Drei Expertentipps zu SCHEMA ST4

Gehören Sie zum ST4-Anwenderkreis oder interessieren Sie sich für die Einführung eines CMS? In unserem Post heute haben drei unserer ST4-Profis ihre Lieblingstipps zu diesem wirklich leistungsstarken Redaktionssystem aufgeschrieben. Es sind kleine und große Dinge, die sich im Alltag als ungeheuer praktisch oder mächtig erweisen.

Die Auswahl fiel nicht leicht, denn es gäbe noch so viel mehr zu empfehlen aus all den Projekten, die wir in den letzten bald 20 Jahren für Kunden aus Maschinenbau, Software, Automation und Verkehr gesammelt haben. In Projekten, die ganz unterschiedliche Informationsprozesse- und -produkte unterstützen: Vom klassischen Handbuch über intelligente Online-Hilfen und mobile Apps bis hin zu modernen Content-Delivery-Szenarien.

Johannes Dreikorn – schwärmt für den Verwendungsbaum

ST4 kenne und nutze ich seit der Markteinführung Anfang der 2000er. Und immer wieder entdecke ich Neues, das ich bisher einfach aus Gewohnheit nicht genutzt habe (das typische Alte-Hasen-Problem). Der Verwendungsbaum war so ein verspätetes Aha-Erlebnis für mich, als ich vor gut anderthalb Jahren Trainer war in einem regelrechten Schulungsmarathon für einen unserer Kunden hier in der Region Nürnberg.

Der Verwendungsbaum ist für mich das beste Werkzeug in ST4, um die Wiederverwendung von Bausteinen (die „Knoten“) in einem hochvernetzten Datenbestand nachzuvollziehen. Zuvor hatte ich dafür vor allem das Viewlet „Verwendungsinfo“ genutzt, das aber zum einen nur die Quellknoten eine Ebene höher anzeigt und außerdem nur Knoten, mit denen eine explizite Wiederverwendungs-Beziehung besteht. Das aber ist für viele redaktionelle Entscheidungen zu wenig Information, z. B. wenn es darum geht, ob ich einen bestehenden Baustein tatsächlich wiederverwenden kann oder eine neue Version benötige. Der Verwendungsbaum dagegen dokumentiert den gesamten Pfad nach oben bis hinein in die Projekte, in denen der Baustein verwendet wird. Ich bin begeistert – und unsere Kunden, denen wir die Arbeit mit ST4 nahebringen, auch.

Ansicht Verwendungsbaum: Diese zeigt, wo ein Fragment überall verwendet wird.

Ein Fragment mit einem Warnhinweis. Der Verwendungsbaum macht auf einen Blick transparent, wo überall in ST4 der Warnhinweis vorkommt.

Ulrike Hager – schätzt die Effizienz von Variablen

Variablen gehören zu den klassischen Konzepten eines CMS. Ihr Vorteil liegt darin, dass man selten zu verändernden Content im Knoten referenziert und damit auch Varianten abbilden kann. Häufig legen wir gemeinsam mit unseren Kunden Variablen für Produktnamen und Produktversionen an. Ändert sich der Variablenwert, wird dieser im Variablenknoten angepasst und so an seinen Referenzierungen aktualisiert. Auf diese Art werden Variablen wohl am häufigsten eingesetzt.

Neben den Textknoten, in denen die Variablen vor allem verwendet werden, sind sie aber noch einen weiteren Bereich äußerst nützlich: Im Callout Editor von ST4. Dort lassen sich Variablen für die Beschriftung von Callouts einsetzen. Da die Callouts und die Grafik in separaten Objekten verwaltet werden, können beide unabhängig voneinander aktualisiert werden. Variablen in Callouts setzen wir sowohl in der Software Dokumentation als auch im Maschinen- und Anlagenbau ein. Aber sie sind natürlich für jede andere Art von Dokumentation denkbar. Ein Beispiel:

Das Bild zeigt, wie Variablen für die Beschriftung von Oberflächenelementen eingesetzt werden.

Der obere Teil zeigt einen Ausschnitt des Variablenknotens, in dem die Benennungen pro Kunde und die interne Benennung von Oberflächenelementen verwaltet werden. Der untere Teil zeigt eine ST4-Callout-Grafik, in der die Variablenwerte schließlich direkt in dieser Callout verwendet werden. Da der Variablenknoten mit zur Übersetzung ausgegeben wird, sind die Bezeichnungen im Callout Editor entsprechend auch mit übersetzt.

Ein paar Kniffe gibt es zu diesem Thema natürlich noch: Man kann auch eine Kombination von Daten- und Variablenknoten verwenden. So könnte der Variablenknoten aus dem Datenknoten gefüttert werden. Die Werte des Datenknotens kommen z. B. aus einer externen Quelle, in der sämtliche Bezeichnungen für die Software-Oberfläche aktuell gesammelt werden.

Sibyl Wright – empfiehlt STimport für Migrationsaufgaben

Ein Feature von SCHEMA ST4, das ich besonders schätze, ist der STimport-Mechanismus. Damit kann man zum Beispiel sehr elegant Bestandsdaten bei der Einführung von ST4 in das System importieren. Eine wirklich enorme Hilfe bei dem komplexen Thema Datenmigration. Außerdem kommt der STimport-Mechanismus bei uns regelmäßig zum Einsatz, wenn wir einen Kunden dabei unterstützen, ein ST4 mit individuellen Anpassungen (Customized ST4) auf die Standard-Konfiguration (DocuManager) zurückführen. Die Arbeit mit STimport ist im Prinzip ganz einfach:

  1. Daten in ein XML-Format aus dem Quellsystem exportieren
  2. mit einem XSLT-Skript transformieren
  3. auf den STimport-Standard abbilden
  4. Importieren. Fertig.

Was das Verfahren so leistungsstark macht: Das STimport-XML ist mit Standard-Mechanismen analysierbar, man kann es gut prüfen und bei der Transformation der Bestandsdaten in das Zielformat hinein sehr leicht Anpassungen am Ausgangsmaterial vornehmen. Man kann z. B. erforderliche neue Metadaten setzen, die das Zielsystem erwartet, oder Metadaten „hineinschmuggeln“, die nur für Migrationszwecke benötigt werden (etwa einen Objekt-Identifikator aus dem Quellsystem, um die Verbindung zwischen der „alten“ und der „neuen“ Welt herzustellen, um hinterher die QS zu erleichtern).

Und da das STimport-Format auf (binäre) Ressourcen-Dateien verweisen kann, die mit importiert werden, taugt es definitiv, um einen gesamten Datenbestand zu migrieren – inklusive Metadaten, allen Beziehungen und Ressourcen.

Zwei spannende Dinge möchte ich hier besonders hervorheben:

  • Beziehungen werden richtig im neuen System angelegt, auch wenn die neuen IDs noch nicht bekannt sind. Dafür müssen lediglich die Objekt-Identifikatoren in sich stimmen, und schon werden sie korrekt aufgelöst.
  • Man kann beim Import auf vorhandene Objekte in ST4 referenzieren. Diese müssen nur anhand einer beliebigen Eigenschaften-Kombination eindeutig identifizierbar sein. Ein typisches Beispiel wäre die Verknüpfung eines Textbausteins beim Import mit einem vorhandenen Taxonomie-Eintrag.

Das Format ist ein sehr einfach strukturiertes, leicht zu erlernendes XML. Um damit erfolgreich zu arbeiten, muss man nur das Datenmodell von ST4 gut kennen, also die Objektlogik mit Knoten, Klassen und Links.

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2 Gedanken zu „Drei Expertentipps zu SCHEMA ST4

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich beziehe mich auf Tipp Nummer 3:

    Können mit dem STimport-Mechanismus auch Abortext Dateien in Schema ST4 gebracht werden?

    Vielen Dank schon einmal für die Antwort!

    • Mit den entsprechenden Anpassungen an das Datenmodell von ST4 lassen sich strukturierte (XML-) Formate normalerweise immer gut importieren. Im Zweifelsfall können Sie sich gerne an uns wenden…

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