Effiziente Prozesse in Technischen Redaktionen

effiziente Prozesse in Technischen RedaktionenIn meinem Vertriebsalltag höre ich sehr oft von Interessenten und Kunden: „Unserer Abteilung würde das schon weiterhelfen, aber da spielt Abteilung xy wahrscheinlich nicht mit.“ Zu erst mal: Was ist dieses DAS eigentlich? Kann natürlich alles mögliche sein: Eine Dienstleistung, ein Produkt, eine Software, ein Prozess, etc. In meinem Kontext handelt es sich meistens um eine Lösung für eine Herausforderung, die wir als Dienstleister für Technische Kommunikation bieten. Weiterlesen

Schreiben und checken

Rezension Checkliste Schreibprozess, Wymann & NeffMit Checklisten beschäftigt sich nicht nur meine Kollegin Ulrike (z. B. hier und hier), sondern auch ein utb-Ratgeber, der vor kurzem den Weg zu mir auf den Schreibtisch gefunden hat. Christian Wymann und Franz Neff haben eine „Checkliste Schreibprozess“ vorgelegt. Sie soll wissenschaftlich Arbeitenden helfen, ihre Schreibprojekte bewusster zu steuern und einen eigenen Weg für die Gestaltung ihrer Schreibprojekte zu finden.

Mich haben bei diesem Buch vor allem zwei Fragen bewegt:

  • 1. Wie gut lässt sich mit dem Buch ein Schreibprozess gestalten?
  • Und 2. Was davon lässt sich auf die Technische Redaktion übertragen?

Die Anforderungen sind hier ja oft anders als in der Wissenschaft… Weiterlesen

Wie viel kostet die Migration von Daten und Dokumenten?

Die Überführung von Print-orientierten Dokumenten in ein Content-Management-System haben wir im letzten Blogbeitrag beleuchtet. Dabei war auch die Sprache davon, wie intensiv und fordernd diese Migration sein kann – wir nannten den Artikel darum auch „Feindliche Übernahme“. So verschieden das Ausgangsmaterial ist und so verschieden die Anforderungen an Zielformat und Zielqualität sind, so unterschiedlich ist auch der Weg, der bei einer Content-Migration eingeschlagen werden kann. Ganz praktisch stellen sich aber viele Unternehmen die Frage: Wie plane und kalkuliere ich denn so ein Migrationsprojekt? Weiterlesen

Feindliche Übernahme: Print-orientierte Dokumente ins medienneutrale CMS migrieren

Von Print zu Digital: Eine sorgfältige Planung erleichtert die Migration von technischen Dokumenten

Viele Unternehmen nutzen den Schwung der aktuellen Digitalisierungsbestrebungen, um auch ihre technische Kommunikation, also Datenblätter, Handbücher usw. elektronisch verwertbar zu machen. Wo vormals Papier und PDF als Maßstab dienten, soll Information nun auch online, mobil und interaktiv bereitgestellt werden. Weiterlesen

Im guten (Work)Flow

Qualitätskriterien für WorkflowsWas macht eigentlich einen guten Workflow aus? Klar, der beste Workflow ist der, der funktioniert. Im Nachhinein ist es einfach, einen funktionierenden Workflow zu erkennen. Aber: Mit welchen Qualitätskriterien kann man gute Workflows schon bei der Definition identifizieren? Wir haben hier ein paar wesentliche Aspekte zusammengefasst, die uns in unseren Beratungsprojekten immer wieder auffallen. Weiterlesen

Betrieblicher Datenschutz Schritt für Schritt (Buchrezension)

Cover zum Buch: Betrieblicher Datenschutz Schritt für Schritt - gemäß EU-Datenschutz-Grundverordnung,Beuth-Verlag

Große Hilfe für Unternehmen: Der neue Ratgeber zur DSGVO des Beuth-Verlags

Seit über einem Monat gilt die europäische Datenschutz-Grundverordnung, deren Inkrafttreten für viel Wirbel gesorgt hat. Auch wenn sich die Wogen etwas geglättet haben: Das Thema „Datenschutz“ treibt viele Unternehmen nach wie vor um und sollte auch von Technischen Redaktionen nicht vernachlässigt werden.

Umso wichtiger sind verlässliche und nachvollziehbare Informationen für die Anwender. Informationen, die nicht noch mehr Fragen aufwerfen als es eh schon gibt. Informationen, die wirklich praxisrelevant sind und auch ohne Jura-Studium umgesetzt werden können.

Der Beuth-Verlag verspricht hier Hilfe mit seinem Ratgeber „Betrieblicher Datenschutz Schritt für Schritt – gemäß EU-Datenschutz-Grundverordnung: Lösungen zur praktischen Umsetzung“, der gerade in der zweiten, vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage erschienen ist.  Weiterlesen

Datenschutzgrundverordnung: (K)ein Thema für die Technische Dokumentation

Die DSGVO spielt auch in der Technischen Dokumentation eine Rolle.Wie haben Sie den 25. Mai verbracht? Wenn Sie selber Unternehmer sind oder in einem Unternehmen für den Datenschutz zuständig sind, gibt es eigentlich nur ein paar mögliche Geisteszustände: erschöpft, verwirrt und genervt.

Seit dem 25. Mai ist die neue europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gültig. In Kraft trat sie bereits 2016. Erst in den letzten Wochen waren deutliche Erschütterungen im Internet und in so manchen Büros  zu spüren. Auch bei uns gab und gibt es ein paar graue Haare mehr oder insgesamt ein paar Haare weniger, denn das Thema ist schon ein wenig zum Haareraufen. Doch was ändert sich jetzt mit der neuen DSGVO und wieso ist die neue Verordnung auch für die Technische Dokumentation ein Thema? Weiterlesen

Jeder Schritt ein Vorsprung

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess oder kleine Schritte führen auch zum Erfolg

Was haben Unternehmensziele und die Art, wie ich als Mitarbeiter meine Notizen anfertige, gemeinsam? Vielleicht den Unternehmensnamen auf meinem Notizblock, könnte man meinen. Doch es ist viel mehr als das – wenn man seine tägliche Arbeit und den Unternehmenszweck sowie dessen Ziel mit dem Mindset des „Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses“ betrachtet. Bei Toyota gehört diese Denkweise neben Kanban zum Produktionssystem und garantiert kontinuierliche Qualitäts- und Effizienzsteigerung. Weiterlesen

Projekte voll im Griff mit Trello

Trello hilft ihnen dabei, ihre To-do-Liste in den Griff zu bekommen.

Wir haben ihnen hier im Blog bereits die agile Methode Kanban vorgestellt, mit der sich auch Projekte aus der Technischen Dokumentation wunderbar bewältigen lassen. Hierbei werden Aufgaben als Karten visualisiert und auf einem Board in selbstdefinierten Arbeitsphasen (Listen) sortiert.

Mit dieser Methode haben Sie immer einen guten Überblick über ein Projekt und kommen ins Tun, denn das Verschieben von Aufgaben vom Eingangsstapel bis hin zu „erledigt” motiviert ungemein. Weiterlesen

Tägliche Erfolgserlebnisse durch Kanban

Als Dienstleister in der Technischen Redaktion verantwortet man viele verschiedene Projekte gleichzeitig: Sei es, Handbücher für einen Kunden zu erstellen, Schnittstellen zwischen CMS und einem anderen System herzustellen oder eine App für einen Verkehrsbetrieb zu entwickeln. Jedes Projekt ist unterschiedlich komplex und beinhaltet damit auch ganz unterschiedliche Aufgaben. Wer bei mehreren Projekten mitwirkt, kann schnell ins Strudeln geraten. Unumgänglich überkommt einen das Gefühl, nicht immer an alles zu denken. Die Folge: Man fängt mit einer Aufgabe an, widmet sich dann der nächsten, zwischendurch ruft ein Kunde an. Anschließend kehrt man wieder zur ersten Aufgabe zurück. So eine Arbeitsweise kann frustrierend sein, zudem verschiebt sich jedes Ergebnis einer Aufgabe nach hinten.

Ein schöner Weg solche komplexen Tagesabläufe in der Technischen Redaktion zu managen, ist die agile Methode Kanban. Erstmals Anwendung fand Kanban bereits 1947 beim japanischen Autohersteller Toyota. Eingeführt mit dem Ziel, die täglichen Abläufe in der Produktion zu straffen, fand es bald Einzug in andere Unternehmensbereiche wie Personalwesen, Marketing oder Softwareentwicklung.
Kanban blickt im Gegensatz zu vielen anderen Methoden aus einer horizontalen Perspektive auf die täglichen Aufgabenpakete. Inwieweit dies auch Technische Redaktionen unterstützen kann, schauen wir uns im heutigen Post genauer an.

Was ist Kanban überhaupt?

Das japanische Wort Kanban bedeutet „(Laden-)Schild“. Damit ist schon gesagt, mit welchem Hilfsmittel man arbeitet: Mit Karten zur Visualisierung von Aufgaben. Aber dazu gleich mehr.
Schauen wir uns zwei Grundprinzipien von Kanban an:

  1. Visualisiere deine Aufgaben und erledige sie in zielführender Reihenfolge.
  2. Begrenze die Anzahl der Aufgaben pro Tag: Hör auf, Dinge anzufangen. Fang an, Dinge fertig zu stellen.

Es geht also darum, die anstehenden Aufgaben so zu verwalten, dass sie in sinnvoller Reihenfolge angegangen werden können. Die Aufgaben der einzelnen Bearbeitungsphasen sollen mit so wenig Unterbrechungen wie möglich durchlaufen werden. Man soll sich also in einer Art „Flow“-Zustand befinden.

Und wie sieht das dann konkret aus?

Wer schon von agilen Methoden gehört hat, denkt sicher ziemlich schnell an große Whiteboards mit verschiedenen Spalten und vielen Zetteln. Auch Kanban arbeitet mit einem Board – und das ist letztlich auch das einzige Werkzeug. Das Board hilft, die täglichen Aufgaben, deren Anzahl sowie Status zu visualisieren. Und das entweder für mich selbst, also nur für meine Aufgaben, oder für mehrere Teammitglieder.
Ein Kanban-Board stellt die einzelnen Bearbeitungsphasen einer Aufgabe dar und sammelt die noch zu erledigenden Aufgaben. Auf Karten oder wie in den meisten Fällen auf Post-Its steht die jeweilige Aufgabe. Das kann zum Beispiel so aussehen:

Die Bearbeitungsphasen sind hier grob abgebildet in „Aufgabe“ (anstehend), „In Bearbeitung“ und „Erledigt“. Denkbar ist auch eine weitere Spalte „Warten“ für Aufgaben, bei denen man auf Input von anderen angewiesen ist und eine Spalte „Nächste“, um die folgende Aufgabe optisch nah an die Aufgaben heranzubringen, die man gerade bearbeitet. Ein Board (haptisch oder digital) kann für eine einzelne Person oder für mehrere Teammitglieder verwendet und angepasst werden. Wichtig ist, dass man sich täglich vor dem Board trifft und kurz die Aufgaben des Tages auflistet.

Was das Ganze bringt: Komplexität verringern und tägliche Motivation schaffen

Das Board ist ein Hilfsmittel, um auf einen Blick die Anzahl der Aufgaben zu sehen und schnell einen Überblick zu bekommen. Das Wichtigste ist aber, dem Prinzip treu zu bleiben, Aufgaben zu erledigen und nicht mittendrin von einer Aufgabe zur nächsten zu springen. Das erreicht man dadurch, dass man sich pro Tag eine maximale Anzahl an Aufgaben setzt, das sogenannte WIP-Limit (WIP: Work in Progress). Die Anzahl ist dabei abhängig vom Umfang einer Aufgabe und wie weit man diesen Umfang für alle Aufgaben bestimmen kann. Dafür kann man sich z. B. der Eisenhower- oder der ALPEN-Methode bedienen.
Wenn man also diese zwei Dinge beherzigt – ein Board, das die Aufgaben visualisiert, und die Begrenzung der täglichen Aufgaben, erlebt man folgendes:

  • Tägliche Erfolgserlebnisse, da man mindestens eine Aufgabe erledigt hat.
  • Jedes Erfolgserlebnis erhöht die Motivation für die nächste anstehende Aufgabe.
  • Die Qualität des Ergebnisses steigert sich, da man mit ganzem Fokus an der Aufgabe gearbeitet hat.
  • Kein Gefühl der Überforderung.
  • Die Teammitglieder sehen, woran die anderen arbeiten.
  • Die Aufgaben und deren Bearbeitungsstatus sind sichtbar.

Fazit

Ein Kanban-Board hilft also dabei, den Überblick über die Projektaufgaben zu behalten. Und die Begrenzung der täglichen Aufgaben führt dazu, endlich Ergebnisse zu schaffen und jeden Tag einen Schritt voran zu kommen. Wer Kanban einsetzen möchte, sollte sich dennoch bewusst sein, dass man die Aufgaben und deren Priorität nach wie vor selbst bestimmen muss. Für einen ganz sanften Einstieg kann man auch ein sogenanntes „Personal Kanban-Board“ einrichten, also ein Board, das man zunächst nur für sich selbst führt. Da kann man sich zum Beispiel erst mal an der Organisation seines Privatlebens ausprobieren.
Noch ein Hinweis: Hinter Kanban steckt natürlich noch viel mehr als dieser Post fassen kann. Gern setzen wir diesen Post fort. Wer sich schon jetzt weiter damit beschäftigen möchte:

Haben Sie bereits Erfahrung mit Kanban gesammelt, vielleicht auch in der Teamarbeit? Dann freuen wir uns über Ihre Kommentare und Diskussionsbeiträge zu diesem spannenden Thema zur Selbst- und Teamorganisation.