Alte Zöpfe – neue Chancen

Kein alter Zopf (c) Helmut J. Salzer / pixelio.de

Kein alter Zopf
(c) Helmut J. Salzer / pixelio.de

Letzte Woche haben wir einen erschütternden Einblick in die Tiefen der TYPO3-Altlasten gegeben. Zugegeben: Letzten Endes kann TYPO3 nichts für die mangelnde Update-Bereitschaft seiner Benutzer; bei Drupal-, WordPress- und Joomla-Installationen sieht das auch nicht anders aus.
Deshalb wollen wir uns in diesem Post ansehen, welche Chancen das Update auf TYPO3 6.2 bietet. Und natürlich die versprochene Auflösung bringen, warum 4.5 manchmal mehr ist als 6.

Mehr Bequemlichkeit und Sicherheit

Auf die Sicherheitsaspekte beim Umstieg auf TYPO3 6.2 sind wir schon im letzten Beitrag eingegangen. Hinzu kommen zahlreiche Neuerungen auf technischer Seite (z. B. die Einführung des File Abstraction Layer oder die Umstellung auf MySQLi). Und man gewinnt eine Menge an Bequemlichkeit in der Handhabung: definierbare Displaybreiten in der Seitenvorschau (für responsive Seiten), automatische Content-Veröffentlichung im Scheduler, einfachere Formularerstellung im Form Wizard. Schon die neuen Features lohnen also den Umstieg. Daneben gibt es aber noch andere Chancen, die ein Upgrade auf TYPO3 6.2 bietet.

Responsive, Adaptive – Hauptsache -ive

Auch wenn es jetzt nicht so heiß gegessen wird, wie manche das gekocht haben: Google bewertet in Zukunft Webseiten auch danach, ob sie auf mobilen Geräten sinnvoll nutzbar sind, also z. B. adaptive oder responsive reagieren.
Für die weniger Webtechnik-Affinen unter Ihnen:  Beide Techniken verwendet man zur Anpassung einer Website an das gerade verwendete Anzeigegerät. Adaptive heißt dabei, dass die Anpassungen bereits vor dem Ausliefern der Seite an den Browser, also auf dem Server, passieren. Das ist wesentlich flexibler, aber auch aufwendiger.

Deshalb verwendet man häufig das einfachere responsive Design. Hierbei entscheidet sich erst im Browser, wie eine Seite dargestellt wird. Der Nachteil dabei: Der komplette Inhalt muss ausgeliefert werden, egal ob er in der entsprechenden Darstellung auch  gebraucht wird.Google ist es übrigens prinzipiell egal, für welche Variante Sie sich entscheiden. Mit adaptiven Verfahren laufen Sie aber wesentlich weniger Gefahr in andere Google-Fettnäpfchen wie lange Download-Zeiten oder unnötige Übertragungen zu treten.

Egal, für welche Technik Sie sich entscheiden: Eine mobile Darstellung ist fast immer Pflicht. Und das TYPO3-Update ist der ideale Zeitpunkt dafür. Erledigen Sie alles in einem Aufwasch. Denn oft ist Nutzen und Potenzial nicht ganz so groß, wie Sie die Web-Agentur gerne glauben machen will. Ob Sie Ihre Bierflaschenreinigungsanlage oder den neuen Herzschrittmacher gut verkaufen, steht und fällt wahrscheinlich nicht mit Ihrer mobilen Seite…

Endlich sozial

Social-Media ist wichtig, das weiß heute jeder. Aber was hat Social Media mit TYPO3 zu tun? Mehr, als man denkt: Moderne Extensions wie SocialSharePrivacy  sorgen für perfekte Integration der Social-Media-Angebote und gleichzeitig für die Einhaltung der aktuellen Datenschutzrichtlinien.
Social Media in die Website zu integrieren bringt allerdings nichts, wenn sich nichts tut auf den sozialen Plattformen. Letzten Endes haben Sie nur drei Optionen: Entweder Sie nehmen sich (a) Zeit oder geben (b) anderen Geld oder lassen es (c) ganz. Interessanterweise hat gerade bei einem schon fast intimen Vorgang wie der Kommunikation mit Besuchern per Social Media eine externe Agentur meist sowohl die besseren Themen als auch höhere Durchhaltevermögen. (Teilweise) Auslagern ist deshalb nicht die schlechteste Idee.

Die Lösung zu 6 ist kleiner als 4.5

Sollten Sie nicht wissen, wovon ich rede, empfehle ich den Beitrag „TYPO3-Altlasten“ aus der vergangenen Woche. Kurz zusammengefasst: Unsere kühne Behauptung war, dass 4.5 manchmal mehr ist als 6.0. Dazu sollte man Folgendes wissen.
Im Moment gibt es zweieinhalb Versionen von TYPO3, die mit Updates versorgt werden. 6.2 ist das aktuelle LTS-Release. LTS steht hierbei für „Long Term Support“ und bezeichnet Versionen, die besonders lang aktualisiert werden und sich dadurch besonders für den Einsatz im professionellen Umfeld anbieten. Die aktuelle Version 7 ist keine LTS-Version und wird deshalb nicht so lang unterstützt.
Die gerade ausgelaufene LTS-Version 4.5 hat im März ihre letzte Unterversion mit der Nummer 40 bekommen. Für 4.5 gibt es – als absolutes Novum im TYPO3-Umfeld und von der TYPO3-Gemeinde nicht gerade gern gesehen – nur noch bezahlte Updates. Für 5000 Euro pro Instanz bekommt man hier eine Gnadenfrist bis März 2016. Da Version 6.0 keine LTS-Version war, wurde sie nur kurz (ca. sechs Monate) mit Updates versorgt. Und daraus folgt: 4.5 LTS ist besser – da länger unterstützt – als Version 6.0.

 

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