoll ab. Hier zeigen Weidacher und Marx recht anschaulich, was legal ist und was moralisch vertretbar. Etwas, das man sich angesichts der jüngsten Skandale rund um Forschung im Internet gar nicht oft genug in Erinnerung rufen kann.

Hinweis: Das hier besprochene Buch wurde uns vom Verlag kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Verlag hat keinerlei Einfluss auf den Inhalt dieser Besprechung genommen.

Literatur:  Marx, Constanze/Georg Weidacher [2014]: Internetlinguistik. Ein Lehr- und Arbeitsbuch. Narr Verlag, Tübingen ISBN 978-3-8233-6809-0

FacebookXINGMehr Social Web ...

Zielgerichtete Recherche für technische Dokumentationen

Christian Zehrer erforscht Rechercheprozesse in der Technischen Dokumentation

(c) Christiane Zehrer

Wir freuen uns über den heutigen Gastbeitrag von Dr. Christiane Zehrer. Sie hat in ihrer Promotion Rechercheprozesse in der Technischen Redaktion erforscht – ein Thema, das uns im doctima Blog schon lange umtreibt.

Christiane Zehrer beschäftigt sich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim neben Wissenskommunikation und Multimodalität auch mit Leichter Sprache im Rahmen der gleichnamigen Forschungsstelle.

 

Aufgabe der technischen Redaktion ist es, Inhalte für eine bestimmte Zielgruppe korrekt darzubieten. Was bislang häufig übersehen wird: die Darbietung bzw. Aufbereitung der Inhalte ist bereits der zweite Schritt in einem gedachten Arbeitsprozess der technischen Redaktion. Denn bevor man Inhalte aufbereiten kann, muss man diese zunächst überhaupt zur Verfügung haben. Dies geschieht in der Phase der Recherche bzw. Inhaltsakquise (s. a. Abb. 1).

Abb. 1: Arbeitsprozess der technischen Redaktion (schematisch). Die Recherche ist der erste Schritt.

Abb. 1: Arbeitsprozess der technischen Redaktion (schematisch). Die Recherche ist der erste Schritt. (c) Christiane Zehrer

Dass dieser Arbeitsschritt wenig beachtet wird, dürfte daran liegen, dass hierfür kaum ausgearbeitete Methoden zur Verfügung stehen. Das heißt: erfahrenere Redakteurinnen und Redakteure lassen sich meist von einer “ersten Ahnung” leiten. Vielleicht dienen vorhandene Dokumentationen als Orientierung, was “im Unternehmen üblich” ist. Würde es nicht helfen, auch hier ein strukturiertes Vorgehensmodell zu nutzen?

Dann stellt sich zunächst die Frage, welche methodischen Schritte zu den Inhalten führen, die später für eine Dokumentation benötigt werden. Woher weiß ein Redakteur oder eine Redakteurin, welche Details von Bedeutung sind? Und mit welchen Recherchetechniken kann dies gelingen? Eine von mir durchgeführte wissenschaftliche Studie (im Maschinen- und Anlagenbau) hat gezeigt, dass die benötigten Inhalte im Wesentlichen vier Typen zuzuordnen sind:

  • Detailwissen
  • Einordnung in den zeitlichen Ablauf
  • Terminologisches Wissen
  • Hintergrundwissen

Mit Detailwissen ist beispielsweise die genaue Position oder Einbauweise eines Bauteils gemeint. Die Einordnung in den zeitlichen Ablauf gibt Auskunft darüber, in welchem zeitlichen Verhältnis ein Arbeitsschritt zu weiteren steht. Terminologisches Wissen handelt von der nachvollziehbaren und konsistenten Benennung von Objekten und Tätigkeiten/Abläufen. Hintergrundwissen schließlich ordnet Arbeitsschritte einem weiter gefassten Ziel zu und macht es nachvollziehbar.

Wie viele Möglichkeiten sich beim Schritt Recherche noch eröffnen können, zeigt der Vergleich mit den ausgefeilten Methoden der Darstellung: Funktionsdesign®, IMAP® oder Taxonomien zur Passung von Inhalt und Darstellung wie bei Alexander (2007). Diese führen die Anwenderin oder den Anwender fast ohne Fehl und Tadel vom angestrebten Kommunikationsziel über die Inhalte bis zur idealen, wiederverwendbaren Darstellungsweise jedes Dokumentenbausteins.

Eine analoge Vorgehensweise lässt sich nun auch für die Recherche umsetzen. Die obigen Inhaltstypen bilden die Grundlage für ein entsprechendes Recherche-Raster. Fragen, die das Raster konkretisieren, lauten z. B.:

  • Welchen Detailliertheitsgrad soll die spätere Darstellung besitzen?
  • Welche Rolle spielt die zeitliche Struktur kleinerer und größerer Abschnitte?
  • Ist ein Sachverhalt so zentral, dass eine Benennung etabliert werden sollte? – Dies gilt für Gegenstände und Handlungen
  • Wie stark muss die Darstellung didaktisiert oder kontextualisiert werden?

Die Daten aus meiner Studie zeigen, welche Informationen je nach Antwort gesammelt werden müssen. So erfordert ein hoher Detaillierungsgrad der späteren Darstellung selbstverständlich auch einen hohen Detaillierungsgrad der zu erfragenden Inhalte. Ist dabei zuvor klar, dass Details z. B. durch eine Zeichnung wiedergegeben werden sollen, kann direkt ein entsprechendes Dokument eingefordert werden. Dies erspart sowohl bei der Recherche als auch in der Phase der Darstellung viele Nachfragen und Erklärungen. Der zeitliche Ablauf stellt eine besondere Herausforderung dar: Mag er in den meisten Fällen für einzelne Arbeitsgänge noch klar ersichtlich sein, sollten die Voraussetzungen und Abhängigkeiten des jeweiligen Arbeitsganges immer explizit erfragt werden.

Dass eine konsistente Terminologie in der technischen Dokumentation unabdingbar ist, wird niemand bestreiten. Wichtig bei der Recherche ist es nicht nur, inkonsistente Benennungen für dieselben Sachverhalte zu identifizieren. Auch muss der Redakteur oder die Redakteurin die Notwendigkeit erkennen, für zentrale Gegenstände und Handlungen sprechende und kompakte Bezeichnungen einzuführen. Schließlich sollte für jeden möglichen Inhalt überlegt werden, ob dieser für die Zielgruppe durch eine rein beschreibende Darstellung verständlich wird. Ist dies nicht der Fall, müssen Hintergrundinformationen eingeholt werden. Diese schlagen sich dann als zusätzliche Erläuterungen in der Dokumentation nieder. Werden sie während der Inhaltsrecherche außer Acht gelassen, führt dies in der Regel zu einer lückenhaften, nicht zielgruppengerechten Dokumentation.

Abb. 2: Die Recherche-Phase. Mehrere relevante Faktoren müssen gleichzeitig beachtet werden.

Abb. 2: Die Recherche-Phase. Mehrere relevante Faktoren müssen gleichzeitig beachtet werden. (c) Christiane Zehrer

Zusammenfassend erscheint es zunächst notwendig, dass sich technische Redakteurinnen und Redakteure der Bedeutung der Recherche bewusst werden. Diese muss strategisch angegangen werden. Dazu gehört, die spätere Darstellung in der Dokumentation bereits zu Beginn des Dokumentationsprozesses zu berücksichtigen. Die obigen Leitfragen können dazu dienen, nichts Notwendiges zu vergessen. Vielfach helfen sie auch, unnötigen Aufwand zu vermeiden.

Der Umgang mit dem Recherche-Raster in der Praxis erfordert – wie die oben angeführten Methoden der strukturierten Darstellung – eine gewisse Eingewöhnung. Hier besteht die besondere Herausforderung darin, dass die Recherche naturgemäß “live” stattfindet. Während Sie beim Erstellen der Dokumentation zurückspringen können, können Sie Ihr Gegenüber nicht einfach “zurückspulen”, bis der rote Faden im Gesagten wieder erkennbar wird. Schulungen mit unternehmens- oder fachspezifischen Beispielen können hier viel dazu beitragen, kritische Punkte rechtzeitig zu erkennen. Auch ist es möglich, auf Basis derselben Daten (und von Modellen der zu erstellenden Dokumentationen) Dialogsysteme zu entwickeln, die die Recherche kontextsensitiv unterstützen. Denn warum “erst” beim Schreiben strukturiert vorgehen?

Quellen

Alexander, Kerstin (2007): Kompendium der visuellen Information und Kommunikation. Berlin: Springer.

Zehrer, Christiane (2014): Wissenskommunikation in der technischen Redaktion. Die situierte Gestaltung adäquater Kommunikation. Berlin: Frank & Timme. Zugl. Diss., Universität Hildesheim, 2013.

Social Media und Konferenzen

Konferenz

(c) Uwe Steinbrich / pixelio.de

Für die meisten von uns gehören Tagungen und Konferenzen zum Alltagsgeschäft. In der letzten Zeit beobachte ich immer öfter, dass sich um die Veranstaltungen herum eine ganze Reihe von Aktivtäten in den Social Media entwickeln. Ich will hier mal ein paar der DInge zusammenfassen, die ich zu Web 2.0 und Konferenzen gelernt habe.

Vorbereitung

Wenn man eine Konferenz als Teilnehmer auch in Social Media gut zur Geltung bringen will, dann lohnt sich ein wenig Vorbereitung.Als erster Schritt ist es wichtig, herauszufinden, was auf der Veranstaltung selbst in puncto Social Media geplant ist. Gibt es ein Hashtag für die Konferenz, einen eigenen Facebook- oder Twitter-Account oder haben wenigstens die Veranstalter eine Social Media-Präsenz? Oder gibt es einen Konferenzblog, auf den sich in eigenen Postings verweisen lässt? Im Normalfall findet sich immer ein Interface zwischen dem eigenen Social Media-Profil und dem der Veranstaltung. Am besten definiert man schon jetzt eine Suche zum Hashtag der Veranstaltung und abonniert sie als Stream. So bekommt man schon im Vorfeld mit, was sich auf der Konferenz tun wird.

Auf jeden Fall sollte man sich auch sein eigenes “Netzwerk” für die Veranstaltung vorbereiten: Anhand eines Blicks in die Teilnehmer- und Ausstellerliste lässt sich schnell herausfinden, welche Teilnehmer oder Vortragende auf Twitter, Facebook, Xing etc. aktiv sind. Mit diesen sollte man Kontakt aufnehmen und vielleicht sogar ein Treffen vereinbaren.

Umgekehrt weisen ein Tweet in die Runde, ein Posting auf G+ und Facebook oder ein Blogbeitrag die eigenen Follower darauf hin, dass man bei der Veranstaltung da sein wird. Einige werden sich sicherlich melden und ankündigen, dass sie selbst auf die Konferenz kommen. Andere regen die Postings vielleicht dazu an, die Teilnahme noch zu buchen. Oder zu schreiben, dass sie nicht kommen, sich aber über Live-Tweets freuen. Auf jeden Fall entsteht so Interaktion rund um den Event – und das macht ihn interessanter.

Idealerweise ist man sich schon vorab darüber im Klaren, welche Sessions man besuchen wird. Dann kann man die Hinweis-Tweets dafür schon im Vorfeld der Veranstaltung erstellen (z. B. während der Anreise). Das lässt auf der Konferenz mehr Raum für Pausengespräche und hält die Aufmerksamkeit während des Vortrags frei.

Auf der Konferenz

Die ideale Form eine Konferenz in Social Media zu begleiten ist für mich Twitter: schnell, interaktiv und mit (potentiell) großer Breitenwirkung. Live-Tweeting von Konferenzen ist ein beliebtes Format auf Twitter. Viele “Twitterati” schätzen die Gelegenheit, wenigstens aus der Ferne mit Infos von der Konferenz versorgt zu werden.

Eine Frage, die sich immer wieder stellt: Wie intensiv will man von der Konferenz berichten? Möchte man sich selbst noch aktiv als Teilnehmer engagieren, dann bleibt oft nicht für viel mehr Zeit als ein paar Tweets zu den besuchten Sessions und einigen Beobachtungen am Rande. Sieht man seine Rolle eher als Berichterstatter auf der Konferenz, dann sind die Handlungsmöglichkeiten natürlich weitaus größer. Ein Interview mit dem Keynote Sprecher? Kein Problem, wenn man es vorher vereinbart hat. Eine Bildstrecke auf Instagram rund um die Highlights der Tagung? Braucht Zeit, wenn man sie gut machen will. Eine Zusammenfassung des Konferenztags gleich abends im Blog? Nimmt die Möglichkeit, mit anderen Teilnehmern am “Sozialprogramm” teilzunehmen. Wie man seine Rolle auf der Konferenz also sieht, sollte man sich gut überlegen.

Auch ganz wichtig: Bilder von der Veranstaltung. In Zeiten des Smartphones eigentlich kein Problem; man darf nur nicht vergessen, sie zu machen. Neben den üblichen Impressionen finden sich oft auch witzige Beobachtungen am Rande. Wenn gar nichts läuft: Essen geht immer im Social Web. Im Zweifelsfall gibt ein Bild vom Mittagessen oder vom kalten Buffet manchmal mehr her als das hundertste Foto von Messebesuchern in Ausstellungsgängen.

Nicht vergessen sollte man, dass eine Konferenz immer auch eine gute Plattform ist, um die eigenen Social Media-Plattformen bekannter zu machen. Zeigen Sie Beispiele aus Ihrem Blog, geben Sie bei den Kontaktfolien Ihren Twitter-Namen und Facebook-Account an, versprechen Sie den Teilnehmern, dass sie die Folien auf Slideshare herunterladen können.

Nachbereitung

Nach der Konferenz ist vor der Konferenz. Hat Ihnen die Veranstaltung gefallen? Dann können Sie auf dem Heimweg den Ausrichtern ja einen kurzen Danke-Tweet schicken. Und den neugewonnenen Bekannten eine gute Heimreise wünschen.

Zu Hause angekommen sollte man prüfen, ob man sich mit allen neuen Kontakten auch vernetzt hat. Tipp: Viele Plattformen lassen bei Kontakten Metatags zu. Dann ist es sinnvoll, die Veranstaltung als einen der Metatags zu vergeben, damit man sich später daran erinnern kann, wo man diesen Kontakt kennen gelernt hat.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt, um noch einmal ausführlich von der Konferenz zu berichten. Wie waren Ihre Eindrücke, was haben Sie gelernt, wen haben Sie getroffen? Direkt nach der Konferenz sind die Beobachtungen noch frisch, nach einer Woche ist das Bild oft schon verblasst.

Und auch dann gilt wieder: Nach der Konferenz ist vor der Konferenz. Denn die nächste Veranstaltung lässt sicher nicht lange auf sich warten.

Zu Guter Letzt: Wie ist das bei Ihnen? Nutzen Sie Social Media auf Konferenzen und was hat sich aus Ihrer Erfahrung bestätigt? Welche Plattformen sind gut geeignet, welche eher nicht? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

5 Tipps für strukturiertes Arbeiten mit OneNote

HinweisschildOneNote ist in vielen Redaktionen ein unverzichtbares Werkzeug für das Wissensmanagement. Gerade Einsteiger sind aber mit dem Funktionsumfang des Tools auch oft überfordert. Hier ein paar Tipps um strukturierte Wissensbestände aufzubauen.

1. Hierarchien nutzen

Wer OneNote bereits kennt, weiß, dass ein Notizbuch gezielt in Abschnitte, Seiten und Unterseiten eingeteilt werden kann. Durch diese Hierarchisierung wird Wissen direkt zueinander in Bezug gesetzt. Allein dadurch lässt sich schon ein hoher Grad an Struktur erreichen. Daneben bietet OneNote aber eine ganze Palette weiterer Strukturierungsmittel, die ich ausschnittsweise in den nächsten Schritten vorstelle.

2. Tabellen einsetzen

In Verbindung mit den Kategorien aus dem Kontextmenü wie z. B. Checkboxen oder Symbolen lässt sich die Struktur in Tabellen auf den ersten Blick erfassbar machen. Allerdings kann in Tabellen nicht fortlaufend nummeriert werden – das ist ein großes Manko.

Ein Tipp aus der Redaktion half mir weiter: die Crossover-Funktionalität. Inhalte können über alle Office-Produkte hinweg migriert werden. Man kann also Tabellen mit fortlaufenden Nummerierungen in Word vorbereiten und dann einfach in OneNote kopieren.

3. Infografiken verwenden

OneNote bietet dem Nutzer eine Galerie mit diversen Infografiken an. Diese kann man neben den Inhalten platzieren und so die Information schnell in Kategorien einordnen. Durch Infografiken ist eine Information so schnell als Aktion oder Dringend o.Ä. gekennzeichnet. Infografiken können Sie individuell anpassen und für Ihre Bedürfnisse neu erstellen. Aber: Achten Sie darauf, die Inhalte nicht mit zu vielen Grafiken zu überladen.

4. Aufgepasst beim Verschieben

Natürlich lassen sich Informationen (also Notizbücher und Seiten) innerhalb der Hierarchie verschieben. Dabei muss man aber aufpassen. Denn eine Seite mit mehr als drei Unterseiten wird nicht korrekt verschoben, wenn sie geöffnet ist. Das heißt konkret: Wenn Sie verschachtelte Seiten geöffnet haben, kann es passieren, dass Seiten nicht mit verschoben oder falsch einsortiert werden. Bleibt zu hoffen, dass Microsoft diese Schwäche in einem Update behebt und z. B. die Möglichkeit anbietet Notizbuchseiten „einzufrieren“.

5. Vorsicht mit Undo

Natürlich gibt es auch bei OneNote eine „Rückgängig Funktion“. Leider ist die Arbeit mit ihr aber ein Glücksspiel. Denn es ist nicht nachvollziehbar, welche Schritte rückgängig gemacht werden können und welche nicht. Außerdem können manche Aktionen nur innerhalb einer Hierarchieebene rückgängig gemacht werden. Das stellt eine echte Gefahrenquelle für OneNote-Einsteiger dar: Einmal falsch geklickt – und eine halbe Stunde Arbeit war vergebens!
Deswegen hier noch einmal der Appell an alle, die Seiten verschieben wollen: Immer alle Unterseiten eines Notizbuches schließen und erst dann gezielt Seiten verschieben.

 

Agile Entwicklung

Titelseite Agile DokumentationDas Stichwort „Agile Entwicklung“ geisterte in den letzten Jahren verstärkt durch die IT-Branche. Dabei wird dieses Konzept schon seit den 1990er Jahren in der Wirtschaft angewandt.

Das Konzept zielt auf die optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen ab. Durch die Einbindung des Kunden in den Prozess kann flexibel und schnell auf neue Anforderungen und Probleme reagiert werden. Dabei stehen die Teammitglieder und deren Arbeitsweise im Vordergrund. Viele dieser agilen Methoden sind deshalb auf direkte Kommunikation optimiert, um Entscheidungs- und Diskussionswege kurz zu halten.

Klingt gut? Ist es auch – zumindest auf dem Papier. In der Praxis stellen sich bei der Umsetzung jedoch oft ganz schnell Probleme ein – spätestens sobald das theoretische Konzept auf gewachsene Strukturen trifft. Zudem befördert die Konzentration auf direkte Kommunikation der Teammitglieder oftmals eine Vernachlässigung der bei Entwicklern ohnehin ungeliebten Dokumentation. Dies führt v.a. bei komplexen Langzeitprojekten mit wechselnder Belegschaft zu Wissensverlusten. Grund dafür ist, dass ein klar definiertes Wissensmanagement und eine Klassifizierung in kurz- bis langfristig verfügbare Informationen in den Hintergrund rücken.

Autor Andreas Rüping – selbst freier IT-Berater und Verfechter der agilen Entwicklung – hat dies ebenfalls so in der Praxis erlebt. Er beschreibt in seinem Buch „Dokumentation in agilen Projekten“ Ansatzpunkte und Methoden, wie auch in agilen Entwicklungsumgebungen Dokumentation sinnvoll einzusetzen ist. Nach einem kurzen Abriss über Entwicklung und Nutzung agiler Projekte seit den 1970er Jahren bringt er dem Leser schrittweise den Einstieg nahe. Dies beinhaltet die Auswahl und Nutzung der richtigen Werkzeuge, Planung und Strukturierung sowie Gestaltung einer geeigneten Dokumentation.

Das Buch findet, meiner Meinung nach, die richtige Balance zwischen theoretischem Unterbau und konkreter Umsetzung in der Praxis. Jedes Kapitel ist mit Beispielen angereichert, wie Probleme zu analysieren und bei der konkreten Umsetzung theoretischer Scrum-Konzepte zu lösen sind.

Der hohe Praxisbezug erleichtert es auch Neulingen im Bereich der agilen Entwicklung schnell einzusteigen und die tiefere Problematik zu verstehen. Hoch anzurechnen ist dem Autor hier die einfach zu verstehende Sprache und die Fähigkeit auch komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen. Er leitet hier auch genau an welche Art von Dokumentation für die lang-, mittel- und kurzfristige Wissensvermittlung geeignet ist. Außerdem gibt er Hinweise darauf, in welchem Abschnitt eines Projektes es sinnvoll ist, sich darum zu kümmern. Dabei wird Rüping nie zu konkret, so dass seine Handlungsempfehlungen relativ leicht abstrahierbar und an die vorhandenen Gegebenheiten anpassbar erscheinen.

Im Fazit ein empfehlenswertes Buch für Praktiker, die schnelle Hilfe bei der Dokumentation im Projektmanagement suchen. Das Buch ist in der ersten Auflage 2013 im dpunkt.verlag erschienen und kostet 34,90 €.

Hinweis: Das hier besprochene Buch wurde uns vom Verlag kostenfrei als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Verlag hat keinerlei Einfluss auf den Inhalt dieser Besprechung genommen.

Literatur: Rübing, Andreas: Dokumentation in agilen Projekten. Lösungsmuster für ein bedarfsgerechtes Vorgehen.dpunkt.verlag,1. Auflage Heidelberg 2013.
ISBN: 978-3-86490-040-2. 34,90 €

 

 

In 4 Schritten zur Interaktiven Landkarte

499226_web_R_by_Thomas Siepmann_pixelio.de

Thomas Siepmann | @pixelio.de

Welcher moderne Webauftritt hat sie nicht? Interaktive Landkarten sind im Trend und gleichzeitig sehr praktisch. Elemente lassen sich auf diesen Landkarten platzieren, die bei einem Klick bzw. Mouse-Over Event weitere Information anzeigen. Das können z. B. Fotos, Videos oder auch Texte sein, die die jeweilige Thematik geschickt untermalen. Interaktive Landkarten empfehlen sich besonders im Reise- und Informationsbereich, weil dem Kunden dort oftmals mehr Informationen vermittelt werden sollen, als monotones Landkartenmaterial.

Voraussetzungen für die Erstellung

Es gibt unterschiedlichste Software zum Erstellen von interaktiven Landkarten. Ich nehme dafür am liebsten Adobe Illustrator kurz Ai (ab Version CS2). Wie man damit arbeitet, zeige ich weiter unten.

Außerdem sollte man für interaktive Landkarten wenigstens ein Grundverständnis von HTML, CSS und JavaScript mitbringen. Tiefe Programmierkenntnisse braucht man aber nicht.

1. Geeignete Landkarte finden

Eine normale Pixelgrafik ist als Landkarte weniger gut geeignet, weil sie beim Skalieren schnell unscharf wird. Eine vektorbasierte Landkarte schafft dieses Problem aus der Welt, sie lässt sich problemlos skalieren. Leider ist es aber sehr schwer eine passende Landkarte zu finden. Ich verwende meist die schöne, vektorbasierte Weltkarte von „Graphics Factory CC“. Der entscheidende Vorteil  dieser Weltkarte ist, dass jedes Land in einer eigenen Vektorgrafik dargestellt wird. Somit besitzt man mehr Flexibilität und könnte z. B. ganz Deutschland in nur eine einzelne Vektorgrafik-Datei kopieren und bearbeiten. Der einzige Grund, der gegen einen kommerziellen Einsatz dieser kostenlosen Landkarte sprechen könnte: Ein Urheberrechtsvermerk muss auf der Landkarte platziert werden.

2. Landkarte bearbeiten

WerkzeugeLaden Sie nun die Ai-Datei herunter haben und öffnen Sie sie in Adobe Illustrator. Nun kommen wir gleich zum Wesentlichen der Vektorgrafikbearbeitung. Zunächst einmal erstellen wir einen kleinen Kreis und platzieren diesen irgendwo auf der Landkarte.

Wo finde ich den Kreis? Drücken Sie auf den Rechteck-Button und warten Sie, bis Sie den Kreis auswählen können.

Anschließend öffnen Sie das Attribute Tool-Panel des erstellten Kreises und wählen in der Einstellung “Image Map” “Polygon” bzw. “Rectangle”. Danach müssen Sie noch die URL eingeben, auf die der Punkt verweisen soll. Achtung: Beginnen Sie die Linkadresse nicht mit dem Internetdienst www“, sondern mit dem passenden Protokoll, z. B. “http://www.doctima.de”.

AttributeKreis

Attribute Tool-Panel Shortcut: F11 (Ai CS2), Strg + F11 (Ai CS6)

SaveForWebDie Karte und das passende HTML-Grundgerüst kann Adobe Illustrator automatisch erstellen. Dazu drücken Sie im Menü auf File -> „Save for Web“.

Daraufhin drücken Sie im geöffneten Fenster, in der unteren Taskleiste auf Preview (Weltkugel) und kopieren im Vorschaumodus den HTML-Code. Zu guter Letzt speichern Sie noch die Ai-Datei als Bilddatei ab.

SaveForWebMenue

Anschließend können Sie den HTML-Code nach Belieben nachbearbeiten. Bei mir schaut das Ganze dann so aus: Landkarte Teil 1

3. Landkarte interaktivieren

Nicht nur ein roter Punkt mit einem Link lässt eine Landkarte interaktiv werden, sondern auch ein Mouse-Over Event, das Informationen zu den ausgewählten Punkt anzeigt. Das onmouseover-Event können Sie folgendermaßen umsetzen:

  • step1Zuerst erstellen Sie einen Div-Container mit der Klasse „point_container“ und der ID „“mapinfo_1. Daraufhin schreiben Sie den anzuzeigenden Inhalt z.B. in einem p-Tag.
  • Als nächstes übernehmen Sie in die „map area“ die Attribute für das onmouseover und onmouseout. Der Übergabeparameter der Attribute muss derselbe sein, der im ersten Schritt der ID des Div-Containers entspricht -> „mapinfo_1“.step2
  • step3Als letzter Schritt kommt ein bisschen JavaScript und CSS in Spiel. CSS wird benötigt, um den Div-Container zu verbergen und JavaScript um den Div-Container bei einem onmouseover-Event anzuzeigen.

4. Landkarte publizieren

Wenn Sie jetzt mit Ihrer Landkarte zufrieden sind, können Sie diese nach Belieben publizieren.  Bei einem CMS-System wie Typo3 haben Sie zudem noch die Möglichkeit eine Extension für die Landkarte zu entwickeln. Dadurch hätten Sie den Vorteil, dynamisch Informationen zu veröffentlichen. Eine spontane Idee die mir  dazu einfallen würde, wäre ein Lieferantenradar für Lieferdienst-Portale. Wenn Sie jedoch keine Extension für eine Interaktive Landkarte entwickeln wollen und Ihnen interaktiver und gleichzeitig statischer Inhalt genügt, reicht es aus, den HTML-Code in ein Content-Element vom Typ „HTML“ zu kopieren und zu veröffentlichen.

Mit diesen Tipps sollten Sie Ihre erste eigene interaktive Landkarte gut auf den Weg bringen können. Folgendes Beispiel zeigt noch einmal, wie leicht sich Interaktive Landkarten erstellen lassen. Und zum Abschluss und zur Inspiration hier noch zwei schöne Beispiele:

5 Einsteiger-Probleme bei Vorträgen

brainloc_mit_CopyrightZu Vorträgen ist schon vieles gesagt worden und auch vieles Richtiges. Das kann man in diversen Ratgebern und Blogs nachlesen. Ein Punkt fehlt mir aber oft: Wie gehe ich mit Angst und Unsicherheit um, wenn ich meine ersten Vorträge halten muss? Ich halte mittlerweile über 50 Vorträge und Workshops im Jahr und das macht mir riesigen Spaß. Aber wenn ich an meine ersten Vorträge zurückdenke, bricht mir immer noch der Angstschweiß aus. Mittlerweile weiß ich, dass man mit all den “Katastrophenszenarien”, die man so vorab im Kopf hat, in Wirklichkeit ganz gut umgehen kann. Hier also ein paar Tipps, die die Angst vor dem ersten Vortrag mildern können.

1. Hilfe, ich habe zu wenig zu sagen

Das beschäftigt eigentlich die meisten Einsteiger. Und dementsprechend bereiten sie einen Berg an Material vor. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand in einem Vortrag zu wenig Material hatte, aber schon Dutzende Vorträge gesehen, bei denen die Kernaussage in den Details verloren gegangen ist. Oder die gnadenlos überzogen haben.

Zuviel inhaltliche Vorbereitung ist also eher eine Gefahr. In den allermeisten Fällen wissen Sie schon bei der Zusage für den Vortrag alles, was Sie inhaltlich brauchen. Denn Sie sind der Experte und deshalb eingeladen. Was Sie nicht wissen, wird Laien ohnehin überfordern.

Falls es aber doch einmal zum schlimmsten kommt, gibt es ein paar Tricks, mit denen Sie die Situation retten können:

  • Fassen Sie die Kernaussagen Ihres Vortrags noch einmal zusammen. Ihre Zuhörer werden es Ihnen danken. Dieser Tipp hilft übrigens – wie auch der nächste Punkt –  auch, falls Sie im Laufe des Vortrags einmal den Faden verlieren.
  • Fordern Sie die Zuhörer auf Fragen zu stellen. In den allermeisten Fällen klappt das zwar nicht, aber dann steht Ihnen der Weg offen selbst, eine Frage zu stellen. Stellen Sie zum Einstieg eine geschlossene Frage und bitten Sie alle “Ja”-Stimmen aufzustehen. Ist das Eis dann erst einmal gebrochen, antworten Zuhörer auch leichter auf offene Fragen.
  • Erzählen Sie Geschichten, die Sie im Zusammenhang mit dem Thema einmal erlebt haben. Am besten haben Sie immer ein paar parat, die Sie bei Bedarf in Ihren Vortrag einstreuen können. Menschen sind soziale Lebewesen – Erzählungen bleiben deshalb besser im Gedächtnis haften als pure Fakten. Fragen Sie die Teilnehmer, ob Ihnen schon etwas Ähnliches passiert ist.

2. Mein Gott, im Publikum sitzt eine Koryphäe

Was für ein Glück! Und welches Kompliment an Sie. Immerhin ist Ihr Vortrag so viel versprechend, dass sich dieser Experte entschlossen hat, sich ihn anzuhören. Lassen Sie sich deshalb nicht verunsichern. Die Teilnahme eines Experten mindert Ihre Kompetenz nicht, sondern wertet Sie auf. Denn dem Publikum ist ohnehin klar, dass Sie ebenfalls Experte zu diesem Thema sind – sonst wären Sie ja nicht hier.

Betrachten Sie den Experten also als Ihren Verbündeten. Falls Sie seine Arbeit ansprechen, sollten Sie erwähnen, dass Sie sich freuen, ihn im Publikum entdeckt zu haben. Stellt der Experte schwierige Fragen, so beantworten Sie diese Fragen am besten kurz und sachlich und bitten ihn, die Diskussion mit Rücksicht auf die thematisch weniger eingearbeiteten Teilnehmer, nach dem Vortrag noch zu vertiefen. Eine tolle Gelegenheit für Sie, engeren Kontakt zu knüpfen.

3. Einer nervt immer

Viele Einsteiger haben in Ihren ersten Vorträgen Angst vor Störern. Tatsächlich habe ich bisher noch nie erlebt, dass Teilnehmer einen Vortrag offen sabotiert haben. Dazu fehlt den üblichen Verdächtigen offensichtlich dann doch der Mut.

Und hier liegt auch der Ansatzpunkt für weniger plumpe Störversuche. Solidarisieren Sie sich mit Ihrem Publikum. Rechtfertigen Sie sich bei ungerechtfertigter Kritik nicht. Fragen Sie stattdessen das Publikum, wer das genauso sieht wie der Kritiker. Sollten das viele sein, dann müssen Sie offensichtlich genauer auf den Punkt eingehen, ansonsten können Sie die Kritik übergehen.

Eine ähnliche Strategie hilft bei unangenehmen Zwischenrufern: Bitten Sie sie, doch aufzustehen und ihre Wortmeldung noch einmal zu wiederholen, weil Sie sie nicht verstanden haben. Auch hier trauen sich die meisten nicht aus der Anonymität der Masse heraus und halten danach lieber ihren Mund.

4. Wie soll ich mich geben?

Manche fragen sich, wie sich geben sollen, damit Sie im Vortrag kompetent und sympathisch wirken. Mein Tipp: So wie Sie sind. In einem Vortrag haben Sie an so viel zu denken, dass Sie sich gar nicht darauf konzentrieren können, überzeugend eine Rolle zu spielen. Das beginnt schon bei der Kleidung. Natürlich sollten Sie auf die Gepflogenheiten der Veranstaltung Rücksicht nehmen. Aber wenn Sie sich im steifen Dreiteiler oder im hochgeschlossenen Kostüm unwohl fühlen, dann wird man Ihnen das anmerken. Sie werden sich ungelenk bewegen und zu wenig aktiv sein, vielleicht sogar an Ihrer Kleidung herumzupfen. Deshalb: Besser einen Kompromiss, mit dem Sie sich wohlfühlen als sklavisch einen vermeintlichen Dresscode zu beachten. Das Gleiche gilt für Ihren Vortragsstil: Humor ist eine klasse Sache. Aber wenn Sie schon im Alltag bei Ihren Witzen auf Unverständnis oder ein müdes Lächeln stoßen, dann ist ein Vortrag die falsche Gelegenheit, das zu ändern. Und umgekehrt: Als Stimmungskanone sollten Sie Ihren Vortrag durchaus mit einer Prise Humor würzen und auf die vermeintliche Seriosität verzichten. Letzten Endes gilt: Seien Sie so authentisch, dass Sie sich wohlfühlen. Man wird es Ihnen anmerken.

5.The show must go on

Zu guter Letzt: Ein Vortrag ist nicht der Ort, an dem man tiefgreifende Erkenntnisse präsentiert. Zwar sollte alles, was Sie sagen Hand und Fuß haben. Aber komplizierte Beweisführungen, detaillierte Analysen und ausführliche Statistiken – all das hat Platz in einem wissenschaftlichen Aufsatz, aber nicht in einem Vortrag (ja, auch in keinem wissenschaftlichen Vortrag). Zeigen Sie möglichst anschaulich Ihre wesentlichen Informationen und verweisen Sie Ihre Zuhörer darauf, wo Sie die Details nachlesen können.

Und wenn Sie schon dabei sind, dann überlegen Sie doch, wie Sie Ihren Zuhörern eine gute Show bieten können. Natürlich kein billiger Klamauk, sondern intelligente Unterhaltung. Denn Ihr Publikum ist anspruchsvoll, sonst wäre es ja nicht hier. Also investieren Sie die Zeit, die Sie in die Recherche der Hintergrundfakten für Ihr Thema stecken möchten doch lieber in eine übersichtliche Grafik, überlegen Sie sich einen interaktiven Einstieg in das Thema oder in ein anschauliches Beispiel. Ihre Zuhörer haben dann allemal mehr davon.

Unser Eindruck von der tekom Frühjahrstagung 2014

Kongresszentrum-augsburg-nacht

Kongresszentrum Augsburg bei Nacht – Wikimedia Commons

Nun ist das Highlight des Doku-Frühlings schon wieder vorüber. Die tekom Frühjahrstagung war wie üblich ein Erlebnis. Allerdings mit einigen Abstrichen. Befremdet hat mich Manfred Spitzer als Keynote Speaker für die Tagung. “Digitale Demenz” – passt das zu einem Verband, der eigentlich neuen Medien gegenüber aufgeschlossen sein müsste? Zumal Spitzers Thesen ja nicht zuletzt wegen wissenschaftlicher Unzulänglichkeiten immer wieder kritisiert wurden. Wissenschaftlich fundiert untersucht wurde das Thema übrigens vor kurzem von Markus Appel und Constanze Schreiner in der Psychologischen Rundschau. Uns hat die Keynote dazu bewogen, erst gegen Mittag in Augsburg anzureisen. In Gesprächen und im Lauf der Tagung habe ich dann allerdings den Eindruck gewonnen, dass viele Teilnehmer den Vortrag doch ganz gut fanden. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt auf die nächste Keynote. Vielleicht ein Plädoyer gegen das Englische mit Walter Krämer vom Verein deutsche Sprache?

Bitter auf Twitter

Dazu passt auch, dass die Diskussion auf Twitter zur Frühjahrstagung recht überschaubar geblieben ist. Letztes Jahr war hier mehr los und ich habe das sehr genossen. Diesmal tummelten sich fast ausschließlich Unternehmensmeldungen à la “Besuchen Sie uns an unserem Stand”. Dabei bieten interessante Twittermeldungen auf einer Tagung einen echten Zusatznutzen. Sie ermöglichen es auch denen, die zuhause geblieben sind, etwas von der Veranstaltung mitzubekommen.

Zumindest war das Thema Web 2.0 inhaltlich nicht ganz aus dem Fokus. Neben meinem Beitrag zu Shitstorms gab es noch einen weiteren (wirklich sehenswerten) Beitrag, in dem Ute Klingelhöfer zeigte, wie man mehr aus Xing herausholt.

Die Themen

Rahmenthema der Veranstaltung war “Im Dialog mit den Kunden”. Ich hatte erst Bedenken, dass das Thema zu breit gewählt sein könnte, wurde aber eines Besseren belehrt. Gleich mehrere Vorträge nutzten die Gelegenheit, auf die Zusammenarbeit zwischen Dokumentation, Service und Support einzugehen. Positiv aufgefallen ist mir der Vortrag von Konrad Drohomirezky, der die kognitiven Strategien von Servicetechnikern bei der Problemlösung untersucht hat und darauf aufbauend gezeigt hat, welche Konsequenzen sich dadurch für die Dokumentation ergeben.

Ein anderes Highlight war der Vortrag von Ulrich Schmidt “Terminologiearbeit im Unternehmen”, in den ich eher zufällig geraten bin. Schmidt beschäftigte sich mit der Frage, wo der Nutzen von Terminologiearbeit liegt – eigentlich ein altes Thema. Das war aber so konkret aufbereitet und auf die praktische Ebene heruntergebrochen, wie ich es bisher selten gesehen habe.

eh11_reasonably_smallKollege Edgar Hellfritsch war mit auf der Tagung:

Wie immer war die Qualität der Vorträge, die ich gehört habe, recht heterogen. Ich beschränke mich hier auf diejenigen, die mir positiv aufgefallen sind und die Markus nicht bereits erwähnt hat. Meine Meinung zu den übrigen habe ich im neu angebotenen Online-Bewertungstool honestly hinterlassen – für mich als Smartphonebenutzer ein sehr angenehmes neues Feature der Tagung. Dank an die tekom und an @Lesegefahr, der das wohl angeregt hatte.

Mein eigener Vortrag behandelte die (in vielen Firmen noch nicht vorhandene) Schnittstelle zwischen Hotline und Technischer Doku, was sich thematisch sehr schön mit der anschließenden Präsentation der SAP-Kolleginnen Dr. Brigitte Schröter-Mayer und Sigrid Wieshofer ergänzt hat. Die beiden, eine aus dem Support, eine aus der Technischen Doku, haben ein Pilotprojekt vorgestellt, in dem sie das Kundenfeedback aus der Hotline als Quelle verwenden möchten, um die Qualität der Dokumentation zu verbessern.

Beeindruckt hat mich der Vortrag von Jochen Marczinzik . Der Mitarbeiter unseres Partners SCHEMA (Jaja. Nein. Ich arbeite in der Entwicklung, nicht im Marketing. Ich WAR beeindruckt.) hat mit dem Prototypen nw-help ein sehr spannendes neues Help-Viewer-Konzept auf Opensource-Basis vorgestellt, das die angegraute Onlinehilfe an den Haaren packt und mit Schmackes ins 21. Jahrhundert herüberzieht. Schon der Prototyp hat mit Features wie Package Management, Piwik-Statistik oder Jira-Anbindung mehr Glöckchen und Schleifchen als die kombinierte Garderobe von Lady Gaga und Cindy aus Marzahn zusammen. Und: er wirkt auch optisch seriöser.

Was ich auf keinen Fall vergessen möchte, ist, das Tagungs-Team der tekom für den wieder einmal völlig schmerzfreien Ablauf der Tagung zu loben. Ihr habt das im Griff, und das ist gut so.

Hohe Erwartungen hatte ich an den Vortrag “Progressive Disclosure” von Jan Graat. Und sie wurden auf ganzer Linie enttäuscht. Hinter dem buzzword-fähigen Titel verbirgt sich ein einfaches Konzept, bei dem Informationen sukzessive zugänglich gemacht werden. Ähnliche Überlegungen kenne ich schon aus den späten Neunzigern – bei Graat allerdings ergänzt um die Möglichkeiten von HTML5. Gepaart war das Ganze mit einer penetranten Evangelisierung für DITA und ein wenig Herablassung für den deutschen Markt, in dem DITA nicht so recht Fuß fassen will (vielleicht weil die Methodik hier bereits vor DITA auf einem sehr hohen Stand war?)

Der große Rahmen

Natürlich ist die Auswahl der Vorträge immer ein wenig zufallsbedingt. Bei mehreren Vortragsslots kann man leider nicht immer alles sehen, was man gerne sehen würde. Und nicht für alles, was man gesehen hat, bleibt genug Raum zum Besprechen. Erwähnen möchte ich aber zumindest noch die Vorträge von Benedikt Lutz, der das Thema Verständlichkeit wissenschaftlich für Praktiker aufzubereiten versucht und einen interessanten Beitrag von Annette Stotz, die bei SAP untersucht hat, welche Qualitätskriterien Kunden (und anderen Interessensgruppen) bei Texten auf der Benutzeroberfläche wichtig sind.

Insgesamt überwiegt der positive Eindruck, den ich von der Tagung gewonnen habe. Dazu hat auch der gelungene Rahmen der Veranstaltung beigetragen. Augsburg ist eine sehenswerte Stadt, die leider ein wenig abseits der üblichen Veranstaltungsorte liegt. Das Konferenzzentrum ist der Tagung aber voll gerecht geworden (wenngleich der mobile Webzugang ein wenig Schwierigkeiten gemacht hat). Die Tagungshelfer waren freundlich und hilfsbereit – hier noch ein großes Lob. Und das Catering war wieder einmal ausgezeichnet. Sehr gefallen hat mir auch die Ausstellung mit historischen Beispielen zur Infografik, die Kongressaal gezeigt wurde. Ich bin gespannt, ob sich dieses Format (Ausstellung zur Tagung) durchsetzen wird – mich würde es freuen.

Typo3 zurechtgeschnitzt – Teil 2: Implementierung einer Extension

Im ersten Teil ging es um die Bereitstellung von Typo3-Extensions im Typo3-Backend. An dieser Stelle will ich mit der Implementierung weiter fortfahren.

teaserList

Das kann die Typo3-Extension “pw_teaser 2.2.7″

Noch sind nicht alle vorhandenen Extensions mit Typo3 6.2 LTS kompatibel. Ich habe die Extension “pw_teaser” schon einmal an die neuen Anforderungen angepasst. Im weiteren zeige ich wie man die Extension implementiert und für die eigenen Bedürfnisse abändert. Der pw_teaser soll im weiteren Verlauf des Beitrages eine dynamische Seite von Angeboten darstellen, die wiederum auf den ganzen Artikel verweisen.

Implementierung der Extension

Zuerst muss im Root-Template das dazugehörige “Static Template” inkludiert werden, damit die Default-Einstellungen der Extension im TypoScript geladen werden können. Am Rande erwähnt: TypoScript ist eine Konfigurationssprache, mit der sich Aussehen und Verhalten von Typo3 steuern lässt.

typo3BackendStaticTemplate

Nun lässt sich mit einem Content-Element vom Typ “Insert-Plugin” einer Seite das Plugin “pw_teaser” zuweisen. Anschließend wählt man unter “General preferences” die “Teaser-Source: [Childpages of current page]” aus.

typo3BackendPwTeaser

Als letzter Konfigurationsschritt muss noch der Pfad des HTML-Templates angegeben werden, um im Anschluss Anpassungen des Seiten-Layouts per Fluid (Namespace) vornehmen zu können.

typo3BackendPwTeaderTemplate

Gelegentlich ist auch gewünscht, die Sortierung der Teaser-Liste zu verändern, die Anzahl der Artikel zu beschränken und Seiten zu ignorieren. Diese und sonstige Einstellungsmöglichkeiten sind im Reiter “Visibility options” zu finden.

Fluid-Template erstellen

Für die Ausgabe von Inhalten und Daten, die von einer Extension erzeugt werden, verwendet man die Template-Engine Fluid, die auf dem Framework Extbase basiert. Fluid-Templates lassen sich nicht nur mit HTML strukturieren, sondern beinhalten auch  einen eigenen Namespace zur Datenausgabe. Hierzu ein paar Tipps:

  • Um sich einen Überblick aller Variablen im Fluid zu verschaffen ist das globale Array „_all“ die einzige Möglichkeit.
<f:debug>{_all}</f:debug>
  • Wie oben zu sehen, werden Variablen in geschweiften Klammern geschrieben. Soll ein nicht globales Array ausgegeben werden, ist hierzu eine for-each-Schleife nötig.
<f:for each="{categories}" as="category"> 
  <h1>{category.name}</h1> 
  <p>{category.description}</p>
</f:for>
  • Sinnvoll ist es, den Angebotsposten zum Artikel zu verweisen. Dazu bietet uns Fluid den “Page-Link” an. In das Attribut “pageUid” wird die UID der zu verlinkenden Seite eingetragen.
<f:link.page pageUid="23">Contact</f:link.page>

Wie sieht das Ganze aus? Ich zeige euch das hier mal an diesem Beispiel:

FluidTemplate

Jetzt sollte eigentlich alles klar sein, wenn ihr Fluid-Templates für den pw_teaser erstellen wollt.

Und wie sieht es bei euch aus? Schreibt mir doch eure Erfahrungen mit Fluid in die Kommentare.

Adobe PhoneGap – die wesentlichen Fakten

Desktop-Telefon

PhoneGap – nichts fürs Tastentelefon

PhoneGap ist ein kostenloses Opensource-Tool, mit dem sich in HTML geschriebene
Web-Apps via Kommandozeile in native App-Container verpacken lassen. PhoneGap bringt außerdem Javascript-Erweiterungen mit, um in der Web-App auf Gerätefunktionen wie GPS oder Kamera zuzugreifen.

Dieses Vorgehen bringt gegenüber tatsächlicher nativer Entwicklung einige Vorteile mit sich:

  • HTML lässt sich leicht aus Redaktionsprozessen heraus generieren.
  • Sobald mehr als ein mobiles Betriebssystem unterstützt werden soll, entfällt zudem die Mehrfachentwicklung und -pflege der systemspezifischen Apps.

Da das Verfahren für eigentlich alle aktuell relevanten mobilen Betriebssyteme funktioniert, lässt sich hier erheblicher Aufwand einsparen.

Hinweis: Man stolpert im PhoneGap-Kontext immer wieder über die Bezeichnung Apache Cordova. Adobe PhoneGap ist eine Distribution der Opensource-Software Apache Cordova (analog z.B. Ubuntu vs. Linux). In Anleitungen kann man meist beide gedanklich gleich setzen. PhoneGap bringt allerdings einige zusätzliche Features mit, z.B. den Zusammenbau der App remote auf einem Adobe-Server.

Installation

Voraussetzung für jede Ziel-Plattform ist das jeweilige native Software Development Kit (SDK), das zur lokalen Verarbeitung auf dem Entwicklungs-PC installiert sein muss. Eine weitere, möglicherweise schmerzhafte Bedingung: Für Apple iOS funktioniert das Ganze nur auf einem Mac mit OS X. Mithilfe der build remote-Option können Sie auf das SDK verzichten, müssen dann aber Adobe Ihren Quellcode anvertrauen.

PhoneGap wird über das Tool Node Package Manager (NPM) installiert. Dazu muss man zunächst node.js installieren, das den NPM beinhaltet. Die einzelnen Schritte sind auf  https://npmjs.org/ und http://phonegap.com/install/ erläutert.

Keine Angst vor der Installation: Wir haben PhoneGap sowohl unter Windows als auch unter OS X ohne nennenswerten Aufwand zum Laufen bekommen.

Verwendung

Um das Werkzeug zu testen, lässt sich via Kommandozeile schnell ein PhoneGap-Projekt erzeugen. Anschließend kopieren Sie Ihr eigenes HTML-Projekt ins neu angelegte Projektverzeichnis, dort in das Unterverzeichnis www. Der Kommandozeilen-Aufruf phonegap local run blackberry erzeugt eine native Blackberry-App und startet den Simulator. Bei Bedarf fügen Sie dem Projekt, ebenfalls via Kommandozeile, Geräteschnittstellen hinzu. Wir zeigen das an einem kleinen Beispiel.

Ein Projekt

Ein iOS-Beispiel für ein Projekt, das den Verbindungsstatus (“bin ich im WLAN?”) abfragen können soll und deswegen die Netzwerk-Geräteschnittstelle einbindet:

> phonegap create meineProjektId de.mein.namespace "Mein Projekttitel"
> cd meineProjektId
> phonegap local plugin add org.apache.cordova.network-information
> phonegap local run ios

Wie man in Javascript die Geräteschnittstellen dann anspricht, ist recht gut online dokumentiert.

Um ein echtes Projekt abzurunden, sind i. d. R. einige weitere Schritte notwendig: das eigene App-Icon, Hersteller- und Versionsangaben sowie Distributionszertifikate steuern Sie der Projektkonfiguration je nach Bedarf bei.

Fazit

Gerade die Möglichkeit, die PhoneGap-Produktion in einen Skriptablauf einzubinden, zeichnet das Werkzeug als möglichen Baustein von automatisierten Redaktionsabläufen aus. Natürlich muss man gegenüber der nativen Entwicklung Abstriche bei Performance und Systemintegration machen – die Web-App wird nur verpackt, nicht ersetzt -, aber das ist gerade in unserem textlich-redaktionell geprägten App-Umfeld nicht immer ausschlaggebend. Wir haben Informationsprodukte z.B. für iOS, Blackberry X und Windows Phone 7 generiert und werden das System auch weiter nutzen und empfehlen.