Persona-Software, die zweite

Vor Kurzem hatte ich hier Softwarelösungen für die Erstellung von Personas gezeigt. Ein Software-Paket bin ich allerdings schuldig geblieben: Persona von Marinersoft. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass es sich schon in meinem Downloads-Ordner befunden hat. Ohne Mail und Double-Opt-in – heutzutage eher ungewöhnlich, aber was soll’s. Ich habe mir das Paket also einmal installiert und reiche hier wie versprochen meine Eindrücke nach.

Technische Details

Für diesen Post habe ich die 30-Tage-Testversion von Persona für PCs installiert. Die Vollversion kostet für PC oder Mac 39,95 $ – insgesamt ein angenehm überschaubares Investment für die Software. Als Minimalanforderungen an das System nennt Mariner Software Windows Vista bis Windows 8 (32-bit oder 64-bit). Auf meinem Windows 10 Rechner lief es aber ohne weitere Probleme.

Nach der Installation präsentiert sich die Software mit einer etwas altbackenen GUI. Das Ganze wirkt durchaus in die Jahre gekommen, ideal für Leute, die sich gerne mal an die Neunziger zurückerinnern. Viel Vertrauen in die Software erzeugt man so aber nicht. Auch nachdem ich den Persona-Maker mehrere Stunden problemlos verwendet habe, bleibt bei mir ein ungutes Gefühl.

Die Software existiert nur in einer englischen Variante, lokalisierte Versionen gibt es nicht. Wer also damit arbeiten möchte, sollte schon über ausgebaute Englischkenntnisse verfügen, da gerade der psychologische Wortschatz für die Beschreibungen der Motivationen der Personas sich mit reinem Schulenglisch nicht erschließt.

Die Software verfügt nur über eingeschränkte Exportmöglichkeiten. In der Testversion gab es lediglich eine Druckmöglichkeit. Das bedeutet natürlich immer auch die Option PDF-Dateien zu erzeugen. Andere Formate (z. B. XML) sind leider nicht vorgesehen.

Funktionalität

Eine Beispiel-Persona, die die Software mitliefert

Beim Öffnen erscheint zunächst ein Formular, in dem sich Daten zu Personas eintragen lassen. Noch sehr viel stärker als Xtensio dreht sich das Erstellen der Personas um sogenannte Archetypen. Beispiele für diese Archetypen liefert Mariner gleich mit anhand der Figuren bekannter Fernsehserien und Filme (Avengers, Herr der Ringe, True Blood).

Die Formularrubriken und -felder lassen sich nicht individuell anpassen. Das hat den Vorteil, dass alle erstellten Personas zueinander vergleichbar bleiben. Man muss aber andererseits mit der Funktionalität zufrieden sein, die die Software bereitstellt. Die Software zielt auf den Markt der mehr oder weniger professionellen Autoren. Für geschäftliche Zwecke wie Marketing, Technische Dokumentation und Produktentwicklung ist das Programm nur bedingt geeignet.

Gut gefallen hat mir, dass sich mit der Persona-Software nicht nur einzelne Personas erstellen lassen, sondern dass sich daraus auch Gruppen bilden lassen und die Mitglieder dieser Gruppen interagieren können. Die Software zeigt dann auf, wie sich die gewählten Archetypen im Allgemeinen verhalten, wenn sie in Kontakt zueinander treten. Eine nette Spielerei, die allerdings im Marketingkontext weniger wichtig ist, weil hier die Zielgruppen meist getrennt voneinander bleiben.

Die Persona Software von Mariner liefert neben den oben schon erwähnten Beispielprojekten auch eine ausführliche Dokumentation. Auf der Website findet sich eine Knowledgebase mit einer aktiven Community. Fragen werden sehr zeitnah beantwortet.

Fazit

Insgesamt ist die Persona-Software von Mariner durchaus verwendbar. Allerdings ergeben sich Einschränkungen, weil die Funktionalität auf Autoren fiktionaler Werke zugeschnitten ist. Hier punktet Xtensio mit einem Funktionsumfang, der out of the box schon näher am Unternehmensbedarf ist und der sich zudem an individuelle Bedürfnisse anpassen lässt. Für alle, die keinen Zugriff auf Webapplikationen haben, ist Mariner aber eine durchaus brauchbare Alternative.

Hier noch der Link zum Anbieter: http://www.marinersoftware.com.

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