Daten im Griff: Generische Reports in SCHEMA ST4

generische Reports in SCHEMA ST4, Grundlagen und AnwendungsbeispieleDas „M“ in CMS steht bekanntlich für „Management“. In unserem dritten Post zu SCHEMA ST4 wollen wir Ihnen eine der vielen Management-Funktionen dieses Redaktionssystems vorstellen, die wir häufig nutzen.

Die Generischen Reports – so heißt das Feature – kommen erst einmal sehr unscheinbar daher. Mit etwas Geschick lassen sich damit intelligente Lösungen realisieren, die im redaktionellen Alltag über die Alleinstellungsmerkmale eines CMS hinaus die Wirksamkeit des Systems enorm erhöhen – und das alles ohne Programmierung.

Wie Generische Reports funktionieren

Bevor wir Ihnen drei typische Anwendungsfälle der Generischen Reports schildern, werfen wir kurz einen Blick auf die Technik: Was sind die Generischen Reports, wie funktionieren und was leisten sie? Die Frage geht an Edgar:

Edgar Hellfritsch

Edgar Hellfritsch

Generische Reports kann man sich als frei definierbare Abfragen an den Datenbestand von ST4 vorstellen. Ähnlich wie man ein XML-Dokument mithilfe von XSL-Transformationen auswerten kann, lässt sich ST4 mit der auf das eigene Datenmodell zugeschnittenen XSL-Erweiterung STT durchforsten.

Um einen generischen Report zu definieren, legt man im ST4-internen Dateisystem ein solches STT-Skript an, das als Ausgabeformat HTML oder CSV erzeugen muss. Dafür benötigt man einen Architect Client und ein bisschen STT-Knowhow.

Zum Ausführen des generischen Reports (auch dafür ist der Architect Client Voraussetzung, der generische Report ist dort im Report-Menü zu finden) wählt man den Wurzelknoten des Teilbaums, den man analysieren möchte, und das gewünschte Skript. Die Analyse startet auf Knopfdruck und das Ergebnis wird im selben Viewlet angezeigt.

Beispiel 1: Altlasten per Knopfdruck löschen

Johannes Dreikorn

Johannes Dreikorn

In großen ST4-Datenbeständen kommt man nicht umhin, dass sich im Ressourcen-Pool eine Menge nicht genutzter Grafiken sammeln. Wenn es gerade hektisch ist, nimmt sich niemand die Zeit, überflüssig gewordene Ressourcen-Knoten zu löschen. Und wenn man mal Muße hätte, scheut man den Aufwand. Schließlich muss man jeder Ressource einzeln nachgehen und beurteilen ob sie genutzt wird oder nicht. Das ist unendlich mühsam. So läuft der Ressourcen-Pool langsam voll, wird unübersichtlich – und auch das Datenbankvolumen wächst und mit ihm der der Speicherbedarf bei der Datensicherung.

Um solche Altlasten automatisiert loszuwerden, verwenden wir in vielen Projekten einen Generischen Report. Er fragt die nicht verwendeten Grafik-Ressourcen anhand ihrer Merkmale aus der Datenbank ab. Sind die betroffenen Objekte identifiziert, reicht ein kurzer Zwischenschritt, um sie in der Trefferliste der ST4-Suche zugreifbar zu bekommen und dort dann zu löschen.

Auch Wegwerfen ist aktives Management. Und mit SCHEMA ST4 geht’s wirklich einfach.

Beispiel 2: Einen Überblick bekommen

Sibyl Wright

Sibyl Wright

Generische Reports sind auch besonders dazu geeignet, sich innerhalb des Datenbestands einen Überblick zu verschaffen über die Zuordnung von Inhalten zu bestimmten Merkmalen wie z. B. zu Produktvarianten – und das bis zur Strukturfragment-Ebene.

Das Eigenschaften-Viewlet zeigt zwar die Eigenschaften einzelner Knoten an, wer aber eine Übersicht möchte, kommt damit nicht sehr weit. Auch die Ausgabe in ein generiertes Dokument bringt einen nicht sehr viel weiter.

Bei Standard-Knoten ist es zwar kein Problem, die Eigenschaften im Layout auszugeben, aber Strukturfragmente werden zu ihrer übergeordneten Einheit (z. B. einer Tabelle) von ST4 zusammengefügt, bevor das Layout greift.

Das Problem kann man aber mit einem generischen Report ziemlich leicht lösen. Das Ergebnis: Eine HTML-Übersicht, in dem jeder Fragment mit seiner Zuordnung zu verschiedenen Merkmalen sichtbar ist, eventuell mit anderen Informationen oder gar einen Link zum betreffenden Knoten angereichert. So kann der Redakteur bequem die richtige Zuordnung prüfen und an die betroffenen Knoten per Mausklick gelangen.

Und da generische Reports sich (ggf. mit dazwischen geschaltetem Skript) in viele Formate exportieren lassen, kann man auf diesem Weg auch Austauschdokumente für die Abstimmung mit den Fachabteilungen oder dem Kunden erzeugen.

Beispiel 3: Generischer Report als Dokument-Generator

Edgar Hellfritsch

Wie erwähnt, beruht der generische Report auf einer STT-Abfrage, deren Ergebnis als CSV oder HTML innerhalb von ST4 angezeigt wird. Im Hintergrund wird aber eine Ergebnis-Datei erzeugt, die man ganz normal weitergeben oder -verarbeiten kann.

Zudem ist es in STT wie in XSL-T möglich, im Skriptverlauf weitere Ausgabe-Dokumente in beliebigen Formaten zu erzeugen, solange das Endergebnis des Skripts HTML oder CSV ist. Über diesen Weg lassen sich ohne großen Aufwand Importformate anderer Systeme (PIM, CRM, …) erzeugen. Insbesondere um ganze Verzeichnisse von Datenknoten auszugeben, hat sich das Vorgehen bewährt.

Ein konkretes Beispiel dazu: Oberflächen-Texte von Software lassen sich in Datenknoten verwalten. Warum tut man das? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Der Import aus dem Entwicklungssystem ist unkompliziert.
  • Die Anleitung verwendet „echte“ Oberflächen-Texte.
  • Professionelles Übersetzungsmanagement in ST4 mit demselben Translation Memory wie die Anleitung. Rückfluss der übersetzten Texte ins korrekte Format für Sprachdateien der Entwicklungsumgebung mit einem generischen Report.

Sie sehen: Generische Reports können Ihnen die alltägliche Arbeit mit SCHEMA ST4 enorm erleichtern. Wie auch Sie davon profitieren können, zeigen wir Ihnen gerne in unseren Schulungen oder Beratungen. Sprechen Sie uns einfach an!

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