Schulungserfolge langfristig sichern: Feedback einholen und auswerten

Verlassen Sie sich bei der Auswertung nicht auf Ihr Bauchgefühl, sondern holen Sie sich Feedback von den Teilnehmern.

So, geschafft. Sie haben die Schulung (das Seminar, den Workshop …) gehalten und dank Ihrer guten Vorbereitung – und unserer Tipps – ist Ihr Konzept aufgegangen, die Unterlagen haben Sie dabei gut unterstützt, und kleine Probleme konnten schnell gelöst werden. Alle sind zufrieden, so kann es weitergehen – oder? Um herauszufinden, ob die Veranstaltung auch aus Sicht Ihrer Teilnehmer ein voller Erfolg war oder ob Sie beim nächsten Mal noch besser auf deren Vorstellungen eingehen können, sollten Sie zum Schluss auf jeden Fall Feedback einholen, also die Teilnehmer um Rückmeldung zu dem gemeinsamen Termin bitten. Auf was Sie dabei achten müssen, erkläre ich Ihnen in diesem Blogartikel, der den Abschluss unseres Themenmonats „Schulungen“ bildet.

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Trainer-Leid und Trainer-Glück: Typische Problemsituationen in Schulungen und Seminaren

Kritische Situationen in Schulungen und Seminaren bewältigen - Tipps und Tricks

Was tun, wenn es im Seminar nicht läuft wie geplant?

Wahrscheinlich kann jeder, der als Trainer arbeitet, Horrorgeschichten erzählen über Dinge, die in Seminaren so richtig schiefgelaufen sind. Je nach Person und Seminar-Schwerpunkt werden diese Geschichten ganz unterschiedlich ausfallen. Auch die Lösungsstrategien, die man sich mit der Zeit aneignet, werden von Person zu Person unterschiedlich sein.

Was kann ich aus meiner bald 20-jährigen Trainer-Karriere über typische Problemsituationen in Seminaren berichten? Ich habe ein bisschen in meinem Gedächtnis gekramt und drei Favoriten für unseren Themenmonat „Schulungen“ herausgepickt. Weiterlesen

Schulungsunterlagen, die wirklich helfen

SchulungsunterlagenIn unserem ersten Beitrag rund um das Thema Schulungen haben wir uns mit Schulungskonzept- und aufbau befasst. Nun sind Sie an dem Punkt, an dem das Konzept steht und es an die Vorbereitung der Lehrunterlagen geht. Hier kommt es auf die richtige Dosierung und den überlegten Einsatz an – schließlich möchten Sie Ihrem Auditorium nachhaltig neue Erkenntnisse vermitteln und es nicht verwirren. Das betrifft nicht nur das Skript für die Teilnehmer, sondern auch die eigenen Folien und Notizen. Niemand möchte sich während der Vorlesung oder des Workshops in seinen eigenen Unterlagen verzetteln. Das Grundgerüst eines strukturierten Vortrages sind also die Unterlagen, die zum Einsatz kommen. Über sie können Sie den Informationsgehalt, die Informationsfülle und die Visualisierung des Gesagten steuern und dann zielgruppengerecht einsetzen. Weiterlesen

Seminare und Schulungen konzipieren und gestalten: Die Basics

Seminare und Schulungen konzipieren und gestaltenDiesen Monat widmen wir gleich vier Beiträge dem Thema Schulungen und beginnen wie so oft: vor einem leeren Blatt Papier.

Eine Schulung, ein Seminar oder einen Workshop zu gestalten, ist für mich immer eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Keine Schulung ist wie die andere und es muss vieles diskutiert, überlegt, entwickelt und geplant werden. Die Phase der Konzeptentwicklung darf daher nicht unterschätzt werden. Insbesondere, wenn der Schulungstermin noch weit entfernt scheint, sollte man die Zeit nutzen, um alle Fragen zu klären und eventuelle Ecken und Kanten abzurunden. Weiterlesen

Themenmonat Schulungen: Von der Konzeption bis zum abschließenden Feedback

Unser Themenmonat Schulungen mit folgenden Themen: Schulungsaufbau, Schulungskonzept, Schulungsunterlagen, Problemsituationen, Feedback und AuswertungHin und wieder muss man auch bei einer gut laufenden Plattform wie dem doctima-Blog etwas Neues ausprobieren. So werden wir in Zukunft das eine oder andere Thema intensiver beleuchten und ihm nicht nur ein oder zwei Artikel widmen, sondern einen ganzen Monat! Viele Themen bieten zahlreiche Aspekte und Facetten, die in einzelnen Artikeln oft vielzu kurz kommen. Wir schaffen nun Platz dafür und freuen uns auf Ihre Rückmeldung, wie Ihnen dieses Konzept gefällt. Weiterlesen

Wie man technische Vokabeln lernt: „the egg-laying wool-milk-pig“

Technische Vokabeln - der weiße Wal des SprachlehrersBei uns ist heute Dave Willenberg zu Gast. Er ist Sprachtrainer für Technisches Englisch und zeigt uns, wie man am besten Fachvokabeln lernt. Und so viel sei vorab schon verraten: Inhalte im Kontext zu vermitteln, hat sich auch in unseren Seminaren immer wieder bewährt.

Was bereitet dir im technischen Englisch am meisten Schwierigkeiten, insbesondere bei deiner Arbeit oder deinem Studium?“ Diese Frage stelle ich jedem neuen Abonnenten von Vorsprung durch Sprache – ein Newsletter über technisches Englisch als Fremdsprache, den ich monatlich schreibe.

Ich selbst bin Ingenieur – und nicht so ein gerissener Marketingexperte wie Leute aus der Serie Madmen.

Trotzdem pflege ich eine Excel-Tabelle mit Informationen über die Antworten, die ich erhalte. All die digitalen „Marketing-Gurus“ sagen das sei wichtig, also habe ich ihren Ratschlag befolgt, als ich anfing meinen Newsletter zu schreiben.

Wie sich herausgestellt hat, ist Marketing-Analyse viel schwerer für mich als erwartet. Damit meine ich nicht das Konzept an sich – ich werde nur immer von den Mustern, die ich in der von mir verwendeten Sprache finde, abgelenkt.

Schließlich führe ich ein Geschäft in einer Fremdsprache. Zwar stammt der Großteil meiner Deutschkenntnisse aus dem Umgang mit anderen Menschen (siehe: Kneipe), aber woher soll ich wissen, dass eine Begrüßung der neuen Abonnenten mit „Ahoi“ zu einer 16 % höheren Antwortrate führt als die Begrüßung mit „Moinsen“?

Du hast richtig gehört:

16 % mehr Leute antworten und sagen mir genau, wie ich ihnen am besten helfen kann technisches Englisch zu lernen…

wenn ich wie ein Pirat rede.

Als Fan von beidem, Sprache und Piraten, ist das natürlich toll.

Die Antwort, die ich normalerweise bekomme, ist aber nicht so toll…

In 63 % der Fälle sagen mir die neuen Abonnenten, dass sie mit der einen Sache zu kämpfen haben, bei der ich ihnen im Grunde gar nicht helfen kann: technisches Vokabular.

Nennt mich Ismael

Ich unterrichte jetzt ungefähr seit 7 Jahren technisches Englisch und es ist immer noch lustig zu sehen, wie meine Schüler reagieren, wenn sie mich nach der besten Vorgehensweise für das Lernen von technischem Vokabular fragen und ich ihnen antworte:

Lasst es einfach.

Noch viel lustiger ist, wenn die Personalleiter oder Personalentwickler eines potenziellen Neukunden mich bitten eine Liste mit Vokabeln zu erstellen, die ich ihren Ingenieuren beibringen möchte.

Sie alle erhalten ein nachdrückliches „Nein“ als Antwort, gefolgt von Stille und festem Augenkontakt, bis ich mir ein Lächeln nicht mehr verkneifen kann. Unbezahlbar…

Und dann erkläre ich natürlich den Grund dafür:

Technisches Vokabular ist für Sprachtrainer wie mich der Moby Dick der Lehrmethoden.

Wenn es um das einfache ‚X in English = Y auf Deutsch’ geht, gibt es weder eine gute Methode für mich dir Vokabular beizubringen, noch eine universell effektive Vorgehensweise es zu lernen.

Natürlich hält mich das nicht davon ab, die mystische eierlegende Wollmilchsau des Lernens von technischen Wörtern zu suchen. Ich teste stets neue Trainingsmethoden, weil ich A.) sonst ein schlechter Lehrer wäre und B.) Hey, man weiß ja nie

Aber immer wieder zeigt sich mir, dass sich das Vokabular meiner Ingenieure am effektivsten stärken lässt, wenn man das Ganze gar nicht erst zum Thema macht und sich einfach auf alle anderen Aspekte des technischen Englisch und der Kommunikation konzentriert.

Anders gesagt: Man bringt den Leuten am besten neue Wörter bei, indem man ihnen gar keine neuen Wörter beibringt.

Das hört sich verrückt an? Vielleicht – aber einem Techniker ist das egal, denn es funktioniert.

Ich zeige dir, wie das geht:

Der Kontext ist König

Eine effektive Komponentenbeschreibung ist zum Beispiel für jede Art von Ingenieur eine wichtige Kommunikationsfähigkeit, also widme ich der Kunst des klaren und prägnanten Beschreibens physischer Charakteristiken oft eine ganze Unterrichtsstunde.

Ich definiere immer das Grundprinzip und erkläre zuerst einige Schlüsselpunkte, aber ich halte nicht viel von Belehrungen und bevorzuge „learning by doing“. Also gebe ich am Anfang allen Ingenieuren der Gruppe die Aufgabe, eine technische Komponente zu beschreiben, mit der sie arbeiten.

** Aufgepasst: Man muss die Wörter im folgenden Beispiel nicht kennen! Wenn das Ingenieurwesen also nicht dein Ding ist, ist hier ein simpler Trick: Ersetze einfach „gasisolierte Schaltanlage” mit „Eisbecher” und den Rest der technischen Wörter mit „Eiscreme”, „Schokolade”, „Streusel” etc.!

Folgendes passiert Ingenieuren mindestens einmal, wenn nicht sogar mehrmals:

Ein Elektroingenieur fängt zum Beispiel an, seine Beschreibung einer gasisolierten Schaltanlage zu schreiben. Er arbeitet jeden Tag damit, also kennt er die englischen Wörter für Komponenten wie Strommschiene, Sicherung und Kurbelgehäuse bereits. Aber plötzlich kommt er beim Schreiben ins Stocken…

…weil er das englische Wort für Schwefelhexafluorid nicht kennt.

Bingo.

Also fragt der nach der englischen Übersetzung und entweder ich oder ein anderer Ingenieur der Gruppe gibt ihm dann den Begriff ‚sulfur hexafluoride’. Anschließend verwendet er sofort das neue Wort in seiner Beschreibung und wenn er fertig ist, mache ich mir eine kleine Notiz für die nächste Stunde. Dort frage ich dann nach den Vorteilen und Nachteilen von SF6 und CO2 als Isoliergase.

Ein einfaches System

Wenn ich mich in der Unterrichtsstunde aus dem oben genannten Beispiel nur darauf konzentrieren würde, den Ingenieuren Vokabular für Schaltanlagen beizubringen, so würde ich den Großteil der Zeit damit verschwenden Wörter zu lehren, die bereits bekannt sind. Und wie übt man mit den Wörtern? Da gibt es nicht viele gute Optionen und viel zu viele Sprachtrainer greifen leider auf Dinge wie Arbeitsblätter und alberne Gedächtnisspielchen zurück.

Wenn man sich aber auf die kontextuelle Anwendung konzentriert, kommen mit ziemlicher Sicherheit unbekannte Begriffe auf, die identifiziert, definiert und sofort angewendet werden können.

Wie bereits erwähnt, ist mir bisher noch keine andere Methode untergekommen, die effizient genug wäre, um meinen inneren Ingenieur zufriedenzustellen.

Aber hier ist das Beste an der Sache:

Du brauchst keinen Ingenieur als Englischlehrer, um mit dieser Methode zu lernen. Du brauchst eigentlich überhaupt niemanden.

Du musst nur ein Wörterbuch zur Hand nehmen und dir die richtigen Fragen stellen.

Nächsten Monat werde ich ein System veröffentlichen, das ich entworfen habe und welches Ingenieuren helfen soll, technisches Englischvokabular durch kontextuelle Anwendung zu identifizieren, zu lernen und zu üben.

Und das Ganze funktioniert für alle technischen Komponenten, alle Prozesse und alle Bereiche des Ingenieurwesens. Es fehlt nur noch der letzte Schliff…

Trotzdem ist hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack für die Leser von doctima – das gesamte System konzentriert sich auf vier Schlüsselfragen:

  1. Aus was ist es gemacht?
  2. Wie funktioniert es?
  3. Was ist nötig, damit es funktioniert?
  4. Was musst du wissen, um es benutzen zu können?

Das sollte für den Anfang reichen, aber behalte den Blog Vorsprung durch Sprache im Auge, um die große Enthüllung nicht zu verpassen!

Du kannst mich gerne per Twitter oder Facebook kontaktieren, wenn du irgendwelche Fragen hast.

Am wichtigsten ist aber: Never stop learning.

 

David WillenbergDave Willenberg, LEED AP ist im Herzen Baumeister und Lehrer von Beruf. Er stammt aus Detroit und ist 2009 nach Hamburg gezogen. Seine Firma, Detroit Technical English, bietet Training für technisches Englisch und Kommunikation für Ingenieure, Geschäftsleute und Wissenschaftler in Firmen in ganz Deutschland an. Dave lehrt an der Hamburg University of Applied Science und schreibt den deutschsprachigen Blog “Vorsprung durch Sprache“.