Karriere in der Technischen Redaktion: Von der Uni ins Berufsleben

Karriere Technische RedaktionVor ein paar Wochen haben wir hier im Blog darüber geschrieben, worauf Bewerber achten sollten, wenn sie sich in Technischen Redaktionen – speziell hier bei doctima – bewerben wollen. Heute kommen diejenigen zu Wort, die die Bewerbungsphase schon eine Weile hinter sich haben: Ulrike, Maria und Lisa haben alle an der Hochschule Merseburg studiert und sind seit ein paar Jahren bzw. Monaten im Team doctima als Technische Redakteurinnen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben. Sie erzählen, was sie konkret machen und wie der Einstieg ins Berufsleben als Technischer Redakteur so lief. Weiterlesen

Datenschutzgrundverordnung: (K)ein Thema für die Technische Dokumentation

Die DSGVO spielt auch in der Technischen Dokumentation eine Rolle.Wie haben Sie den 25. Mai verbracht? Wenn Sie selber Unternehmer sind oder in einem Unternehmen für den Datenschutz zuständig sind, gibt es eigentlich nur ein paar mögliche Geisteszustände: erschöpft, verwirrt und genervt.

Seit dem 25. Mai ist die neue europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gültig. In Kraft trat sie bereits 2016. Erst in den letzten Wochen waren deutliche Erschütterungen im Internet und in so manchen Büros  zu spüren. Auch bei uns gab und gibt es ein paar graue Haare mehr oder insgesamt ein paar Haare weniger, denn das Thema ist schon ein wenig zum Haareraufen. Doch was ändert sich jetzt mit der neuen DSGVO und wieso ist die neue Verordnung auch für die Technische Dokumentation ein Thema? Weiterlesen

Tipps für eigene Word-Vorlagen in der technischen Dokumentation

Eigene Word-Vorlagen sind in der technischen Dokumentation sinnvoll.Vor ein paar Tagen erst habe ich letzte Hand angelegt an eine Word-Dokumentvorlage, die ich für einen Kunden aus dem Maschinenbausektor erstellt habe. „Was? Ihr arbeitet als Kommunikations-Profis noch mit Word?“, werden Sie sich vielleicht fragen. Ja, das tun wir – und vor allem tun es auch unsere Kunden.

Für „echte“ Dokumentationsprojekte verwenden wir Word nur noch sehr selten, da sind meist Profi-Tools im Einsatz, vor allem Content-Management-Systeme wie SCHEMA ST4. Aus dem Alltag der sonstigen technischen Textsorten wie Lasten- und Pflichtenhefte ist Word als Werkzeug aber lange noch nicht wegzudenken. Weiterlesen

Digital oder Papier? Vorteile der mobilen Dokumentation

Mobile Dokumentation per App hat viele Vorteile gegenüber Papier.

Digitalisierung, Industrie 4.0 und das Internet of Things verändern auch die Art, wie wir über Technische Dokumentation denken. Eine der ersten Maßnahmen auf dem Weg zu „Information 4.0“ ist es, die Dokumentation weg von der Kapitelstruktur themenbezogen zu strukturieren und sie mithilfe von Metadaten semantisch zu markieren.

Anstatt Handbücher auf Papier oder als A4-formatierte PDF-Datei auszuliefern, erzeugen wir auf dieser Basis dynamische Informationen in HTML5, die sich auf unterschiedlichen Displays, auf Maschinenkonsolen oder auf Mobilgeräten verteilen und betrachten lassen. Weiterlesen

tekom 2017, die Doku-Branche zu Besuch in Stuttgart

Vier Wochen ist es her, dass wir auf der tekom-Jahrestagung 2017 waren. Viel ist seitdem passiert, wir sind schon voll im konkreten Austausch mit Kontakten von der Tagung. Dazu beigetragen hat sicherlich unser iiRDS-Szenario mit unserem Roboterarm. Einerseits Eyecatcher, andererseits die anschauliche Darstellung, wie automatisierte Prozesse und Informationsflüsse in Unternehmen heutzutage ablaufen. Weiterlesen

tekom 2017 – Sehen wir uns nächste Woche?

doctima auf der tekom-Jahrestagung (c) doctima

Mit großen Schritten gehen wir auf die tekom-Jahrestagung 2017 zu. Heute in einer Woche startet die Konferenz nebst Messe. Insgesamt geht es dann von Dienstag, 24.10.2017, bis Donnerstag, 26.10.2017, in der Messe Stuttgart um Technische Kommunikation und alle dazugehörigen Fachthemen. Weiterlesen

Tipps zum Umgang mit KPI in der Redaktion

Controller machen Freude -auch in der Redaktion

Nachdem ich letzte Woche so eindeutig eine Lanze für mehr Controlling in der Technischen Redaktion gebrochen habe, möchte ich heute noch ein paar Tipps mitgeben, worauf man am besten beim Entwickeln der Kennzahlen achtet und wie man die Kennzahlen in die Arbeitsprozesse einbindet.

Kennzahlen müssen wirken

Sobald Sie Ihre strategische Ausrichtung geklärt haben, geht es daran, die konkreten Kennzahlen (KPI) festzulegen. Viele Redaktionen lassen sich hier von der Begeisterung überrollen. Daten als mögliche Grundlage für die Auswertung fallen in einer modernen Redaktion en Masse an. Was liegt also näher, als sich diesen Datenbestand einmal anzusehen und alle interessanten Daten auszuwerten?

Wenn Sie so vorgehen, haben Sie bereits den ersten Schritt getan, damit Ihr Controlling scheitert. Denn interessant heißt nicht relevant. Noch einmal zur Erinnerung: KPI müssen immer an ein strategisches Ziel rückgebunden sein, sonst entfalten Sie keine Wirkung.

Ein Beispiel

Das Maschinenbauunternehmen DeusEx plant eine Digitalisierungs-Offensive. Dazu soll die Dokumentation direkt an den Maschinen zugänglich gemacht werden. In diesem Fall ist es sicher interessant zu wissen, wie groß der Dokumentationsbestand der Abteilung aktuell ist und wie viel Dokumentation monatlich produziert wird. Mit dem Ziel hat das aber nur wenig zu tun. Besser ist es da schon, die Zahl der Dokumente festzuhalten, die digital bereitstehen. Ich würde meinen Messpunkt aber noch ein wenig anders gewichten und die Zahl der Maschinen erfassen, die mit digitaler Dokumentation ausgeliefert sind. Dadurch wird nämlich auch automatisch deutlich, auf welche Maschinentypen sich die Redakteure der Firma DeusEx bei der Umstellung konzentrieren sollten.

Aufwand im Blick

Denn wenn Kennzahlen nicht handlungsrelevant werden, sind sie ein typisches Schönwetter-Phänomen: Sobald die Arbeitsbelastung steigt, kümmert man sich nicht mehr um sie, weil man ja „richtige“ Arbeit zu erledigen hat. Wichtiger als möglichst viele Daten zu erfassen, ist es aber, dass Sie Ihre Daten kontinuierlich und zuverlässig erheben.

Das unterstreicht deutlich, dass man bei der Auswahl der Kennzahlen den Aufwand für die Erfassung im Blick behalten sollte – und zwar nicht nur im Alltagsbetrieb, sondern auch unter Hochlast. Idealerweise werden die Daten automatisiert erhoben und in einem Informationssystem zusammengefasst. In der Realität muss man aber doch immer wieder selbst Hand anlegen.

Kommen wir noch einmal auf unser Beispiel von oben zurück: Ich hatte ja empfohlen, die Zahl der ausgelieferten Maschinen in die Auswertung zu nehmen. Was aber nun, wenn ich als Redaktionsabteilung an diese Zahlen nur schwer komme, z. B. weil sie nur länderweise erfasst werden und ich sie erst aggregieren muss? Dann würde ich mich für das ungenauere Maß „Zahl der digital bereitstehenden Dokumente“ entscheiden. Denn das kann ich ohne Abstimmungsaufwand in den Prozessen der Dokumentationsabteilung erheben. Also: Im Zweifelsfall lieber ein etwas ungenaueres Maß, das sich leicht erheben lässt, als ein aufwändiges Maß, das etwas präziser ist.

Für wen machen wir das eigentlich?

Apropos Kommunikation mit anderen Abteilungen: Wer sollte denn Ihre Kennzahlen bekommen? Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Wie auch die Kennzahlen selbst hängt das von Ihren Zielen ab. Aber ein paar Ansatzpunkte gibt es schon:

  1. Ihr Chef:
    denn Ihre Kennzahlen sollten zeigen, dass Ihre Abteilung rund läuft, sich auf dem richtigen Weg befindet oder – wenn das nicht so ist – wo es gerade hakt und was man dagegen tun kann.
  2. Ihre Geldgeber:
    denn nichts überzeugt bei Budgetverhandlungen so sehr wie harte Fakten. Geldgeber müssen Sie vielleicht nicht laufend informieren, aber fallweise z. B. vor und während einer Software-Einführung.
  3. Ihre Datenlieferanten:
    denn wer Ihnen Datenmaterial zukommen lässt (z. B. die Sales-Abteilung in unserem Beispiel), hat vermutlich auch ein Interesse an Ihren Ergebnissen (z. B. als Verkaufsargument).

Und wenn Sie wissen, wem Sie welche Kennzahlen zukommen lassen wollen, dann überlegen Sie sich doch auch gleich noch, wie oft. Auch hier gilt: So selten wie möglich, aber so häufig, dass der Prozess kontinuierlich am Laufen bleibt.

Und wie geht es weiter?

Falls Sie sich jetzt sagen, „Das stimmt schon alles, aber wo fängt man jetzt am besten an?“, dann kann ich das gut verstehen. Denn: Jedes Unternehmen und jede Redaktion ist unterschiedlich, hat individuelle Ziele, Prozesse und Tools. Deshalb meine Empfehlung: Tauschen Sie sich mit anderen aus! Zum Beispiel mit Kollegen aus Ihrem Redaktionsteam, die sicher eigene Ideen und Vorschläge zu diesem Thema haben. Oder mit den Marketing-Leuten Ihres Unternehmens; die haben oft schon Kennzahlen für sich implementiert und können ihre Erfahrungen weitergeben. Oder auf Branchenveranstaltungen mit den Technischen Redakteuren aus anderen Unternehmen. Und wenn Sie professionelle Unterstützung bei der Einführung Ihres Kennzahlensystems suchen, dann wissen Sie jetzt ja, wer Ihnen weiterhilft.

Wie controllt man Dokumentation?

Raus aus dem roten Bereich – Kennzahlen für die Technische Redaktion

Wissen Sie, wie erfolgreich Ihre Dokumentation ist? Vermutlich nicht, wenn es Ihnen so geht, wie dem Großteil der Technischen Redaktionen in Deutschland. Denn nur wenige verfügen über ein Kennzahlensystem, mit dem sie den Erfolg ihrer Abteilung messen können. Ich möchte mir deshalb heute einmal ansehen, wie ein Kommunikationscontrolling für Technische Redaktionen aussehen muss. Und in einem der nächsten Blogposts zeige ich dann, wie man mit Kennzahlen im Redaktionsalltag umgeht.

Warum das Ganze?

Ganz zu Beginn will ich aber die Sinnfrage stellen. Haben wir nicht schon sowieso genug zu tun? Warum jetzt also auch Kennzahlen? Meine Antwort: „Sie haben gar nicht die Zeit, keine Kennzahlen zu erheben.“

Denn nur mit den geeigneten Kennzahlen lässt sich eine Redaktion auch zielgerichtet steuern. Ohne einen objektiven (und damit messbaren) Blick auf die Fakten bleiben alle Bemühungen um Verbesserung unfokussiert. Man erkennt weder, ob man auf dem richtigen Weg ist, noch wann man sein Ziel soweit erreicht hat, dass man in den Bereich der sinkenden Grenzwerterträge gerät (sprich der Aufwand die Verbesserungen nicht mehr rechtfertigt).

Am wichtigsten ist aber folgender Aspekt beim Kommunikationscontrolling: Mit den geeigneten Kennzahlen werden Sie sprachfähig gegenüber anderen Abteilungen und dem Management, z. B. indem Sie den Return on Investment (ROI) plausibel machen. Wenn Sie Ihre Ziele mit Kosten und Nutzen messbar unterlegen können, fällt es Ihnen sehr viel einfacher, auch andere zu überzeugen. Erst durch Kommunikationscontrolling wird für das Management nämlich aus dem „Wunsch“ nach einem CMS eine Maßnahme, die sich nach Heller und Pfenning rechnet und die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen dauerhaften Nutzen entfaltet.

Erst die Strategie, dann die KPI

Schlimmer als keine Kennzahlen sind irrelevante Kennzahlen. Denn ohne Kennzahlen kann man nicht planen; mit irrelevanten Kennzahlen aber auch nicht – und sie verursachen zusätzlich noch Aufwand. Also: einfach mal zu erheben, wieviel A4-Seiten Dokumentation man pro Jahr produziert, hilft niemandem weiter.

Wichtig ist deshalb, dass man seine Kennzahlen strategisch ausrichtet. Welche Ziele verfolgen wir als Gesamtunternehmen? Welche Ziele verfolgen wir als Abteilung? Wo stehen wir heute, wo wollen wir hin? Und woran erkennen wir, dass wir dorthin gekommen sind? Wie lässt sich das messen?

Kennzahlen (sogenannte Key Performance Indicator – KPI) sollten Eigenschaften mitbringen, die sich an der S.M.A.R.T.-Formel orientieren:

  • spezific: genau und konkret sein
    Nicht: „Wir wollen die Relevanz steigern.“
    Sondern: „Wir möchten die Quote der Supportanfragen senken, auf die es keine Antwort in der Dokumentation gibt.“
  • measurable: messbar, in Zahlen fassbar
    Nicht: „Kostenreduktion erzielen.“
    Sondern: „Unsere Übersetzungskosten auf 5000 € pro Anleitungsversion senken.“
  • achievable: erreichbar, für die Projektbeteiligten akzeptabel
    Nicht: „Senkung der Personalkosten in der Abteilung um 75 %.“
    Sondern: „Abbau der regelmäßig anfallenden Überstunden“
  • relevant: realistisch und zu den Zielen passend
    Nicht: „Wir wollen schönere Anleitungen verfassen.“
    Sondern: „Das Userfeedback zu unseren Anleitungen soll sich verbessern.“
  • timely: zeitbezogen, mit spezifischen Terminen
    Nicht: „Wir wollen unsere Kosten reduzieren.“
    Sondern: „Wir wollen unsere Kosten bis zum 31.12.2018 pro Quartal um 3 % senken.“

KPI, die diesen Kriterien gerecht werden, sind dann auch wirklich kein Selbstzweck, sondern ein mächtiges Werkzeug, mit dem Sie Ihre Redaktion strategisch ausrichten können. Kurzfristig bedeutet das natürlich Aufwand für die Zielfindung, für die Definition der Kennzahlensätze und für den Aufbau eines Auswertungssystems. Mittelfristig gewinnt Ihre Abteilung dadurch aber massiv an Schlagkraft. Doch bevor es soweit ist, wollen wir uns im nächsten Blogpost einmal ansehen, wie man Kennzahlen in seiner Redaktion am besten einführt.

Information 4.0 – Schritte auf dem Weg zur Intelligenten Information

Industrielle Steuerung?Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist derzeit eines der meist diskutierten Themen. Auch unserer Branche, der Technischen Dokumentation, stehen tief greifende Veränderungen bevor.
Seit Anfang 2016 bin ich Mitglied der tekom-AG „Information 4.0“ und gestalte dadurch diese Veränderungen mit. In der AG arbeiten wir iiRDS aus, einen Standard zur Bereitstellung von intelligenter Information in digitalisierten, vernetzten Umgebungen. Mit diesem Beitrag fasse ich einige meiner Gedanken zum Thema Industrie 4.0 und intelligente Information zusammen.

Einige Begriffe

  • Industrie 4.0, digitale Fabrik: Sich selbst steuernde, weitestgehend automatisierte Fertigungsprozesse, die der Mensch nur noch „orchestriert“ und bei Bedarf eingreift.
  • Cyberphysikalisches System: Komponente, die aus einem dinglichen Objekt und aus einer digitalen, vernetzten Repräsentation besteht.
  • RAMI 4.0: dreidimensionales Referenzarchitekturmodell der Plattform Industrie 4.0. Strukturiert das Thema nach Lebenszklus von Entwurf bis Entsorgung, Hierarchie von Einzelkomponente bis zur umgebenden Cloud und nach Integrationslevel von Objekt („Asset“) bis Geschäftsmodell („Business“).
  • Verwaltungsschale: Digitale Repräsentation eines cyberphysikalischen Systems. Enthält beschreibende und identifizierende Eigenschaften, Sensordaten und Zugriffsmöglichkeiten zu digitalen Funktionen.

Technische Dokumentation heute

Für die meisten Akteure im Umfeld Industrie 4.0 findet Technische Dokumentation auf dem sog. „Asset Level“ in der digitalen Fabrik statt. Sie gehen gedanklich vom aktuellen Status Quo (oder eigentlich von dem Stand vor zehn Jahren) aus, und der heißt PDF. Dokumente für Installation, Wartung, Betrieb und ggf. Entsorgung werden als Einheiten betrachtet und als abrufbare Eigenschaften in der Verwaltungsschale eingeplant.

Auf diese Granularität zielt wohl auch die in Arbeit befindliche VDI-Richtlinie 2770 zur digitalen Herstellerinformation ab. Für einige Branchen (gerade ältere Industrieanlagen sind in der Regel auf Papier dokumentiert) ist das auch sicher ein Fortschritt. Aber natürlich geht viel mehr.

Intelligente Information

Technische Dokumentation lässt sich viel präziser modularisieren. In vielen Redaktionen wird das bereits heute betrieben, v. a. als Basis des Variantenmanagements: Die Filterung nach Zielgruppen, Sprachen, Gerätevarianten findet heute bereits statt und zwar beim Publizieren von Dokumentvarianten.

In einer Industrie-4.0-Umgebung lässt sich diese Filterung zum Lesezeitpunkt hin verlagern. Damit werden gezielte Abfragen möglich, die dem Anwender die von ihm benötigte Information passend zu seiner aktuellen Aufgabe bereitstellen.

Dazu werden Metadaten benötigt, die die einzelnen Informationsmodule klassifizieren und identifizieren. Zuordnung zu Hersteller, Gerät, Variante, Komponente und Funktionsgruppe sind ebenso entscheidend wie Sprache, Zielgruppe und Informationstyp. Außerdem erfordert die Integration ein Auslieferungsformat, das sich embedded, mobil und am Schreibtisch sauber anzeigen lässt. Standardisierung ist nötig, damit sich die Dokumentation unterschiedlicher Hersteller zu einer Gesamtinformation integrieren lässt.

Bei der tekom arbeiten wir an einem solchen Standard, dem iiRDS. Die Arbeitsgruppe hat ihre Zwischenergebnisse auf der tekom-Jahrestagung vorgestellt. Der Standard soll Mitte nächsten Jahres verfügbar sein.

Wo am Ende die Informationen bereitgestellt werden, ob direkt beim Komponentenhersteller, beim Anlagenbauer, vor Ort beim Betreiber der digitalen Fabrik oder direkt auf der Komponente, ist dabei offen. Ebenso ist offen, ob die Information auf einem eigenen Content Delivery Server, einem integrierten Webservice (der zum Beispiel über den doctima ContentConnect mit Inhalten versorgt wird) oder als Informationsbausteine in einem Asset Management System wie SAP AIN zu liegen kommen. Das abstrakte Konzept der Verwaltungsschale erlaubt hier viele Wege zu gehen.

Die Idee, dass alle (bleiben wir realistisch: möglichst viele) Ersteller von Technischer Information ein gemeinsames Format bereitstellen, um dem Anwender einen integrierten Wissensschatz zu einem aus vielen Komponenten bestehenden System bereitzustellen, erscheint mir auch ohne den direkten Bezug zu Industrie 4.0 ein absolut erstrebenswertes Ziel zu sein – weil es u. a. zu Verbesserungen für das leidige Thema Zulieferdokumentation bringen kann. In der Denkweise des RAMI 4.0 lässt sich die Dokumentation von der untersten Ebene mit PDF-Dokumenten als „Assets“ auf die vierte Ebene, das Information Layer, mit Content-Delivery-Diensten als funktionaler Teil der übergreifenden Verwaltungsschale aufwerten.

Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Entwicklungen und wie sich das iiRDS-Format in der Praxis bewähren wird – und auf Ihre Meinung. Wie sind Ihre Erwartungen bezüglich der Digitalisierung der Arbeitswelt? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren!

#4.0, die tekom-Jahrestagung 2016

img_9629Information 4.0, Dokumentation 4.0, Industrie 4.0, #4.0. Überall versucht man neue und innovative Wege zu gehen, so auch in der Branche der Technischen Kommunikation und Technischen Dokumentation. Unser Rückblick auf die tekom-Jahrestagung 2016.

Markus Nickl

P1080459-SWtekom Herbsttagung 2016. Für mich ein besonderes Datum. Denn wenn ich richtig rechne, dann ist es genau 20 Jahre her, dass ich auf meiner ersten „tekom“ war – damals in Berlin mit einem eigenen Vortrag über historische Gebrauchsanleitungen. Seitdem hat sich eine Menge getan. Besonders die Dimensionen, die die begleitende Messe angenommen hat, hätte ich mir damals nicht vorstellen können. Und die Internationalisierung der Veranstaltung ist ebenfalls beeindruckend. An nur einem Messetag habe ich (unter anderem und nur so als Beispiel) mit einem ungarischen Übersetzer, einer chinesischen Expertin für Simplified English, einem niederländischen Industriedesigner und einem US-amerikanischen Marketingexperten gesprochen. Das hätte ich mir damals vor zwanzig Jahren nie träumen lassen. Toll welchen Weg die tekom in dieser Zeit genommen hat. Ach ja, aus guter Tradition war ich auch diesmal wieder mit einem Vortrag dabei: „SEO – Technische Dokumentation für die Suchmaschine“.  Wen’s interessiert, der kann mehr dazu im Parson-Blog lesen.

Edgar Hellfritsch

rp_P1090805_SW-e1447767838366.jpgDieses Jahr bin ich kaum dazu gekommen, meiner Rolle als Tagungsbeirat gerecht zu werden und möglichst viele Vorträge zu besuchen. Die Vorträge, die ich mitbekommen habe, waren v. a. die, an denen ich selbst beteiligt war: Den „Showcase Mobile Dokumentation“ habe ich mit moderiert. Alle sechs Vorträge waren interessant und von durchgängig hohem Niveau. Die vielen Gespräche, die ich an unserem Stand mit Besuchern gerade zu diesem Thema geführt habe, zeigen mir, dass die mobile Bereitstellung von Inhalten langsam die Bedeutung gewinnt, die ich ihr zuschreibe. Mein anderes Thema dieses Jahr war Information 4.0 und mit ihm der Standard iiRDS, an dem ich mitarbeiten darf. Hier haben mich vor allem die Prototypen der Systemhersteller beeindruckt, die bereits sehr schön das Nutzpotenzial des in Arbeit befindlichen Bereitstellungsstandards gezeigt haben.

Johannes Dreikorn

p1090631-b-hoch-swDrei Tage tekom-Tagung – das sind drei Tage intensivsten Austauschs. Das war eigentlich schon immer so, aber dieses Jahr habe ich das besonders stark empfunden. Ganz sicher deswegen, weil ich die vollen drei Tage an unserem Stand präsent war. Der Blick auf meine Notizen macht mir noch einmal deutlich, wie viel spannende Gespräche auf unserem „grünen Teppich“ stattgefunden haben mit Kunden, Interessenten und Job-Bewerbern. Dabei durfte ich auch mein Lieblingskind, das ContentRuleset, mehrmals vorführen.
Intensiver Austausch auch in den beiden Workshops, die ich gehalten habe. Mit der Textsorte Checklisten ein Thema ganz aus der Praxis, eine herausfordernde Aufgabenstellung – und das mit 30 motivierten Teilnehmern durcharbeiten. Ich liebe diese angeregte Arbeitsatmosphäre einfach. Und dann all die Begegnungen am Rande – ein Gespräch beim Mittagessen mit jemand bis dato ganz Unbekannten, ein Plausch unter langjährigen Weggefährten. Eins ist klar: tekom-Jahrestagung auch nächstes Jahr wieder mit mir – und wieder volle drei Tage.

Christian Hammer

P1090233-SWStuttgart Anfang November? Na klar – tekom-Tagung! In diesem Jahr kann ich Tagung für mich getrost durch Messe ersetzen. Ich habe es zum ersten Mal in nicht einen einzigen Vortrag geschafft. Nicht, weil ich die große Nähe zu unserem Hallen-Nachbarn der Kaffee-Insel nicht aufgeben wollte, sondern weil wir eigentlich immer Interessenten und Interessante am Stand hatten.
Hier nochmal ein großes Lob an unseren Ober-Location-Scout Benny Rauschenberger. Auch dieses Jahr waren unsere 20 Quadratmeter doctima wieder sehr gut in Halle 1 aufgehoben. Abseits des Gedränges und der Hektik der größeren Halle 2 hatten wir die richtige Atmosphäre für persönliche und konstruktive Gespräche, die sich teilweise schon fast zu kleinen Workshops entwickelten.
Am schönsten finde ich es immer zu sehen, dass unsere Kunden einen Besuch bei uns am Stand nicht als lästigen Pflichttermin wahrnehmen, sondern sich darauf freuen. So waren viele immer mal wieder bei uns, um ein kleines Pläuschchen  zu halten oder auch um sich mit anderen Besuchern auszutauschen. Unsere Kunden fühlen sich also wohl bei uns. Gut so!

Daniel Rieß

danielDie tekom-Jahrestagung ist im Hause doctima seit jeher ein wichtiges Thema, um das ich die letzten Jahre kaum herumkam, auch wenn ich nicht vor Ort war. Das sollte sich 2016 ändern, denn nun war ich ebenfalls stolzer Besitzer eines Tickets und hatte die Möglichkeit Mittwoch und Donnerstag auf der Messe mitzuerleben.
Nach dem Einlass fand ich den doctima-Stand nach wenigen Minuten, der unter anderem durch den 3D-Drucker auffiel, der zugleich Preis unserer Verlosung und Fabrik von personalisierten Legosteinen war, die die Standbesucher auf Anfrage drucken lassen konnten.
Doch ich musste gleich wieder los, denn der erste Vortrag wartete auf mich. Was auf den ersten Blick nach stressigem Hin und Her klingt, nahm ich vielmehr als kurzweilige Abwechslung zwischen innovativem fachlichem Input in den Vorträgen und tollen Gesprächen sowie interessanten Kontakten an unserem Stand wahr. So machte es mir nicht zuletzt großen Spaß, Menschen, mit denen ich sonst via Mail und Telefon zusammenarbeite, in Lebensgröße kennenzulernen.
Nein, es ging gerade nicht um 3D-Modelle, die durch eine AR-Brille unfassbar real dargestellt werden – das konnte ich aber dennoch am Ende von „Augmented Reality solution for delivering complex instructions“ (Andrew Head, Semcon) am Donnerstag ausprobieren. Weitere Highlights waren für mich die Umsetzung der AR-App bei SAF-Holland (Thomas Piroth, Tim Rausch) und die smarte Wartung einer Klimaanlage nach Industrie 4.0 (Jürgen Sapara, Thomas Gering). Kurz gesagt: Der Besuch der tekom-Jahrestagung 2016 hat sich voll und ganz gelohnt.

Benjamin Rauschenberger

P1080932-B-SWAls Vater des Messeauftritts von der Konzeption über die Organisation bis hin zum Einschwören der Kollegen war ich natürlich besonders unter Strom. Anreise mit Aufbau des Messestandes und dann drei Tage bangen, dass auch wirklich alles so klappt wie geplant und dass auch nichts zu Hause vergessen wurde. Abschalten kann man da nicht wirklich. Aber der ganze Aufwand hat sich wieder einmal gelohnt. Wir hatten tolle Gespräche. Wir haben ein super Feedback von allen Seiten bekommen. Sei es zu unseren Vorträgen, zu unserem Messestand oder zu unserem Auftreten auf der Tagung. Und wir hatten wahnsinnig viel Spaß dabei. Das hat sicherlich zur guten Stimmung beigetragen. Danke an alle doctima-Kollegen und an alle Besucher unseres Standes, das war toll!
Was die Themen betrifft, nehme ich vor allem zwei Strömungen mit. Einerseits Content Delivery: Die Unternehmen wollen ihren Doku-Content über verschiedene Kanäle ausliefern, gerade heutzutage, da viele digitale Möglichkeiten dazu bestehen. Großteils auch als Mobile Dokumentation. Kein Wunder, dass wir viele Gespräche dazu hatten, da wir ja Projekte in dem Themengebiet haben und über unsere Erfahrungen berichten können. Andererseits Content-Wiederverwendung, was nicht so weit weg ist von erstem Thema: Content aus der Doku, vor allem guter Content, soll weiter und wieder genutzt werden. Und da spielt es keine Rolle ob intern oder extern, ob für Service, Support, Marketing, Vertrieb, Interessenten oder Kunden. Wichtig ist, eine Strategie dahinter zu haben, dann bietet der Doku-Content einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert. Das waren für mich die beiden, als Marketeer und Vertriebler naheliegenden und daher zu erwartenden, Hauptthemen der Jahrestagung.

Michael Mann

Auf meine erste tekom-Tagung bin ich mit vorsichtiger Neugier gefahren: Einerseits haben die Berichte der Kollegen schon Hoffnung auf eine spannende Veranstaltung gemacht – andererseits will man ja nicht mit zu großen Erwartungen anreisen, die dann nicht erfüllt werden können. Umso besser, dass die Erwartungen dann tatsächlich erfüllt worden sind. Sehr gut gefallen hat mir, dass in den Vorträge „echte“ Produkte und tatsächlich umgesetzte Prozesse mit ihren Ergebnissen vorgestellt wurden und nicht ein „könnte man mal“ oder ein „wäre schön, wenn“. Wenn man in einem Vortrag (zugegebenermaßen als „für Anfänger“ eingestuft) auch mal nichts Neues lernt, kann man sich ja immer noch mit der Schlussfolgerung trösten, dass man in dem Thema auch keine ganz grundlegenden Entwicklungen verpasst hat.
Der Messebesuch führt ganz deutlich vor Augen, dass man in einer Branche arbeitet, die immer noch ein bisschen vielfältiger ist, als man das eigentlich schon wusste. Fazit: Für mich ein rundum gelungener Besuch – nächstes Jahr komme ich gerne wieder!

Was ist Ihr Feedback zur tekom-Jahrestagung 2016? Welche Vorträge oder Workshops fanden Sie gut? Welche Themen haben auf der Tagung gefehlt oder waren eher schwach vertreten? Kommentieren Sie und lassen Sie uns darüber reden.